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Rüsselsheim - Ein hochwertiges Printprodukt soll das Magazin "Das neue Rüsselsheim" sein, das derzeit vom Freien Kunst- und Kulturverein (FKK) geplant wird. Ein analoger Rückzugsort zum Stöbern, zur Auseinandersetzung mit der lokalen Kulturszene in Zeiten, die für alle belastend sind.

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"Das neue Rüsselsheim" gibt nicht klein bei

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Nur 1500 Euro? Die Fördersumme aus dem Rathaus für ein Stadtmagazin sorgt für Unverständnis beim Freien Kunst- und Kulturverein (FKK). Die Mitglieder wittern Vorbehalte, wollen aber unbeirrt an ihrem Projekt festhalten.

Rüsselsheim-Ein hochwertiges Printprodukt soll das Magazin "Das neue Rüsselsheim" sein, das derzeit vom Freien Kunst- und Kulturverein (FKK) geplant wird. Ein analoger Rückzugsort zum Stöbern, zur Auseinandersetzung mit der lokalen Kulturszene in Zeiten, die für alle belastend sind.

Dafür haben die FKK-Verantwortlichen Geld bei der Stadt beantragt, die Kreative explizit dazu aufgefordert hatte, förderungswürdige Ideen einzureichen.

Planungssicherheit für sieben Ausgaben in überschaubarer Auflage von je 500 Exemplaren wollte man gerne haben. Mit den beantragten 7200 Euro sei die Fördersumme schon recht hoch gewesen, räumt Simone Diehl vom FKK ein. "Wir sind nicht von einer Vollfinanzierung ausgegangen. Aber mit der Grundlage für wenigstens drei bis vier Ausgaben haben wir gerechnet", sagt sie.

Dass die Stadt letztlich nur 1500 Euro geben will, ist den Vereinsmitgliedern unverständlich. Denn das Fördergeld wäre nicht nur für die Produktionskosten verwendet worden - 500 Euro pro Ausgabe hätten als Honorar für die in den Magazinen präsentierten Künstler fungiert. Damit sollte "ein Zeichen der Solidarität und Unterstützung in pandemiebedingt einkommensschwachen Zeiten" gesetzt werden, heißt es in einer Pressemeldung des FKK.

Sponsorensuche ist "unvorstellbar"

Geht es nach der Stadt, soll der FKK mit der ersten Ausgabe den Grundstein für eine sponsorenfinanzierte Weiterproduktion legen. Damit wolle man vermeiden, dass eine städtische Finanzierung den "Schein einer gegenseitigen Beeinflussung" erwecken könnte, heißt es im Bewilligungsschreiben von Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne), das dieser Zeitung vorliegt.

Dieses Argument ist für Simone Diehl schwer nachvollziehbar. "Es soll offenbar nicht so aussehen, als würde das Heft von der Stadt gesteuert", sagt sie. "Wir fragen uns, ob das für andere von der Stadt unterstützten Kulturinstitutionen und -vereine auch so gilt." Eine Finanzierung mit Hilfe von Sponsorengeldern sei derzeit unvorstellbar. "In der derzeitigen Situation ist es für ein Kunst- und Kulturmagazin einfach nicht möglich, Sponsoren zu suchen", so Diehl weiter. Weil bisher kaum Förderanträge eingegangen sind, verstehe man die Zurückhaltung nicht.

"Der Eindruck, dass es formulierte Vorbehalte dem FKK gegenüber gibt, drängt sich auf. Ich finde es schade, wenn dem so wäre", so Diehl weiter. Möglicherweise, mutmaßt sie, fehle es an Vertrauen. "Aber dann hätte ich mir gewünscht, dass man auf uns zukommt und mit uns über das Projekt spricht. Wir sind nicht ganz bequem, aber man kann immer mit uns reden."

Die erste Ausgabe ist in Arbeit

Dass im Bewilligungsschreiben keine Möglichkeit geboten wird, nachzuverhandeln, sei bedauerlich. Mit einem Antwortschreiben an Bürgermeister Grieser und die Kultursteuerung habe man das nun trotzdem versucht. Eine Antwort gab es bisher nicht.

Unabhängig vom Ausgang der Sache arbeite man nun natürlich trotzdem an der ersten Ausgabe. "Wir machen erst einmal, was mit dem zugesicherten Geld geht", sagt Diehl. Vom Konzept sind die Macher nach wie vor überzeugt. Von Stella Lorenz

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