Alzheimer- und Demenzkranken-Gesellschaft

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Die Alzheimer- und Demenzkranken-Gesellschaft freut sich über die Spende von 1000 Euro, die der Geschäftsführer der Stadtwerke, Hans-Peter Scheerer, aus dem Verkaufserlös des Hessentags-Kalenders überreichte. Jede Spende ist eine große Hilfe.

Mathilde Schmitz, Geschäftsführerin der Alzheimer- und Demenzkranken-Gesellschaft, dankte Hans-Peter Scheerer, dem Geschäftsführer der Stadtwerke, für die sehr willkommene Spende aus dem Verkaufserlös des Hessentags-Kalenders. Mit dem Geld wolle der Verein eine Referentin aus München zu einem Tagesseminar einladen, in dem es um eine beispielhafte Tageseinrichtung für dementiell Erkrankte geht. „Wie funktioniert das?“, lautet die Frage, mit der auch Personal aus Pflegeeinrichtungen erreicht werden soll.

Mathilde Schmitz war im Jahr 2000 federführend bei der Gründung der Alzheimer- und Demenzkranken-Gesellschaft Rüsselsheim, seit Jahren ist sie Geschäftsführerin des Vereins, der seit 2004 seinen Sitz im Haus der Senioren hat.

Neue Lebensentwürfe

„Wir fingen mit einer ganz kleinen Beratungsstelle an. Es gab nur den Anrufbeantworter und das Notizblöckchen“, erzählt sie von den Anfängen. Die Bedarfe nach Rat und Unterstützung im Alltag seien damals zunehmend von Angehörigen öffentlich thematisiert worden, so Schmitz. „Die Jahre, als alte Menschen tüttelig wurden und einfach ihren Platz in der Familie hatten, wobei sie im Mehrgenerationenhaushalt kleine Aufgaben zugeteilt bekamen – etwa das Hofkehren –, waren vorbei. Irgendwann gab es keine Höfe mehr zu fegen, es entstanden neue, andere Lebensentwürfe“, so Schmitz.

Heute, nach fast 18 Jahren seit Gründung, ist die Alzheimer- und Demenzkranken-Gesellschaft eine gefragte Anlaufstelle vor allem für pflegende und besorgte Angehörige. „Wir bieten den familienentlastenden Dienst, bieten Gesprächskreise und Schulungen für pflegende Angehörige“, erklärt Schmitz, die von Haus aus Sozialpädagogin ist. Erkrankten werde Unterstützung in Selbsthilfegruppen, Aktivierungsprogrammen, Betreuungs- und Teilhabegruppen – etwa im „Café ,Vergiss mein nicht’“ – geboten. „Sechs hauptamtliche Fachkräfte mit eher kleinem Stundenkontingent gehören zum Verein, darunter auch eine Gerontotherapeutin, die im Team mit anderen Basisschulungen für ehrenamtliche Helfer sowie Schulungen für Angehörige durchführt“, erläutert Mathilde Schmitz.

Eine andere Realität

Sie führt aus: „Für Demente ist die Realität eine andere. Nicht tadeln, nicht maßregeln, sondern eingehen auf den Kranken, lautet daher die Kommunikationsstruktur, die den Betroffenen ihre Würde belässt.“ Aktuell arbeiteten 45 Menschen ehrenamtlich mit. Rund 90 Klienten jährlich würden beraten, geschult und im Alltag begleitet.

Auch Ilona Janz, Schriftführerin im Vereinsvorstand, und seit 2007 dabei, begleitet seit gut fünf Jahren eine Familie, deren eines Mitglied von Demenz betroffen ist. „Wenn man weiß, wie wichtig Entlastung für alle Beteiligten ist, hat man Motivation für das ehrenamtliche Engagement“, sagt sie. „Ich kannte das, denn ich pflegte meine an Demenz leidende Mutter“, sagt sie. Die meisten Ehrenamtlichen seien selbst ehemals pflegende Angehörige gewesen, die dann sehr engagiert mitarbeiteten.

Ilona Janz ist zudem Leiterin des regelmäßig stattfindenden Cafés „Vergiss mein nicht“. „Zudem gibt es inzwischen ein Tanzcafé in Kelsterbach und auch eine Wandergruppe, unterstützt von der Wandergruppe der Sportgemeinschaft (SG) Eintracht“, verdeutlicht sie, dass das Angebot umso besser ausgebaut werden könne, je mehr Vernetzung es gibt. Mathilde Schmitz war daher in Kooperation mit der Stiftung Soziale Gemeinschaft Riedstadt auch federführend, um ein Demenz-Netzwerk im Kreis aufzubauen. Der „Wegweiser Demenz“ gibt nun seit Jahren eine hilfreiche Übersicht über Beratungs- und Entlastungsangebote im Kreis. „Laut Statistik leben im Kreis derzeit 3400 Menschen mit Demenz“, sagt Schmitz.

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