Energie

Mieter können Strom direkt vom Dach einspeisen

Wovon sonst nur Hauseigentümer profitieren, können jetzt auch Mieter im Hessenring nutzen. Gewobau und Stadtwerke bieten dort Strom vom Dach an – zu einem günstigeren Tarif

Ein scharfer Wind wehte um den Pavillon, den Gewobau und Stadtwerke vor dem Gebäude im Hessenring 15 bis 19 vergangenen Freitagabend aufgestellt hatten. Der Wohnblock wird gerade für 4,2 Millionen Euro modernisiert und ist noch eingerüstet. Fertig ist bereits die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Die Stadtwerke bauten die Anlage für Gewobau und pachten sie für 20 Jahre von der Wohnungsgesellschaft, so Gewobau-Geschäftsführer Torsten Regenstein.

„Mit der Anlage können Sie Geld sparen“, brachte es Hans-Peter Scheerer, Geschäftsführer der Stadtwerke, auf den Punkt. Die Mieter können den von der Photovoltaikanlage produzierten Strom direkt vor Ort verbrauchen. Jeder der 24 Mieter kann frei entscheiden, ob er den Mieterstrom nutzen möchte. Voraussetzung ist, Kunde bei den Stadtwerken zu sein. Der Strom vom Dach sei billiger als der Strom aus dem Netz, die Stromrechnung sinke, warb Scheerer. Der Mieterstrom kostet 24,35 Cent brutto pro Kilowattstunde. Es ist allerdings nicht möglich, den gesamten Strombedarf mit der Anlage zu decken. Aber für deutlich mehr als die Hälfte reiche die Leistungsfähigkeit aus, versicherte der Chef der Stadtwerke. Den restlichen Strom aus dem öffentlichen Netz erhalten die Mieter für 25,38 Cent brutto. Gegenüber dem Basistarif des Grundversorgers (eprimo) von 30,25 Cent (Stand 4. September) betrage die Ersparnis 84,46 Euro im Jahr. Der niedrigere monatliche Grundpreis von eprimo mit 5,50 Euro gegenüber dem der Stadtwerke von 9,90 Euro sei bereits berücksichtigt. Wenn sich, wie weder von Gewobau noch von den Stadtwerken erwartet, kein Mieter an dem Projekt beteiligt, wird der Strom in das öffentliche Netz gespeist. Die anwesenden Mieter zeigten zumindest schon einmal Interesse an dem hauseigenen Strom.

Brigitte Mix und Wolfgang Mix leben seit 55 Jahren in dem Haus. Sie denken noch darüber nach, ob sie Kunde werden, beurteilten das Projekt aber positiv. Candan Güner müsste den Stromanbieter wechseln. „Wo man sparen kann, spart man. Es geht auch um die Umwelt“, zeigte sie bereits großes Interesse am Mieterstrom. Christa Gogol will auch über einen Wechsel des Anbieters nachdenken. Sohn Stefan ist schon einen Schritt weiter. „Das hat nur Vorteile“, zeigt er sich überzeugt.

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