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Über die Kreissparkasse Groß-Gerau und ihren Mitarbeiter wird mittlerweile bundesweit diskutiert.

Großes Echo bundesweit

Nach AfD-Lob über Dienst-Account: Kreissparkasse kommt nicht zur Ruhe

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Immer mehr Medien berichten über die Beurlaubung eines Sparkassen-Mitarbeiters. Der Stellungnahme des Geld-Instituts widerspricht ein Twitter-Nutzer.

Die Wellen um den beurlaubten Mitarbeiter der Kreissparkasse (KSK) schlagen höher. Inzwischen haben auch überregionale Medien das Thema aufgegriffen, darunter Spiegel Online, eines der reichweitenstärksten Nachrichtenportale Deutschlands. Das Echo hatte bereits in seiner Mittwochausgabe über den Vorfall berichtet.

Was war passiert? Der Kreissparkassen-Immobilienmakler hatte die AfD in einer Firmenmail als „einzig wahre Partei“ bezeichnet. Das schickte er dem SPD-Politiker Christopher Lauer, der die Zeilen beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte. Die Dienstmail wurde hundertfach geteilt und erreichte so Tausende Menschen in ganz Deutschland. Die Kreissparkasse beurlaubte den Mann.

Lauer, der die Auseinandersetzung mit seiner Veröffentlichung ausgelöst hatte, sagte dem Echo am Donnerstag: „Ich kriege einen anonymen Anruf nach dem anderen.“ Auch per Mail werde er angegangen. „Bestimmt zwei- bis dreihundert Stück.“ Die Absender kommen nach Lauers Einschätzung aus dem rechten Spektrum. Der Inhalt der Mails: „Empörung und Drohungen.“ Letztere leite er an die Polizei weiter.

Lauer legte am Telefon gegen den Kreissparkassen-Mitarbeiter nach. Dieser werde von den Rechten instrumentalisiert. „Wenn er sich auch nicht aktiv beteiligt, so billigt er das. Das macht die Betroffenheit unglaubwürdig.“ Damit meinte Lauer unter anderem die Tweets eines Accounts, der am Dienstag bei Twitter auftauchte. Der Nutzer gab sich als Tochter des Betroffenen aus. Ob das der Wahrheit entspricht, konnte das Echo nicht klären.

Lauer ging davon aus, dass der Account „in irgendeiner Art und Weise mit dem Herrn zusammenzuhängen scheint“. Er, Lauer, habe dem Sparkassen-Mitarbeiter am Dienstag eine E-Mail geschrieben, auf die sich später der Nutzer hinter dem Account bezogen habe.

Der Nutzer berichtete ferner von einem „Spießrutenlauf, dem auch der Rest der Familie ausgesetzt“ gewesen sei. In einem weiteren Tweet wurde Lauer „Selbstüberschätzung“ vorgeworfen, dazu das Hashtag #dasnetzvergisstnie. Außerdem widersprach der Nutzer der Darstellung der Kreissparkasse. Diese hatte in einem offiziellen Statement geschrieben, man habe „einvernehmlich vereinbart, dem Mitarbeiter ein paar Tage Urlaub zu gewähren“.

Die zwei Sätze kurze Meldung erschien am Mittwochabend. Bereits am Dienstag hatte der Nutzer behauptet, der Immobilienmakler sei freigestellt worden. Diesen Vorwurf bekräftigte der User Mittwochnacht – also nachdem die Sparkasse sich geäußert hatte. Er schrieb: „Schade das Sie in Ihrem Statement nicht erwähnt haben, dass er gestern erst freigestellt wurde und erst seit heute Mittag im einvernehmlichen Urlaub befindet.“ In einem weiteren Tweet stand, dass der Mitarbeiter „einen bekannten Medienfernsehanwalt eingeschaltet hat“. Auch Christopher Lauer hat bereits Anwälte um Rat gefragt.

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