Interessiert an der Zukunft der Jugendverkehrsschule und den Umbauarbeiten zeigt sich die Rüsselsheimer SPD bei ihrem Besuch mit Baudezernent Nils Kraft (Mitte).
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Interessiert an der Zukunft der Jugendverkehrsschule und den Umbauarbeiten zeigt sich die Rüsselsheimer SPD bei ihrem Besuch mit Baudezernent Nils Kraft (Mitte).

Renovierung ist fast abgeschlossen

Neue Technik für die Jugendverkehrsschule

Rechtzeitig zum Schulbeginn nach den Sommerferien öffnet die dann frisch sanierte Jugendverkehrsschule wieder. Die SPD-Fraktion informierte sich am Montagabend über den Stand der Dinge auf der Baustelle.

Von DIRK WINTER

Noch wird an und in dem Gebäude am Rande des Ostparks gearbeitet. Aber die gut vierwöchige Sanierung der Adam-Opel-Jugendverkehrsschule neigt sich dem Ende entgegen. Bis Freitag – und damit rechtzeitig zum Schulbeginn – soll die städtische Einrichtung fertig modernisiert sein, versprach Clemens Swidurski, städtischer Bereichsleiter Werkstätten, am Montagabend bei einem Ortstermin der Rüsselsheimer SPD-Fraktion.

Die Kosten für den Umbau bezifferte Stadtrat und Baudezernent Nils Kraft (SPD) auf 75 000 Euro. 25 000 Euro davon steuere die Ortsverkehrswacht Rüsselsheim bei, die das Gebäude auch als Vereinsheim nutze. Zudem werde sich der Kreis Groß-Gerau als Schulträger an den Kosten des Umbaus beteiligen, denn die Jugendverkehrsschule habe als Ort der Verkehrsziehung eine

Bedeutung für den gesamten Kreis

und nicht nur für Rüsselsheim. Wie hoch die Kostenbeteiligung des Kreises ausfalle, sei noch zu verhandeln.

Kraft blickte zurück auf den Sommer 2012: Die Stadt sei damals informiert worden, dass es in dem Gebäude unangenehm rieche. So penetrant sei der Gestank gewesen, dass sogar eine Schadstoffbelastung befürchtet wurde. Messungen hätten aber ergeben, dass keine Gefahrstoffe in der Luft vorhanden waren.

Da jedoch die Ursache der Geruchsbelästigung zunächst unklar war, wurden nicht nur das Gebäude, sondern auch das Außengelände bis auf weiteres geschlossen. Allerdings musste für die Verkehrserziehung ein Ausweichquartier gefunden werden. Seither hielt die für die Verkehrserziehung zuständige Polizei den Unterricht in der Albrecht-Dürer-Schule ab. Für diesen Zweck wurden dort ein Teil des Schulgeländes und ein Klassenraum reserviert.

Optimal war diese Lösung allerdings keineswegs, und für die Ortsverkehrswacht konnte dies auch kein Dauerzustand sein: „Der Schulhof der Dürerschule kann nicht im Entferntesten die Jugendverkehrsschule ersetzen, wo auf dem Übungsgelände die reale Verkehrssituation mit Straßen, Verkehrszeichen und Ampeln nachgebildet ist“, erklärt der Verein auf seiner Homepage.

Derweil gingen die Untersuchungen nach der Geruchsquelle in der Jugendverkehrsschule weiter. „Im Dach sind wir letztlich fündig geworden“, erklärte Kraft. Dort habe sich nach Umbauten Staunässe gebildet, die schließlich ins Dämmmaterial und ins Gebälk gezogen sei. In den vergangenen Wochen sei das Dach schließlich neu gedämmt worden, auch die Unterkonstruktion sei erneuert worden. „Wir haben nun einen ordentlichen Dachaufbau“, so Kraft. Auch die Elektrik im Haus ist laut Swidurski komplett ausgetauscht worden.

Der Schulungsraum im Obergeschoss ist schon jetzt fertig renoviert und macht einen hellen, freundlichen Eindruck. Die noch fehlenden Möbel werde der Kreis Groß-Gerau zur Verfügung stellen, kündigte Kraft an. Auch das Büro sei bereits fertig gestrichen, die Renovierung der Küche folge nun noch.

Auch die Heizung in dem Altbau ist erneuert worden. „Da waren noch uralte Nachtspeicheröfen aus der Zeit drin, als die Jugendverkehrsschule gebaut wurde“, sagte der Baudezernent bei dem Rundgang über die Baustelle mit der SPD-Fraktion. Nun werde das 43 Jahre alte Gebäude, wie Swidurski erklärte, mittels einer Luftwärmepumpe beheizt. Bei dieser technik wird die Außenluft mittels eines Ventilators angesaugt und mit Hilfe einer Wärmepumpe zum Heizen genutzt. Dazu seien im Haus auch schon spezielle Heizkörper montiert worden. Als Alternative wäre eine mit Flüssiggas betriebene Heizanlage möglich gewesen. Weil aber der Gasbehälter außen am Gebäude hätte platziert werden müssen, wurde sich für die vor Vandalismus sichere Luftwärmepumpe entschieden. Nicht infrage kam ein Erdgasanschluss. Das Verlegen einer Erdgasleitung zu dem im Wald gelegenen Areal wäre unverhältnismäßig teuer, so Swidurski. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass die Verkehrsschule nicht ständig genutzt werde.

Die Bauarbeiten rund um die Jugendverkehrsschule sind mit der Renovierung des Hauses noch nicht abgeschlossen. Für die kommenden Herbstferien kündigte Nils Kraft die Instandsetzung des Außengeländes an. Damit der dortige Straßenparcours wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt wird – so soll die Fahrbahndecke neu asphaltiert werden – sollen noch einmal bis zu 45 000 Euro investiert werden. Eine dieser Straßen, die wie in der Realität alle Namen haben, wird demnächst umbenannt. Die Ortsverkehrswacht will sie nach ihrem verstorbenen Ehrenvorsitzenden Reinhard Otte benennen.

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