Sophie-Opel-Schule

Modernes Lernen im Container

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Grau, grau und noch mal grau: Rein optisch machen die Container einen trostlosen Eindruck. Trotzdem sind vor der Grundschule Hasengrund für 2,8 Millionen Euro noch einmal 87 solcher Klötze dazu gekommen. Nach den Sommerferien beherbergen sie nun etwa 160  Sechstklässler der Sophie-Opel-Schule. Sie erhält mehr Zulauf als alle anderen Schulen in städtischer Trägerschaft. Doch erst wenn die Bagger, die ab Ende des Jahres rollen sollen, voraussichtlich 2022 ihre Arbeit verrichtet haben, erhält die Sophie-Opel-Schule eine dauerhafte Stätte für den Unterricht.

Grau, grau und noch mal grau: Rein optisch machen die Container einen trostlosen Eindruck. Trotzdem sind vor der Grundschule Hasengrund für 2,8 Millionen Euro noch einmal 87 solcher Klötze dazu gekommen. Nach den Sommerferien beherbergen sie nun etwa 160  Sechstklässler der Sophie-Opel-Schule. Sie erhält mehr Zulauf als alle anderen Schulen in städtischer Trägerschaft. Doch erst wenn die Bagger, die ab Ende des Jahres rollen sollen, voraussichtlich 2022 ihre Arbeit verrichtet haben, erhält die Sophie-Opel-Schule eine dauerhafte Stätte für den Unterricht.

Apropos Unterricht. Der ist am Montagmittag gerade vorbei, die Schüler strömen zum Mittagessen in die Mensa. Da ist die Gelegenheit günstig, um mit Direktor Jens Krämer einen Blick in die Klassenzimmer zu werfen. Zu schauen, was sich dort getan hat, seit die Container aufgestellt wurden. Als erstes ins Auge sticht der riesige Bildschirm, dort, wo zu früheren Zeiten die Schiefertafel hing. Jede der sieben sechsten Klassen ist damit seit Beginn des Schuljahres ausgestattet.

Auf den Displays, Kostenpunkt ungefähr 70 000 Euro, können interaktive Präsentationen vorgetragen werden sowie Filme, Videos und Audiodateien in den Unterricht eingebunden werden. Dazu hat die Schule 18  Laptops mit berührungsempfindlichem Bildschirm angeschafft. „Das Digitale spielt bei uns eine große Rolle“, sagt Krämer. Das gilt nicht nur für den Unterricht, sondern auch für organisatorische Abläufe. Für die Lehrer hängen die Vertretungspläne etwa nicht mehr zentral am schwarzen Brett aus, sondern sie werden im Internet hochgeladen, damit sie für alle von überall einsehbar sind. Besonders nützlich sei dies, weil mancher Kollege an mehreren Schulen unterrichte und deshalb nicht immer zugegen sei.

In den Containern hätten sich Lehrer wie Schüler grundsätzlich gut eingelebt. Während der heißen Sommertage sei es in ihnen angenehm kühl gewesen. Das liege auch daran, dass die Vorgaben zur Dämmung von Wänden und Decken ebenso streng seien, wie bei regulären Gebäuden. Unter der Sonne zu leiden hatten einzig die Rollos vor den Fenstern, die sich aufgrund der Hitze verbogen haben. Der Schaden soll über die Garantie des Herstellers abgewickelt werden. Einwandfrei funktioniert der Schallschutz in den neuen Containern. Bei den älteren musste diesbezüglich nachgebessert werden.

Ein großes Problem in dem Provisorium sei der zu kleine Pausenhof. „Die Kinder können ihrem Bewegungsdrang nicht nachkommen“, erzählt Krämer. Angedacht sei deshalb, Gespräche mit der benachbarten Grundschule Hasengrund zu führen, um den Opel-Schülern die Nutzung des dortigen Geländes zu ermöglichen.

Die Grundschule wiederum soll die Container nutzen dürfen, sobald die Opel-Schule in ihre neuen Räume umgezogen ist. Angedacht ist, dort die Mensa für die Grundschüler unterzubringen. Zurzeit müssen die noch in einem ehemaligen Klassenraum zu Mittag essen.

In den Containern gibt es dagegen schon jetzt eine kleine Mensa. Wer sie aufsuchen will, muss zur Mittagszeit lediglich dem Geräusch-Mix aus klirrendem Geschirr und Kinder-Rufen folgen. Das sogenannte Klassen-Essen ist verpflichtend. Die Schüler sollen dabei nicht zuletzt auch Umgangsformen bei Tisch einüben. Die Stimmung ist gut, die Teller mit Kartoffeln, Gemüse und hier und da etwas Fleisch beladen. Zwischen zwei Gerichten, fleischhaltig oder vegetarisch, können die Schüler wählen. Eine Variante müssen sie momentan allerdings noch eine Woche im Voraus wählen. „Da wollen wir flexibler werden“, kündigt Krämer an.

Während er spricht, leert sich der Speisesaal langsam. Gestärkt gehen die Jungen und Mädchen nach dem regulären Unterricht jetzt in die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften. Kunst, Werken, Musik, Sport – alles ist dabei. Dass die grauen Container dafür die Kulisse stellen, scheint die Kinder nicht sonderlich zu stören.

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