Seit fast neun Jahren schwimmt Richard Braunberger auf Leistungsniveau. Gerade hat er ein Studium an der Hochschule Rhein-Main begonnen. Sein sportliches Ziel will er dabei nicht aus den Augen verlieren: eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024. foto: jo kleindl
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Seit fast neun Jahren schwimmt Richard Braunberger auf Leistungsniveau. Gerade hat er ein Studium an der Hochschule Rhein-Main begonnen. Sein sportliches Ziel will er dabei nicht aus den Augen verlieren: eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2024.

Sport

Mit unermüdlicher Disziplin zum Erfolg

  • vonDr. Daniela Hamann
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Student und Profi-Schwimmer Richard Braunberger hat Olympia 2024 ins Auge gefasst.

Rüsselsheim -Richard Braunberger studiert Wirtschaftsrecht im ersten Semester an der Hochschule Rhein-Main. Einen Hörsaal hat der bald 21-Jährige bisher noch nicht von innen gesehen. Die Inhalte werden digital vermittelt. Während manche Studenten von vollen Hörsälen wie vor Corona träumen, ist Braunberger froh über das digitale Angebot. Das habe den Vorteil, dass er nicht ortsgebunden ist, wie er betont. Denn Richard Braunberger ist Leistungssportler.

Seine Sportart ist das Schwimmen - 400 Meter Lagen seine Spezialität. Sein Wunschziel ist es, 2024 an den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Ob er das Ziel erreichen wird, hänge davon ab, wie gut er trainieren kann, ohne sein Studium zu vernachlässigen, sagt Braunberger aufgeräumt. Der Hochschulstudent ist im Bundeskader und trainiert vor allem bei der SG Frankfurt. Mit dem in digitaler Form stattfindenden Studium funktioniere das sehr gut. Die Schwimmbäder sind für die Sportler des Kaders geöffnet, wenn auch unter strengen Auflagen, wie Richard Braunberger sagt.

Nachmittags wird trainiert

"Ich wohne in Bad Homburg und muss zum Glück nicht zu den Vorlesungen fahren. So kann ich mein Training nach den Online-Vorlesungen ausrichten und spare viel Zeit, die ich sonst im Zug verbringen würde." Die Nachmittage halte er sich immer für das Training frei. Sollte die Hochschule bald in den Präsenzunterricht wechseln, werde er sich einen Schwimmclub in der Nähe des Campus suchen, um dort möglicherweise ein bis zwei Mal in der Woche trainieren zu können, ohne erst stundenlang in der S-Bahn zu sitzen. Zudem gebe es in Wiesbaden ein Sportlerwohnheim, wo er womöglich unterkommen könnte, um in der Nähe der Hochschule Rhein-Main zu sein und nicht jeden Tag zwischen Bad Homburg, Frankfurt und dem Hörsaal pendeln zu müssen.

Mit zwölf Jahren hat Richard Braunberger mit dem Leistungsschwimmen angefangen. Als er das Sportgymnasium im Frankfurter Stadtteil Niederrad besuchte, richtete sich sein Stundenplan an seinen Trainingszeiten aus, wie er erzählt. "Damals habe ich bis zu zehn Mal in der Woche trainiert. Mit dem Studium geht es nur noch sieben bis acht Mal pro Woche." Zu dem Training gehörten neben Schwimmen auch Krafttraining und Athletik.

Spezialdisziplin 400 Meter Lagen

Die unermüdliche Disziplin hat sich für den Studenten ausgezahlt. Allein 2019 war er sechsmal deutscher Juniorenmeister über verschiedene Distanzen, darunter 400 Meter und 800 Meter Lagen. "Letztes Jahr haben wegen Corona nicht so viele Wettkämpfe stattgefunden. Wir müssen schauen, wie sich das dieses Jahr entwickelt", meint Richard Braunberger. Er würde gerne bei den Deutschen Meisterschaften, die für März angesetzt sind, und bei den im April geplanten Europameisterschaften antreten - bei beiden Meisterschaften auf jeden Fall in seiner Spezialdisziplin über 400 Meter Lagen, versichert er.

Zunächst habe er nach dem Abitur darüber nachgedacht, sich eine Auszeit zu nehmen, etwas zu arbeiten und sich sonst auf den Sport zu konzentrieren. Doch dann kam die Pandemie. Braunberger gibt unumwunden zu: "Wegen Corona kann ich ja sonst ohnehin nichts anderes machen. Also habe ich mich an der Hochschule eingeschrieben." Bei der Immatrikulation habe er erfahren, dass es in jedem Studiengang ein sogenanntes Sportlerkontingent gibt und die Hochschule ihn bei seinen sportlichen Zielen unterstützt. Seine Entscheidung bereut Richard Braunberger deshalb nicht. Im Gegenteil: "Das Studium macht mir wirklich viel Spaß." Und vielleicht klappt es in drei Jahren mit seinem Traum von den Olympischen Spielen.

Von Daniela Hamann

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