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Da freut sich der Nachwuchs: 20 neue Handbälle in Größe Null kommen demnächst bei ihrem Training zum Einsatz.

Für Intergrationsarbeit ausgezeichnet

Neue Bälle für die Nachwuchssportler

Beim Wort Integration denken die meisten derzeit zuerst an Geflüchtete. Doch es gibt auch andere wichtige Integrationsprojekte. Die Handballer der TG gehen dabei seit 2015 mit gutem Beispiel voran.

20 nagelneue Handbälle, fröhlich bunt und in Größe Null, passend für die kleinen Hände der Kinder, erleichtern seit kurzem das Integrationsprojekt der Handballer der Turngemeinde (TG) Rüsselsheim. Jugendleiter Andreas Zimmer freut sich: „Die Bälle kommen an die Schulen und bleiben dort. Jetzt muss ich die Bälle nicht immer hin und her tragen.“

Seit 2015 setzen sich die Handballer bewusst für soziale Teilhabe und Integration ein. Ihr Ziel sei es, möglichst viele Kinder und Jugendliche für den Handball zu begeistern, auch solche, die bislang keinen Zugang dazu gefunden haben, erklärt Zimmer. Dabei solle die Herkunft und die finanzielle Familiensituation keine Rolle spielen. „Wir wollen, dass sich alle Kinder bei uns wohl und willkommen fühlen“, sagt er.

Mit seinem Team leitet Zimmer mittlerweile an drei Grundschulen sowie an der Sophie-Opel-Schule in Rüsselsheim Handball-AGs. So seien die Kinder mit den Trainern vertraut und der Übergang in den Verein falle leichter.

Als Anerkennung für dieses Engagement erhält die Handballabteilung der TG Rüsselsheim erneut die Auszeichnung als anerkannter Stützpunkt im Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS). Damit zählt die TG zu den knapp 100 Vereinen hessenweit – von insgesamt fast 8000 –, die so gewürdigt werden.

Zur Übergabe von Plakette, Urkunde und den neuen Bällen ist Volker Rehm von der Sportjugend Hessen zum Training der Nachwuchshandballer in der Sporthalle der Heinemann-Schule erschienen. Er begleitet und berät das Projekt, denn: „Neue Aufgaben bringen auch neue Probleme mit sich.“ Im Vergleich zum Fußball und anderen Sportarten sei Handball bei vielen Kindern, gerade mit Wurzeln im Ausland, weniger bekannt, berichtet der erfahrene Sportfunktionär.

„Das wichtigste für uns ist, allen die Möglichkeit zur geben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“, pflichtet ihm Zimmer bei. Dass das nicht nur hohle Phrasen sind, davon legen die zehn Schul-AGs Zeugnis ab, die er mit seinem Team mittlerweile betreut.

Zudem wurden mehr Trainingszeiten der Handballer in die Großsporthalle und die Dicke-Busch-Halle gelegt, um den dort lebenden Kindern kurze Wege zur Halle zu ermöglichen. Ein spezielles Fördertraining, Handballcamps in den Ferien und Ausflüge zu Bundesligaspielen runden das Programm der Sparte ab.

„Es schlägt an“, sagt Zimmer, befragt zu den bisherigen Erfahrungen. Rund 20 bis 30 Prozent des Nachwuchses komme mittlerweile aus den sozialen Brennpunkten. „Somit spiegelt sich der Bevölkerungsdurchschnitt in unseren Mitgliedern viel mehr wider“, sagt der Jugendleiter zufrieden.

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