Klirrende Flaschen

Wer in der Nähe eines Altglascontainers wohnt, braucht starke Nerven

Wer Altglas am Wochenende oder in der Nacht entsorgt, stört meist die Anwohner mit dem Klirren der Flaschen – „zumutbar“, meint die Stadt.

Eigentlich ist der Hinweis eindeutig und verständlich: „Einwurfzeiten Montag bis Samstag 8 bis 13 Uhr und 15 bis 20 Uhr. An Sonn- und Feiertagen besteht das Einwurfverbot ganztägig.“ Doch nicht alle halten sich daran. Die Folge: Wird Altglas mitten in der Nacht entsorgt, raubt das damit verbundene Geschepper den Anwohnern mitunter den Schlaf und damit die letzten Nerven. Beispielsweise in der Ginsheimer Eifelstraße. Hier stehen die beiden Altglascontainer in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern.

„Die leeren Flaschen werden oft mitten in der Nacht eingeworfen, außerdem immer wieder an Sonn- und an Feiertagen. Nicht selten kommt noch das Geräusch der Automotoren im Leerlauf hinzu.“ Ein Anwohner will schon gar nicht mehr seinen Namen preisgeben, da er sich bei der Stadtverwaltung mit seinen entsprechenden Hinweisen und Beschwerden bereits die Zähne ausgebissen habe. „Von den derzeit 33 Containerstandorten in Ginsheim-Gustavsburg befinden sich 26 in Wohngebieten, ohne dass es deswegen bisher zu Protesten kam“, teilte Pressesprecher Andreas Klopp mit.

Die Container wohnortnah aufzustellen, sei wichtig, damit möglichst viele Bürger das Sammelsystem nutzen, so Andreas Klopp weiter. In der Eifelstraße gebe es für den Standort zurzeit keine Alternative. „Andere Flächen stehen nicht zur Verfügung, da die entsprechenden Pächter oder Eigentümer das Aufstellen auf ihren Grundstücken ablehnen.“

Andreas Klopp macht darauf aufmerksam, dass es rechtlich zulässig sei, Altglascontainer in Wohngebieten aufzustellen. Der Lärm, der durch das Einwerfen von Glas entsteht, gelte als zumutbar. Verstöße gegen die Einwurfzeiten könne die Stadtverwaltung ahnden, wenn von Zeugen Verstöße mit „belastbaren Angaben“ gemeldet werden. „In diesem Jahr wurden wegen solcher Verstöße in der Eifelstraße in zwei Fällen Bußgelder verhängt“, informierte der Pressesprecher weiter.

Um den Lärm generell zu vermindern, lasse die Duales System Deutschland GmbH als Betreiber der Container diese mit einer besseren Schalldämmung ausrüsten. „Auch in der Eifelstraße wurden zwei solcher Container aufgestellt.“ Klopp verweist zudem darauf, dass der Bürger aus den Altglascontainern einen wirtschaftlichen Vorteil ziehe. „Denn jede Tonne eingesammeltes Glas spart 150 Euro Entsorgungskosten ein und führt somit zu günstigen Abfallgebühren.“ In Ginsheim-Gustavsburg liegen nach Auskunft von Andreas Klopp die jährlich eingesparten Kosten bei 50 000 bis 60 000 Euro.

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