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Alexander Fistric auf dem Balkon des Rathauses mit dem Marktplatz im Hintergrund. Wird die Resonanz auf den Markt dort nicht besser, könnten sich die Öffnungszeiten bald nach hinten verschieben. Im schlimmsten Fall soll sogar nach einem neuen Standort gesucht werden.

Stadtverwaltung

Neuer Marktmeister kommt nach Hause: Für Alexander Fistric schließt sich der Kreis

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Gut zwei Jahre musste Rüsselsheim ohne Marktmeister auskommen. Jetzt hat ein waschechter Bauschheimer Bub den Posten übernommen. Seine Mission: Die städtischen Veranstaltungen moderner machen.

Alexander Fistric hat eine ungewöhnliche Laufbahn hingelegt. In Bauschheim aufgewachsen, machte er Abitur an der Max-Planck-Schule, ehe es ihn zum Studieren nach Mainz zog. Dass er trotz seines Geografie-Studiums ein Praktikum im Bereich Marktwesen der dortigen Stadtverwaltung absolvierte, ist aus heutiger Sicht für Rüsselsheim ein echter Glücksfall.

Denn in Mainz zeigte er ein so glückliches Händchen beim Organisieren von Veranstaltungen, dass seine Chefs ihn nach dem Praktikum als freiberuflichen Unterstützer verpflichteten. Viereinhalb Jahre sammelte Fistric dort Erfahrungen im Organisieren von Veranstaltungen. Gemeint sind damit längst nicht nur klassische Wochenmärkte, auch bei großen Volksfesten, wie der Johannisnacht, wirkte er mit. Seit Anfang dieses Jahres stellt Fistric, inzwischen 42, sein Wissen als Marktmeister in den Dienst seiner Heimatstadt.

Bereits am 2. Januar löste er Trudi Hartung, Fachbereichsleiterin Bürgerservice und Wahlen, ab, die das Amt gut zwei Jahre kommissarisch ausgeübt hatte. Die ehemals im Rathaus mit der Aufgabe betraute Mitarbeiterin hatte den Posten wegen dauerhafter Krankheit aufgeben müssen. So war dieser seit Oktober 2016 verwaist.

Viel Potenzial

Nun ist die Stelle wieder in Trudi Hartungs Fachbereich angesiedelt. „Er ist schon voll eingestiegen“, lobt Hartung ihren neuen Mitarbeiter Fistric, als dieser am Freitag offiziell im Rathaus vorgestellt wurde.

Der sieht in Rüsselsheim viel Potenzial, das es auszuschöpfen gelte. Die ersten Veranstaltungen, die er nun begleiten werde, seien der Garde-Tag des Carnevalvereins, das Mainfest und die Kerb. Spätestens bei der Kerb im Sommer sollen schon deutliche Veränderungen spürbar sein. Dabei denkt er etwa an das kulinarische Angebot. So könne man etwa „auf der Biowelle“ reiten oder „in die vegane Richtung“ gehen.

Schausteller sollen künftig sorgfältiger ausgesucht werden. So wird es auf der Internetseite der Stadt ein Bewerbungsformular geben, auf die Schausteller beispielsweise Baujahr und etwaige Modernisierungen ihrer Fahrgeschäfte angeben müssen.

Was die Wochenmärkte angeht, lobt Fistric vor allem die Resonanz beim Markt im Dicken Busch II. „Was da los ist, müssen wir in die Innenstadt holen“, sagt er.

Dienstag problematisch

Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus sei vor allem der Dienstagstermin problematisch. Zurzeit sei er mit der Akquise neuer Standbetreiber beschäftigt, um diesen attraktiver zu gestalten. Sollte sich die Situation dort in einem halben bis dreiviertel Jahr allerdings nicht verbessert haben, müsse darüber nachgedacht werden, die Öffnungszeiten nach hinten zu verlegen, so wie das auf anderen Märkten bereits der Fall sei. Im schlimmsten Fall müsse sogar ein neuer Standort in Erwägung gezogen werden.

Mit Blick auf den häufig monierten Bodenbelag am Marktplatz, der in der Kritik steht, weil er bei Trockenheit zu staubig wird und sich bei Regen schnell in Schlamm verwandelt, zeigt sich Fistric hoffnungsvoll, dass diesbezüglich bald eine Lösung gefunden wird.

Ob Markt oder Volksfest: Das Ziel von Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) ist, so machte er am Freitag deutlich, Rüsselsheimer Veranstaltungen in der gesamten Region zu positionieren. Fistric sei der richtige Mann, um den „Riesen-Strauß“ bestehender und die „noch mal so vielen Ideen“ für neue Veranstaltungen zu betreuen. Bereits seine bisherige Arbeit sei ein Zeichen für die Qualität, über die Fistric verfüge.

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