Über mögliche Wegeverbindungen in die Stadt sprechen Tatjana Werré, Vincenzo Trevisan, Sebastian Renner und Robin Werré (voh links). Foto: Rüdiger Koslowski
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Über mögliche Wegeverbindungen in die Stadt sprechen Tatjana Werré, Vincenzo Trevisan, Sebastian Renner und Robin Werré (voh links). Foto: Rüdiger Koslowski

Aktion

Die Mobilität der Zukunft mitgestalten

Auto, Bus oder Fahrrad? Stadt und Partner starten am Bahnhofsvorplatz eine Befragung. Dabei geht es vor allem darum, wie sich Pendler und Schüler fortbewegen wollen.

Rüsselsheim-"Da haben wir sogar ein Gewobau-Elektromobil, als hätten wir es bestellt", freut sich Franziska Weiser über den Zufall, dass das Fahrzeug gerade vor dem Informationsstand abgestellt wird. Ihr eigener Elektro-Roller trägt ein Übriges zur passenden Kulisse am eben aufgebauten Stand auf dem Bahnhofsvorplatz bei.

Weiser und ihr Start-up Carré Mobility will mit Vincenzo Trevisan, Sebastian Renner und Natalie Metzger vom Tiefbauamt und der neuen Abteilung Mobilität auf eine Online-Befragung aufmerksam machen und mit interessierten Passanten über ihre Fortbewegung sprechen. Ziel sei es, bedarfsorientierte Konzepte und Strategien für die Fortbewegung zu entwickeln, informiert Trevisan, der Leiter der Abteilung Mobilität. "Wir möchten, dass die Leute selbst aktiv werden", sagt Weiser.

Die Online-Umfrage wurde im Zusammenhang mit dem Förderprojekt Mobilitätswerkstadt 2025 von Weiser und dem Research Lab for Urban Transport der Frankfurter University for Applied Sciences entwickelt. Sie ist noch bis zum 31. Oktober auf der Seite www.carre-mobility.de /survey abrufbar.

Zu der Befragung gibt es am 14. Oktober in der Elisabethenstraße sowie am 28. Oktober am Bahnhofsvorplatz weitere Informationsstände. Wer keinen Rechner zu Hause hat, für den werden auch ausgedruckte Bögen bereitgehalten.

Der Bahnhofsvorplatz sei als hochfrequentierter Platz ausgewählt worden, so Weiser. Und tatsächlich treten schon kurz nach dem Aufbau interessierte Menschen heran. Darunter befinden sich übrigens viele mit Migrationshintergrund. Zielgruppe seien Berufspendler, Schüler, Bewohner, eine breite Altersgruppe. "Wir wollen ihre Bedürfnisse verstehen", sagt Trevisan.

Weiser und die Mitarbeiter der Stadt wollen mit der Online-Befragung die Gewohnheiten der Menschen bei ihrer Fortbewegung erfahren. Mit welchen Verkehrsmitteln gelangen sie zum Arbeitsplatz, zur Schule, zum Sport, zum Einkaufen? Was macht für sie ein attraktives Mobilitätsangebot aus? Wie stellen sie sich die Mobilität der Zukunft vor? Wichtig sei, so Trevisan, dass sie ihre zukünftige Mobilitätsform selbst gestalten können. Die Menschen sollen sich mitgenommen fühlen.

Weiser und die Stadt hatten bereits mit anderen Akteuren über die Gewohnheiten der Mobilität gesprochen. Darunter befanden sich beispielsweise der Ausländerbeirat, aber auch Familien, die das Spielmobil der Stadt besucht hatten.

Auf der Grundlage der Analyse der Online-Befragung und der gewonnen anderen Daten soll ein Konzept für eine zweite Phase ausgearbeitet werden. Beim Bundesministerium für Bildung und Forschung sollen dafür Fördermittel beantragt werden. Am Ende könnten dann beispielsweise ein Sharing-Modell für Elektro-Roller, Fahrgemeinschaftsangebote und auch das Mitbringen von Einkäufen durch Nachbarn stehen. "Die Ergebnisse sollen so gut wie möglich umgesetzt werden", so Weiser.

Bessere Fahrplänen gewünscht

Passant Seref Pekdemir hat großes Interesse an der Online-Befragung. Wenn er zu Hause ist, wolle er sich an den Computer setzen, versichert er. Denn er würde lieber häufiger mit dem Bus als mit dem eigenen Auto fahren. Deshalb wünscht er sich einen verbesserten Fahrplan.

Auch Tatjana Werré und ihr Mann Robin begrüßen das Projekt. "Wir diskutieren öfter über Mobilität", sagt der 26-Jährige. Beide nutzen derzeit das Fahrrad, das Auto, den Öffentlichen Personennahverkehr, gehen aber auch zu Fuß, erzählt seine ein Jahr jüngere Frau.

Sie wünschten sich ebenfalls bessere Busverbindungen in die umliegenden Städte. Denn im Winter sei es für die Pendler nicht so angenehm, beispielsweise erst mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren zu müssen. Rüdiger Koslowski

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