Der Entwurf aus dem Frankfurter Architektenbüro Raumwerk sieht eine helle Fassade mit raumhohen Fenstern vor . Stringent eingehalten ist eine Trauflinie auf Höhe der Stadtkirche entlang der Frankfurter Straße.

Neubau

Ein neues Tor zur Innenstadt: Jury legt sich auf zwei Sieger-Entwürfe für den Neubau auf dem ehemaligen Karstadt-Areal fest

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Welches Gebäude soll es werden? Noch ist nicht final entschieden. Zu gut waren am Ende zwei Entwürfe für den Neubau am Friedensplatz/Ecke Frankfurter Straße für die Jury.

50 Jahre nach der Fertigstellung des ehemaligen Neckermann- und späteren Karstadt-Kaufhauses in der Rüsselsheimer Innenstadt, könnten bald wieder Baukräne über dem Areal stehen. Eine Jury unter Vorsitz von Architekturprofessor Johann Eisele von der TU Darmstadt hat über die Entwürfe des Architektenwettbewerbs für das langersehnte Neubauprojekt entschieden und zwei erste Preise vergeben. Diese gehen an das Frankfurter Architektenbüro Raumwerk sowie an das Büro von FFM Architekten, das ebenfalls in Frankfurt seinen Sitz hat. Einer der beiden Entwürfe soll am Ende auch umgesetzt werden, wie Torsten Regenstein, Geschäftsführer der städtischen Baugesellschaft Gewobau, die auch Bauherr des Vorhabens ist, gestern bei einer Pressekonferenz sagte.

Beide Büros werden nun aufgefordert, weitere Details ihrer Entwürfe auszuarbeiten. Änderungen ergeben sich auch aus den Empfehlungen der Jury, so dass damit zu rechnen ist, dass die Pläne am Ende – wenn auch geringfügig – anders ausfallen werden als die jetzigen Entwürfe. Der Zeitplan ist straff gehalten. Bis April soll sich für ein Entwurf entschieden werden, im Herbst dann die Baueingabe erfolgen. Anfang 2020 könnten laut Gewobau die Abrissarbeiten beginnen, Mitte 2020 der eigentliche Bau. Als Baukostenobergrenze wurde die Summe von 20 750 000 Euro festgelegt.

Ein viergeschossiger Bau mit Staffelgeschoss zur Frankfurter Straße und eine markante Ecke am Friedensplatz: Der Entwurf vom Büro FFM Architekten ist angelehnt an die Fassade des Opel-Altwerks. Bilder: Gewobau

14 Teilnehmer

14 renommierte Architekturbüros, die meisten aus Frankfurt, aber auch aus Kassel, Darmstadt oder Mainz, hatten an dem Wettbewerb teilgenommen, der im August 2018 ausgelobt wurde. Ein dritter Platz wurde an den Entwurf des Wiesbadener Büros Bitsch+ Bienstein vergeben, eine Anerkennung erhielt die Idee aus dem Frankfurter Büro „bb22“.

Seit dem Jahr 2000 war das ehemalige Kaufhaus-Gebäude nach der Standortaufgabe von Karstadt ungenutzt. Die Gewobau erwarb wenige Jahre später das Grundstück und die Hauptfläche mit dem aufstehenden Gebäude zur Ecke des Friedensplatzes hin. „Die Bürger wollen, dass der Schandfleck weg kommt, dem Ziel sind wir ziemlich nah gekommen“, sagte Rüsselsheims Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) gestern über die Entscheidung der 17-köpfigen Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern, zu der noch weitere Architekturprofessoren sowie Baudezernent Nils Kraft (SPD) und Vertreter anderer Parteien des Rüsselsheimer Stadtparlaments angehörten.

Fokus auf Wohnungen

Die Siegerentwürfe hatten nach Meinung der Jury Ziele und Vorgaben der Ausschreibung für die Neugestaltung des Geländes entlang der Frankfurter Straße und zwischen Löwenstraße und Friedensplatz bestens erfüllt. Der Fokus sollte vor allem auf neuen Mietwohnungen liegen. Aber auch Flächen für Gewerbe, Gastronomie und das Bürgerbüro mussten die Pläne vorsehen. Die Meinungen der Jury seien in Detailfragen auseinander gegangen, so dass man sich auf zwei Sieger festgelegt hätte, so Jury-Vorsitzender Johann Eisele.

Beide Pläne sehen eine durchgängige Blockrandbebauung und die Einteilung in zwei Bereiche vor: Zur Frankfurter Straße hin mit einem mehrgeschossigen Gebäude und jeweils einer markanten Betonung der Ecke Frankfurter Straße/Friedensplatz mit einem erhöhten Baukörper, der damit den Charakter eines neuen Tors zur Innenstadt bekommt. Die Entwürfe sehen auch den Bau eines Gebäudes im Innenhofbereich mit viel Platz für nachbarschaftliche Entfaltung im Rücken der großen Hauptgebäude vor.

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