Mister Hessen ist ein Rüsselsheimer

Schon während des Studiums hat Alexander Kühn hin und wieder als Model gearbeitet. Doch dann wurde er Unternehmensberater, bis er zu seinem Traumberuf zurückfand und schließlich sogar Mister Hessen wurde.

Von DANIELA HAMANN

Rüsselsheim. Groß ist er, knapp 1,90 Meter. Der Körperbau lässt sich wegen der kühlen Temperaturen unter der warmen Kleidung nur erahnen. Die trainierten Oberschenkel sind in der engen Jeans allerdings gut sichtbar. Dass Äußerlichkeiten das wichtigste bei einem Model sind, denken wohl die meisten Menschen, wenn sie von einer Mister-Wahl hören. Doch Alexander Kühn, alias Alexander Keen, hat mehr zu bieten als nur eine sehr ansehnliche Erscheinung.

Vor gut acht Wochen wurde der 33 Jahre alte Rüsselsheimer zum Mister Hessen gewählt. „Meine Freundin hat mich zur Teilnahme gezwungen“, erinnert sich der junge Mann und lacht. Ihm sei ein derartiger Titel nie wichtig gewesen. „Meine Freundin hat mich solange genervt, dass ich mich irgendwann auf der Internetseite des Veranstalters angemeldet habe.“ Die erste Teilnahme führte gleich zum Erfolg.

Als logische Folge nahm Kühn am 12. Dezember an der Mister-Germany-Wahl des Veranstalters „Miss Germany Corporation“ teil. Zwar gewann Kühn nicht, nahm jedoch nach eigenen Angaben jede Menge neue Erfahrungen mit. Außerdem hat er wichtige Bekanntschaften geknüpft. „Maren Gilzer saß in der Jury und hat alle Teilnehmer gecoached“, erzählt Alexander Kühn. Das ehemalige Glücksrad-Nummern- und Buchstabengirl habe mit den 18 Kandidaten aus ganz Deutschland Moderationstrainings sowie Sprach- und Lockerungsübungen gemacht. Ein Video, das der Rüsselsheimer zusammen mit Gilzer während der Wettbewerbs aufgenommen hat, ist auf seiner Facebook Seite zu sehen.

Vor der Wahl durften die Männer eine Woche im „Trainigscamp“ in Ägypten verbringen. „Da war Maren Gilzer auch schon mit dabei“, so Kühn.

Das Leben des jungen Vaters – Alexander Kühn hat einen sieben Jahre alten Sohn aus einer früheren Beziehung – hat sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch verändert. Nach Schule und Abitur ging der Rüsselsheimer zum Arbeiten und Reisen für sechs Monate nach Australien. Kurz darauf studierte er vier Jahre an der Avans-Universität in den Niederlanden und machte seinen Bachelor of Business Administration – kurz MBA. Daran schloss Kühn ein 18-monatiges Studium an der Newcastle Business School in England an, das er mit einem Bachelor of Arts im Fach Business Management abschloss. Bis 2014 war er dann als Unternehmensberater tätig.

„Ein Kollege, der selbst modelte, hat mich 2012 überredet, es doch auch noch einmal mit dem Modeln zu versuchen“, erinnert er sich. Er habe als Student immer mal wieder gemodelt, sich jedoch schlussendlich auf einen Beruf in der Wirtschaft konzentriert. „Als ich mit dem Modeln wieder begann, habe ich plötzlich gemerkt, wie viel Spaß mir das macht und dass es eigentlich mein Traumberuf ist.

Eine Zeitlang lief das Modeln neben der Tätigkeit als Unternehmensberater her. „Aber man sollte keine halben Sachen machen, sondern sich auf ein Ziel konzentrieren“, meint Kühn.

Deshalb entschloss sich Alexander Kühn 2014, hauptberuflich als Model zu arbeiten. Und bisher sei das eine gute Entscheidung, erzählt er. Dabei liege sein Augenmerk vor allem auf der Werbung, der Moderation und dem Schauspiel und weniger auf dem Laufsteg, obwohl er Anfang vergangenen Jahres bei der Fashion Week in Berlin für das türkische Label Nian lief. Demnächst stehe ein großes Casting in London an. Er sei bei mehreren Agenturen in Deutschland unter Vertrag.

Kühn tritt auch selbst mit Firmen in Kontakt. Dabei kommt ihm das Studium der Wirtschaftswissenschaften zu Gute. „Ich möchte gerne Kooperationspartenerschaften aufbauen,“ sagt er. Aktuell sei er mit der Adam Opel AG im Gespräch. „Ich biete mich in diesem Zusammenhang als Mister Hessen für Auftritte bei Veranstaltungen oder Eröffnungen von Niederlassungen und Geschäften an.“

Im Gegensatz zu den Missen, die nach der Wahl vom Veranstalter einen gut gefüllten Terminkalender erhielten, werde von einem Mister Hessen viel Eigeninitiative verlangt, so Kühn. So kam er auch vor rund sechs Monaten als neues Mitglied zum Rüsselsheimer Reitsportverein (RSRV).

„Ich musste während eines Fotoshootings auf einem Pferd sitzen und war echt überfordert“, erinnert sich der Rüsselsheimer. „Daraufhin habe ich für mich beschlossen, dass ich zumindest eine grundlegende Reiterfahrung brauche.“ Seitdem reitet er einmal pro Woche in Rüsselsheim. Der RSVR sei ihm sehr ans Herz gewachsen, viele Freundschaften seien bereits entstanden, weshalb er auch das Gespräch mit der Presse in der Reithalle führen wollte.

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