Ostercamp des SC Opel

Die Muskeln und den Kopf trainieren

Bereits zum sechsten Mal veranstaltete der SC Opel in der Woche nach Ostern sein beliebtes Fußballcamp. Doch dabei stand nicht nur Kicken auf der Agenda.

Die Hälfte der 41 Teilnehmer des SC Opel Ostercamps hat es sich am Mittwoch auf roten Kissen inmitten der Stadtbücherei gemütlich gemacht. Wohlig liegen die Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren vor den Tischen und Stühlen auf dem Boden und lauschen gespannt der Lesung des Mainzer Kinderbuchautors Thilo. „Kommt, wir gähnen einmal ganz laut“, fordert dieser alle auf. „Das entspannt!“

Gerne folgen die Jungen und Mädchen der Bitte des Autors, sie recken und strecken sich, als ob sie gerade erst aufgewacht wären. „Jetzt könnt ihr mir gut bei der Lesung des nächsten Kapitels zuhören“, meint Thilo und liest weiter aus seinem Buch „Wir wollen ins Finale! Noahs großer Traum“ vor. Natürlich geht es in der Geschichte um Fußball, genauso wie beim morgendlichen Teil des Camps, das der Fußballverein bereits zum sechsten Mal in der Woche nach Ostern veranstaltet.

Morgens Fußball

„Jeden Morgen trainieren wir bis zum Mittagessen auf unserer Vereinsanlage“, informiert der Organisator und Jugendleiter des Vereins, Franco Bertino. „An dem Camp nehmen nicht nur Kinder aus dem Club teil. Es machen auch Jugendliche aus Nauheim mit und Kids, die sonst gar kein Fußball im Verein spielen.“

Das SC Opel Fußballcamp sei etwas ganz Besonderes und unterscheide sich von den Ferienangeboten anderer Vereine, betont der Jugendleiter. „Wir verbinden den Sport mit anderen Aktivitäten, die den Kopf noch mehr fordern.“ Zwar sei beim Fußball ebenfalls strategisches Denken gefragt. Doch mithilfe des Camps wollen die Organisatoren den Kindern auch vermitteln, dass „sportliche Bewegung und Denk-Aktivitäten keine Gegensätze sind“, sagt Bertino. So gebe es nach der Trainingseinheit am Morgen jeden Nachmittag ein anderes Programm.

Am Dienstag hatten die jungen Fußballer – neben 39 Jungen nehmen zwei Mädchen an dem Camp teil – nachmittags das Strategiespiel „Karuba“ erlernt. Am Donnerstag besuchte die Gruppe die Commerzbank-Arena und erhielt eine Führung durch das Stadium. Am Freitag, dem letzten Tag des Camps, dominierte ausschließlich der Sport: „Wir waren auf dem Platz und haben ein kleines Turnier gespielt. Alle Kinder bekamen zum Abschluss eine Urkunde und einen Pokal“, so Bertino.

„Seit sechs Jahren kommen wir auch immer an einem Nachmittag in die Bücherei, auch wenn das Motto jedes Jahr ein anderes ist“, informiert der Jugendleiter weiter. Neben einer Lesung erhielten die Kinder eine Einführung in das Verleihsystem und eine Ausleihkarte der Bücherei, sagt die stellvertretende Leiterin der Bibliothek, Eva Süßmilch. Das Thema der jeweiligen Lesung sei immer Fußball.

Thilo liest den Kindern mittlerweile aus seinem Buch die Geschichte vom Probetraining von Noahs Freund Eule vor, der es unbedingt in die Fußballmannschaft schaffen möchte. Auch nach einer Stunde hören die meisten der Nachwuchs-Kicker dem Autor noch gespannt zu. Einige haben zwar ein Problem damit, eine bequeme Position auf dem Fußboden zu finden. Aber alle lauschen andächtig, auch wenn sie sich ab und an etwas herumwälzen.

Anreiz zum Weiterlesen

„Was glaubt Ihr, schafft Eule es, in die Mannschaft aufgenommen zu werden?“, fragt der Autor in die Runde, nachdem er seine Lesung beendet hat. „Das kannst Du uns doch sagen“, meinen die Kinder und blicken Thilo erwartungsvoll an. Der antwortet schelmisch: „Das habe ich vergessen. Aber ihr könnt es doch selbst herausfinden. Leiht mein Buch hier in der Bücherei aus oder kauft es Euch.“

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