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Ein Negativbeispiel für einen Hausgarten, der nicht naturnah und nachhaltig ist, hat der Obst- und Gartenbauverein in der Weingartenstraße entdeckt.

Obst- und Gartenbauverein

Naturfreundlicher Garten: Grüne Oasen anstelle steinerner Wüsten

Palmen in großen Töpfen, einige Stauden und ansonsten Steine. Überall Ziersteine. Gemessen an den Kriterien des Obst- und Gartenbauvereins wird das Rathaus kaum einen Preis gewinnen.

Wer hat den nachhaltigsten naturnahen Hausgarten? Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) hat einen Wettbewerb ausgeschrieben, um mehr Bewusstsein für die Natur zu schaffen. Dabei gibt es 500 Euro zu gewinnen.

Der Verein wolle darauf aufmerksam machen, dass immer mehr Gärten auf eine Weise umgestaltet werden, die alles andere als natürlich sei. Pflanzen weichen Steinen, so dass die Mühe mit dem Schneiden, Gießen und Düngen entfällt, erklärt OGV-Vorsitzender Herbert Vogel. Er kennt Ursachen. Und bringt Verständnis auf, wenn ältere Menschen die Arbeit mit dem Garten vor Wohn- und Schlafzimmer scheuen, weil sie es beim Bücken im kreuz zwickt. Mit Argwohn beobachtet er allerdings, dass die Zahl von Steingärten rasant zunehme und zwar auch an Häusern oder vor Wohnungen, in denen bekanntermaßen jüngere Menschen leben. „Das ist wie eine Epidemie und hässlich wie die Nacht“, klagt Vogel.

Wie das aussieht, lässt sich bei einem Spaziergang durch Nauheim leicht feststellen. Die Steingärten sehen gepflegt aus, meist sind für jeden Passanten erkennbar Muster gelegt. Oft wirken die Anlagen professionell gestaltet. Tatsächlich hätten Betriebe ein Geschäft daraus gemacht und böten sich an, Gärten entsprechend zu verwandeln, bedauert Vogel.

Bei dem kleinen, eher trostlosen Streifen vor dem Rathaus dürfte es sich um Pragmatismus handeln. Zumal es dort im Sommer zwischen den Steinen auch munter blüht, wie auch am Kreisel zwischen Ostumgehung und Rüsselsheimer Straße. Die Gärtnerkolonne des Bauhofs, die für die kommunalen Flächen zuständig ist, beherrscht es, wunderschöne Hingucker zu gestalten.

Solche Fähigkeiten will der OGV auch bei den Bürgern herauskitzeln und fördern. Der Verein sucht im Rahmen seines 125-jährigen Bestehens den nachhaltigsten naturnahen Hausgarten. Der Verein geht aber noch einen Schritt weiter, es soll nicht nur schön aussehen. „Unter ,naturnah’ verstehen wir, dass standortgerechte, heimische Pflanzenarten verwendet werden, die ein biologisches Zusammenwirken mit Nutzinsekten, Amphibien und Vögeln ergeben“, erläutert der Vorsitzende.

Dem Gewinner winken 500 Euro und eine kostenlose Mitgliedschaft im OGV für ein Jahr. Wer an dem Wettbewerb teilnehmen möchte, kann an den Verein per E-Mail (ogvnauheim@gmail.com) bis zu vier aussagekräftige Fotos senden. Wer den Postweg nutzt, schickt seine Fotos an den Herbert Vogel, Gartenstraße 1a in 64569 Nauheim.

Hausgärten, die anhand der Fotos in die engere Auswahl kommen, werden von einer Fachkommission vor Ort begutachtet. Die Preisverleihung ist für den 20. September 2019 vorgesehen, wenn der Verein seine 125-Jahrfeier begeht. Vereinsmitglieder sind allerdings von der Teilnahme ausgeschlossen.

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