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Die Kanone im Schlepptau hat der Flörsheimer Narrenclub.

Fastnachtsumzug in Rüsselsheim

Narren ziehen durch die Stadt

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Etwa 2500 Zuschauer verfolgten den Fastnachtsumzug durch die Innenstadt. Das waren sicher weniger, als sich die Veranstalter erhofft hatten. Mit 45 Zugteilnehmern war der Zug wohl so kurz wie nie. Die Stimmung am Opel-Altwerk und rund um den Marktplatz war trotzdem gut.

Die Zuschauer stehen in Reihen vor dem Tor des Opel-Altwerks. Die Uhr steht auf 14.11 Uhr, mit Spannung erwarten die vielen kostümierten Kinder und die Erwachsenen, von denen die meisten unverkleidet sind, dass sich der Zug zum 55. Mal in Bewegung setzt. Um Viertel nach zwei ist zwischen den Torbögen immer noch nichts zu sehen. Es fängt an zu nieseln, einige Besucher setzen sich die Kapuzen auf, aber die erste Zugnummer lässt weiter auf sich warten.

Um 14.26 Uhr tritt dann der Rüsselsheimer Carneval Verein (RCV) als erste Gruppe durchs Tor. Den Anfang machen die grün-schwarz gekleideten Bembeljeescher, die Guggemusiker des RCV. Es folgen die Rodeo Nashville Line Dancers und der Flörsheimer Narrenclub, der gleich mit drei großen Motivwagen am Umzug teilnimmt. Auf dem Wagen des FNC-Kindercircus sind die Kleinsten mit dabei – selbst ein Buggy mit seinem kleinen Passagier parkt auf dem Wagendeck. Im Gefährt dahinter singen und tanzen die Teenies, es folgen die älteren Semester im Narrenschiff.

Als einzige Gruppe von weiter weg hat der RCV in diesem Jahr die befreundeten Guggemusiker Ruassgugga aus dem Baden-Württembergischen Reichenbach gewinnen können, die anschließend die Drumsticks schwingen. Die Mitarbeiter der Bischofsheimer Firma Kanalsanierung Mayer haben sich samt Nachwuchs die Hörner aufgesetzt und entern den Fastnachtsumzug als Wikinger. Ein großer Lastwagen dient als Wikingerschiff.

Heiße Kandidaten für den Preis der schönsten Kostüme sind die Rüsselsheimer Rieslingfreunde. Mit Weinreben auf dem Kopf und Pelzumhängen über den Schultern sowie einer Riesen-Rieslingflasche, die einer der Winzerfreunde auf einem Wägelchen hinter sich herzieht, machen sie auch bei ihrer vierten Teilnahme schwer was her.

Zu den Stammgästen des Umzugs gehört der Raunheimer Carneval Club (CCR) mit Roland Gutbrod auf dem Schimmel vor dem Wagen. Friedrich Hirzel, der am Steuer des Lasters sitzt, ist schon mehr als 25 Jahre beim Rüsselsheimer Umzug dabei. Wer den Wagen von innen besichtigt, erkennt eine Besonderheit: „Für die Kleinen haben wir hier eine Toilette eingebaut“, sagt Friedrich Hirzel.

Das Örtchen dürfte allerdings kaum gebraucht worden sein. Mit nur 45 Zugnummern ist der Umzug wohl so kurz wie nie. Nach einer knappen halben Stunde ist das Spektakel schon vorbei. Die Polizei zählt 2500 Zuschauer – das sind nur halb so viele wie im vergangenen Jahr. „Schade, dass es zum Jubiläum nicht wenigstens 55 Zugnummern waren“, bedauert ein Zuschauer.

RCV-Vorstand Sascha Auth macht für die geringe Teilnehmerzahl die kurze Fastnachtskampagne verantwortlich. „Die Termine folgen dicht aufeinander, und es gibt nur wenige Wochenenden, an den Umzüge stattfinden. Wahrscheinlich haben wir deshalb weniger Teilnehmer“, sagt Auth. Oberbürgermeister Patrick Burghardt findet das auch schade, lobt aber die „hervorragende Organisation“ des RCV und sieht dies als Vor-Generalprobe zum Hessentag. „Den Hessentagsumzug wird der RCV nämlich mit organisieren“, sagt Burghardt.

Gerade mit Blick auf den Hessentag hätte sich manch einer etwas mehr Engagement von der Stadt gewünscht. „Warum fährt die Stadt nicht mit einem Motivwagen als Werbung für den Hessentag mit?“, fragt sich beispielsweise Zuschauer Volker Pelz aus Astheim, der selbst schon am Rüsselsheimer Umzug teilgenommen hat.

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