Sanaa Boukayeo zieht sich nach fast zehn Jahren aus der kommunalpolitischen Arbeit zurück. FOTO: Noll
+
Sanaa Boukayeo zieht sich nach fast zehn Jahren aus der kommunalpolitischen Arbeit zurück.

Parteien

Nächster Paukenschlag bei der Rüsselsheimer SPD

  • Olaf Kern
    VonOlaf Kern
    schließen

Fraktionsspitze zieht sich zurück - Boukayeo und Tollkühn legen ihre Ämter nieder.

Rüsselsheim -Überraschend haben am Dienstagabend die SPD-Fraktionsvorsitzende Sanaa Boukayeo sowie der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Tollkühn mitgeteilt, dass sie von ihren Ämtern zurücktreten. Gleichzeitig geben sie ihre Mandate in der Stadtverordnetenversammlung auf. Die Fraktion verliert damit ihre zwei wichtigsten Köpfe in der kommunalpolitischen Arbeit. Boukayeo ist seit 2013 in der SPD und war bei der Kommunalwahl im März als Spitzenkandidatin in Rüsselsheim für ihre Fraktion angetreten. Tollkühn hatte auf Platz zwei der Liste gestanden und hatte erst vor wenigen Wochen seinen Rücktritt im Rüsselsheimer Parteivorstand erklärt, zusammen mit dem damaligen Ortsvereinsvorsitzenden Nils Kraft.

"Wir sind bei der Kommunalwahl 2021 mit dem Ziel angetreten, auch weiterhin Verantwortung in Rüsselsheim zu übernehmen und die Politik in Rüsselsheim aktiv mitzugestalten", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Und weiter: "Leider mussten wir wiederholt feststellen, dass Anstrengungen der Fraktionsführung systematisch von wenigen Einzelakteuren hintertrieben wurden. Im Hinblick auf die Sondierungsgespräche, die alle mit Mehrheitsentscheidungen von Partei und Fraktion getragen wurden, finden nunmehr Legendenbildungen statt, die wenig mit der Realität zu haben, sondern vielmehr von persönlichen Interessen geleitet sind. Diese Kampagne gipfelte in einigen Äußerungen auf der Mitgliederversammlung, die weitestgehend unwidersprochen blieben."

"Wir sind uns im Klaren, dass im politischen Geschäft mit einem gewissen Maß an Unlauterbarkeit zu rechnen ist - und wir waren die vergangenen Jahre bereit, das zu akzeptieren." Allerdings sei mittlerweile ein Maß erreicht, welches nicht mehr akzeptabel sei. "In Anbetracht dieser Situation stellen wir fest, dass der zugrundeliegende Konflikt nicht aufgelöst werden kann und müssen aus den Vorgängen der letzten Wochen schließen, dass der nötige Rückhalt in unsere Personen nicht mehr vorhanden ist."

"Als Kommunalpolitiker war der Einsatz für unsere Heimatstadt und die SPD in den vergangenen Jahren mit großem persönlichem Engagement verbunden. Eine Fortführung der internen Machtkämpfe bringen weder unserer Stadt, noch der SPD einen Nutzen. Deshalb ziehen wir nunmehr die persönlichen Konsequenzen aus dieser verfahrenen Situation und legen unsere Mandate in Rüsselsheim nieder", heißt es abschließend. ok

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare