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Der riesige Schneemann im Zentrum des Weihnachtsmarktes ist ein beliebtes Motiv für ein Selfie mit Freunden.

Weihnachtsmarkt

Ein neues Maskottchen überragt den Königstädter Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt im Ortsteil Königstädten ist in Rüsselsheim der letzte für dieses Jahr. Spät, aber „oho“. Denn Königstädten feierte seinen Weihnachtsmarkt im Schnee.

Als am Samstag gegen 15 Uhr der Weihnachtsmarkt in Königstädten ganz offiziell von Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) eröffnet wurde, gab es vom Schnee zwar noch keine Spur. Doch Bausch prophezeite bereits, dass es am Sonntag passieren könne. Und er hatte recht. Der Schnee kam in der Nacht, rieselte still und leise, um eine weiße Decke über das Geschehen auf dem Bismarckplatz zu legen.

13 Vereine nahmen dieses Jahr am 31. Weihnachtsmarkt der Gemeinschaft der Kultur- und Sportvereine in Königstädten teil. „Wir legen Wert darauf, dass der Weihnachtsmarkt der Vereine in Königstädten gemütlich bleibt und dass jeder weiß, wo er was findet. Und wir wollen abends keine Rockkonzerte“, erklärte Gösta Schöner, der Vorsitzende der Gemeinschaft. Denn die Organisatoren sind sich darin einig, dass Weihnachten besinnlich und gemütlich sein soll. Für Rock ’n’ Roll gäbe es andere Termine im Jahr. Und tatsächlich war alles dort zu finden, wo es seit vielen Jahren seinen Platz hat. Fast blind fand sich der Stand mit dem Kirschwein und dem Vogelfutter, die Pommesbude, die selbst gestrickten Socken und die Kartoffelpuffer, für die man später am Abend sehr lange anstehen musste.

Was fehlte, waren die hässlichen türkisfarbenen Klohäuschen, die als erstes zu sehen sind, wenn man aus Nauheim zum Markt kommt. Dank des Kronenwirts Admir Mitko Nurkovic standen stattdessen die Toiletten im Restaurant den Marktbesuchern für die Benutzung zur Verfügung.

Eingespieltes Team

Der Weihnachtsmarkt zeige die Stärken des Ortsteils Königstädten, erklärte der Oberbürgermeister in seiner Ansprache und unterstrich, dass es Vereine sind, die den Markt alljährlich ins Leben rufen. Also Frauen und Männer, die ehrenamtlich anpacken, um ein gemeinsames Fest zu feiern. Schon beim Aufbau der Buden und Stände sei die Stimmung toll gewesen, schwärmt Pfarrer Thomas Siegenthaler. Da habe man schon gemerkt, dass da ein eingespieltes Team mit guter Laune zusammenarbeitet. Da wurden Witzchen gemacht und man leihe sich gegenseitig das Werkzeug aus. All das entwickele sich zu einem regen Treiben, bei dem die Vorfreude deutlich zu spüren sei. „Und das macht die Sache so herrlich unkompliziert“, sagt Siegenthaler.

Singende Engelchen gibt es auch zum Mitnehmen an einem der Stände.

Statt des großen Bären, wie im Vorjahr, stand in diesem Jahr ein sechs Meter hoher leuchtender Schneemann neben dem EFC-Holzwurm-Adler-Zelt. Mächtig ist der aufblasbare Riese, der alle Buden locker überragt. Doch was ist aus dem hübschen Bären geworden, den Erwin Kühlburger extra von einer USA-Reise zu den „Königstädter Bären“ mitbrachte? Den gäbe es nicht mehr, erklärt er. „In den USA haben sie 110 Volt, also halb so viel wie bei uns mit 220 Volt. Der Bär wurde für den Nauheimer Weihnachtsmarkt ausgeliehen und ohne entsprechenden Adapter in die Steckdose gestöpselt.“ Das, so Kühlburger, habe er keine zehn Sekunden überlebt.

Beliebter Treffpunkt

Auch das kuschelig warme Zelt der Königstädter Feuerwehr war in diesem Jahr wieder vor Ort und Ziel vieler durchgefrorener Marktbesucher, die sich an den selbst gebackenen Waffeln der Jugendfeuerwehr labten. Im vergangenen Jahr hatte es die beliebte Wärmequelle nicht gegeben. Da das Zelt bereits um 18 Uhr, also zwei Stunden vor dem eigentlichen Ende des Marktes abgebaut wurde, beschwerten sich einige darüber, dass der Abbau die Weihnachtsstimmung störe. Doch der frühere Abbau war den vielen Jugendlichen der Feuerwehr geschuldet, für die ein Abbau zum Ende des Marktes zu spät sei, erklärt Florian Brücks. Daher gab es im vergangenen Jahr nur einen kleinen Pavillon statt des beheizten Zeltes.

Feuerwehrmann Jürgen Czysch lobte die tolle Atmosphäre auf dem Bismarckplatz. Das liege daran, dass die Veranstaltung nicht gewerblich, sondern von Vereinen ausgerichtet werde. Ein anderer Feuerwehrmann berichtet, er arbeite in Frankfurt und da sei der Weihnachtsmarkt der reine Kommerz. Das sei ein großer Unterschied zum Markt in Königstädten, wo alles viel persönlicher sei. Sie sei dieses Jahr schon auf vielen Weihnachtsmärkten gewesen, erzählt eine Besucherin. Aber der in Königstädten sei ihr immer noch der Liebste.

Von Susanne Rapp

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