Jagdpächter Hans Metz ist besorgt über den Zustand des Waldes. Er hat jetzt mehrere Hundert Quadratmeter indisches Springkraut beseitigt, zuvor aber Rücksprache mit Behörden gehalten.
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Jagdpächter Hans Metz ist besorgt über den Zustand des Waldes. Er hat jetzt mehrere Hundert Quadratmeter indisches Springkraut beseitigt, zuvor aber Rücksprache mit Behörden gehalten.

Bauernorchidee aus dem westlichen Himalaya

Wie der Nauheimer Jagdpächter sich gegen Springkraut wehrt

Indisches Springkraut hat sich im Nauheimer Wald ausgebreitet. Jetzt schlägt Jagdpächter Hans Metz Alarm. Nach ausgiebigen Recherchen hat er eingegriffen.

Fachmagazine und Homepages im Internet, die sich vorrangig mit Pflanzen beschäftigen, warnen vor dem Indischen Springkraut, das auch Drüsiges Springkraut genannt wird (botanisch: Impatiens glandulifera). Damit einher geht meist ein dringender Rat: Die Pflanze solle bekämpft werden.

In der Hundsschneise des Nauheimer Unterwalds habe im Sommer das Indische Springkraut massiv zugenommen, berichtet Hans Metz, zu dessen Jagdpacht der Geländestreifen gehört. Er stutzte, als er entdeckte, was dort auf einigen Hundert Quadratmetern angewachsen war. „Ich bin von Gärtner zu Gärtner gegangen, um erst einmal rauszukriegen, um was es sich handelt“, erzählt er.

Nach mehreren Anlaufstationen erfuhr er, dass es sich um Springkraut handelt. Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze dränge die heimische Flora von seinen angestammten Plätzen zurück, erfuhr Metz von Experten. Die rosafarbenen Blüten sehen zwar schön aus, die Pflanze vermehre sich aber rasch. Eine einzige Pflanze produziere mehrere Tausend Samen und verschleudere diese in einem Umkreis von etwa sieben Meter, gibt Hans Metz sein Wissen weiter. Großflächig gehe neues Springkraut auf. Was tun? Die Ratschläge, die der Jagdpächter erhielt, waren eindeutig: „entfernen“. Der naturverbundene Mann war vorsichtig, ließ sich weiter beraten, fühlte sich aber bestärkt, nachdem die für Jäger interessante Fachzeitschrift „Wild und Hund“ in ihrer Oktober-Ausgabe auf das Thema einging. Im Editorial werden die Dominanzverhältnisse beschrieben und bestätigt, was Metz auch schon zuvor erfahren hat, nämlich vom Umweltministerium des Landes Hessen. Tatsächlich habe sogar die Europäischen Union dem Gewächs neben 48 anderen invasiven Tier- und Pflanzenarten per Verordnung den Kampf angesagt, sagte man ihm.

„Das war unmissverständlich. Der Zuständige im Ministerium hat mir gesagt: vernichten.“ Eine Methode sei, das Kraut auszurupfen. Die Ausbreitung in der Hundsschneise sei aber schon so weit fortgeschritten, „dass ich dazu 20 Mann Hilfe gebraucht hätte“, berichtet Metz. Also entschied er sich für einen großflächigen Mäheinsatz und hofft nun, dass sein Eingriff tiefgreifend genug gewesen ist.

Das Springkraut lasse sich verhältnismäßig einfach bekämpfen, heißt es, da es einjährig ist und sich eben über Samen verbreitet. Mit einer tiefen Mahd werde die weitere Ausbreitung verhindert, informieren einschlägige Internetseiten. Wer dagegen vorgehe, sollte dies allerdings vor der Samenreife erledigen, betont beispielsweise die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg.

Die Kosten für den Arbeitseinsatz trägt der Jagdpächter aus der eigenen Tasche. Ihm sei der Aufwand gleich, es gehe ihm um den Wald und die heimische Natur, so schön die Pflanze auch blühe. Und da er sogar vom Hessischen Umweltministerium grünes Licht erhalten hatte, ist sich Metz gewiss, richtig gehandelt zu haben.

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