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Anklage gegen den Ehemann

Mordversuch mit Benzin und Machete

Von unglaublicher Brutalität spricht die Anklage im Fall eines 41-Jährigen aus Rüsselsheim. Gerade aus der Haft entlassen, soll er seine Frau angezündet haben.

Sieben Tage hielt der Frieden in einem Mehrfamilienhaus in Rüsselsheim. Dann, am 20. September vorigen Jahres, soll ein 41-Jähriger seine Ehefrau mit Benzin übergossen und angezündet haben. Die Frau überlebte schwer verletzt. Am 29. Mai beginnt vor dem Schwurgericht Darmstadt der Prozess gegen den Ehemann. Er ist des versuchten Mordes und schweren Brandstiftung angeklagt.

Die Gesetzeshüter zeichnen ein unglaubliches Bild. Der 41-Jährige soll, nach längerer Zeit mit festem Wohnsitz im Knast, nach seiner Entlassung von dort einfach in die Rüsselsheimer Wohnung zu Frau und vier Kindern gezogen sein. Zuerst verhielt er sich auch friedlich. Doch das währte nicht lange, so die Anklage.

Schnell kam es zu erheblichen Spannungen zwischen den Noch-Eheleuten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, schnell den Entschluss gefasst zu haben, seine Frau umzubringen. Seine Vorbereitungen seien auf deren sicheren Tod hinausgelaufen. Der 41-Jährige beschaffte sich nämlich laut Anklage eine Machete sowie einen Benzinkanister mit dreieinhalb Litern Sprit. Am 20. September soll er dann morgens die Machete unter dem Bett hervorgeholt und seine Frau angegriffen haben. Zudem soll er sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben.

Als sie nach etwa einer halben Stunde wieder zu sich kam, so die Anklage, versuchte der Ehemann erneut, sie zu erwürgen. Verzweifelt setzte sich die Frau zur Wehr. Dann soll der 41-Jährige sie mit Benzin übergossen und angezündet haben. Er selbst soll aus dem Schlafzimmer geflüchtet sein und die Tür von außen zugehalten haben. Die am ganzen Körper brennende Frau schrie vor Schmerz und Panik. Nach einiger Zeit, so die Anklageschrift, sah der 41-Jährige nach der brennenden Frau und löschte schließlich das Feuer. Das Opfer erlitt schwerste Verbrennungen am ganzen Körper. Über 60 Prozent der Haut an ihrer gesamten Körperoberfläche waren verbrannt. Sie musste in einer Spezialklinik für Verbrennungsopfer behandelt werden. Dort lag sie fast zwei Monate im Koma. Den Brandschaden in der Wohnung schätzte die Feuerwehr auf rund 50 000 Euro.

Die 11. Große Strafkammer am Landgericht Darmstadt hat fünf Verhandlungstage angesetzt. Am 22. Juni soll das Urteil gefällt werden. sc

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