Ellen Eichelhardt initiiert Unterstützung für Familie, die beim Hochhaus-Feuer ihre Wohnung verlor

Nachbarn rücken nach Brand zusammen

Eine Welle der Hilfsbereitschaft zugunsten der Familie, deren Wohnung am Montag bei einem Brand zerstört wurde, läuft seit Anfang dieser Woche durch die Hochhäuser in der Thomas-Mann-Straße.

Nachbarn rücken zusammen, Bekannte organisieren das Nötigste, und selbst wer das von einem Wohnungsbrand betroffene Paar mit zwei kleinen Kindern nicht kennt, versucht zu helfen. In Schwung gebracht hat die Unterstützungsaktion Ellen Eichelhardt.

Die Frau, die im selben Gebäudekomplex mit ihrem Mann wohnt, hat bereits am Abend nach dem für die Wohnung verheerenden Brand begonnen, Nachbarn und Mitbewohner zu Spenden aufzurufen. Ellen Eichelhardt nutzt dafür unter anderem eine Nauheimer Facebook-Gruppe. Auf ihren Appell, der Familie irgendwie unter die Arme zu greifen, haben sich inzwischen reihenweise Leute gemeldet. Mehrere Bürger bieten bereits Möbel, Kleider und Geschirr an.

Auch im Hochhaus war sie unterwegs und hat fleißig gesammelt. Am Mittwochmittag hatte sie 290 Euro zusammen getragen.

Als sie davon berichtet – immer noch unangenehm berührt, wie schnell ein solches Unglück passieren kann – trifft sie Patricia Saladin. Sie ist Hausmeisterin in dem in sechs Türme aufgeteilten Gebäudekomplex, der in den frühen 1970er Jahren errichtet wurde und in Nauheim einmalig blieb. „163 Familien und Alleinstehende wohnen hier“, berichtet Saladin. Sie schlägt Eichelhardt vor, einen Aushang zu verfassen, der in allen Eingängen des Wohnkomplexes aufgehängt wird. Darauf könnten die Bewohner zu Spenden aufgerufen werden. Eichelhardt werde dadurch entlastet. Sie hatte vor, überall zu klingeln und ihr Anliegen vorzutragen.

Das Unglück ist bei den Hausbewohnern nach wie vor Thema Nummer eins. Die Familie war nicht zu sprechen, weil nach den schlimmen Ereignissen, zum Glück ohne Verletzte, Polizei, Kripo und Versicherungsvertreter Schlange standen, um sich über die Ursache klar zu werden. Die betroffene Mutter habe erzählt, dass womöglich ein Topflappen auf eine ausgeschaltete, aber immer noch heiße Herdplatte gefallen sein könnte, als sie nicht zu Hause war. Das könne die Ursache des Brandes gewesen sein, wird nun vermutet – freilich ohne offizielle Bestätigung. Wie berichtet, war es zu einem Schaden von rund 150 000 Euro gekommen.

„Auch die Gemeinde hat Hilfe angeboten“, berichtet Bürgermeister Jan Fischer (CDU). Es sei möglich, dass die bislang privat untergekommene Familie vorübergehend eine leerstehende Wohnung im Sportparkgebäude nutze, sagte er. Es müsse noch abgewartet werden, welcher Bedarf sich nach Klärung der versicherungsrechtlichen Fragen ergebe. Klar sei, dass die Betroffenen nicht in die normale Obdachlosenunterkunft einquartiert werden können, vor allem mit Rücksicht auf die kleinen Kinder.

Eichelhardt jedenfalls ist froh, dass sie schon etwas bewegen konnte. Sie ist auch stolz auf die hilfsbereiten Mitbewohner und würde sich freuen, wenn noch mehr Spenden eingingen. „Wir sind hier eine Riesenfamilie, und Familien halten zusammen“, betont die Frau mit Blick auf das Hochhaus.

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