Aus dem alten Gewölbe soll eine luxuriöse Sauna werden, in der sich die Hotelgäste entspannen können.
+
Aus dem alten Gewölbe soll eine luxuriöse Sauna werden, in der sich die Hotelgäste entspannen können.

Hotel-Neubau auf dem Mainblock

„Natürlich sind wir erschrocken“

  • vonRobin Göckes
    schließen

Während das neue Hotel auf dem Mainblock in Rüsselsheim noch in der Planungsphase steckt, sind die Hölls mit ihrer „Mainlust“ schon ein paar Schritte weiter.

Dachdecker befestigen die letzten Schindeln, an allen Ecken und Enden wird gebohrt, gefräst, nach passenden Lösungen für jene Problemchen gesucht, die unvermeidlich auf jeder Baustelle immer wieder auftauchen. Auf der Baustelle der Familie Höll, die dem Hotel „Mainlust“ nebst Restaurant „Mainterrasse“ wieder zu neuem Leben verhilft, ist zwar noch jede Menge zu tun, die Liste jener Dinge, die noch zu erledigen ist, wird aber zusehends kürzer.

„Ich würde noch nicht von einem Endspurt sprechen, dafür ist noch zu viel zu tun“, sagt Gabriele Höll, die Geschäftsführerin der „HIG Höll Immo & Gastro GmbH“. Aber auch sie ist zuversichtlich, dass die Bauarbeiten wohl noch im Spätherbst dieses Jahres abgeschlossen werden können. „Der milde Winter hat uns ganz gut getan, auch wenn der Regen in den vergangen Tagen uns natürlich gestört hat auf der Baustelle. In den kommenden Wochen werden die Fliesen gelegt“, sagt sie.

Ein paar Meter weiter, auf der anderen Seite der Mainstraße, wird es noch länger dauern, bis die Bauarbeiter anrücken. Dafür müssen sie schließlich erstmal beauftragt werden. Entstehen soll aber auch dort ein Hotel (wir berichteten). Und zwar nach Möglichkeit bis zum Hessentag 2017. 120 Zimmer, Vier-Sterne-Standard und eine Brauerei sind geplant.

Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) ist sich sicher, dass die beiden Hotel- und Gastronomiestandorte in direkter Nachbarschaft voneinander profitieren können. Und die Hölls? Sind die auch so zuversichtlich? „Als wir das erste Mal von den Plänen gehört haben, sind wir natürlich erschrocken. Für uns ist der Wiederaufbau der Mainlust schließlich eine riesige Aufgabe“, sagt Gabriele Höll.

Das sei allerdings gewesen, lange bevor die breite Öffentlichkeit von den Plänen erfuhr. „Es konnte sich setzen, wir haben mehrfach mit dem Oberbürgermeister, mit dem Projektentwickler und auch mit dem Investor gesprochen“, berichtet Höll. Inzwischen kommt die Unternehmerin zu einem wohlwollenden Fazit. „Wir sind der Meinung, dass das zusätzliche Hotel für die Stadt eine gute Sache ist. Und um die Entwicklung der Stadt geht es doch letztlich“, sagt sie. Wäre sie zu dem Ergebnis gekommen, dass die neue Nachbarschaft für sie „ganz schlecht ist, dann hätten wir uns auch mit Händen und Füßen gewehrt.“

Die Hölls haben sich also mit der Idee angefreundet. „Der Bedarf wird da sein. Die Region wächst zusammen, und der Platz in Rüsselsheim ist begrenzt. Also müssen wir aus dem, was wir haben, das Maximum herausholen“, sagt Gabriele Höll. Zudem gehe sie davon aus, dass sich die Zielgruppen für die beiden Hotels nicht unbedingt überschneiden werden. „Wir werden ein Boutique-Hotel, werden großen Wert auf einen engen Kontakt zu unseren Gästen legen, die Zimmer werden individuell gestaltet.“ Und auch gastronomisch seien Überschneidungen zu dem Brauhaus-Konzept auf der anderen Straßenseite unwahrscheinlich.

Die Hölls schauen also auf sich, verfolgen ihr Konzept weiter. „Derzeit sind wir oft auf Messen unterwegs, suchen die passende Inneneinrichtung aus“, sagt die Firmenchefin. Der Weinkeller in einem alten Gewölbe nimmt genauso Gestalt an wie die Skybar mit Blick auf den Main. Am weitesten sind die Bauarbeiten im Gästehaus im Innenhof vorangeschritten. Dort sind die Elektroinstallationen bereits weitestgehend abgeschlossen.

Platz wird auch für Gäste geschaffen, die länger bleiben möchten als nur für ein paar Nächte. Die Wände sollen übrigens später einmal unter anderem Drucke alter Landschaftsbilder schmücken, die die Stadtansicht Rüsselsheims von der Mainseite aus zeigen – inklusive der ursprünglichen Mainlust. Die hatte damals übrigens kein weiteres Hotel als Nachbar, sondern eine Brauerei.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare