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Die absoluten Publikumslieblinge sind die Fingerpuppen Maulwurfn, Falkenhorst & Co.

René Marik

Neues vom Maulwurf

Mit seinem Programm „Zehage! Das Beste plus x“ war René Marik im Rüsselsheimer Stadttheater zu Gast. Rund 750 Besucher waren begeistert von alten und neuen Geschichten rund um Maulwurfn, Falkenhorst & Co.

Von MARC SCHÜLER

„Zehage!“, also „Zuhause“ (im Sprachduktus von Mariks Kultfigur, dem blinden, leicht sprachbehinderten Maulwurf), fühlt sich René Marik in Rüsselsheim schon lange. Den ganzen Sommer hat er in der Opel-Stadt bei seinen Freunden des Theatervereins Sechzig90 geprobt und mehrfach in deren Räumlichkeiten öffentliche (und kostenlose) Proben veranstaltet.

„Rüsselsheim ist eine besondere Stadt für mich und ich komme immer sehr gerne her. Im September habe ich im Rind die Vorpremiere von ,Zehage!‘ aufgeführt“, erklärt er sein besonderes Verhältnis zur Opel-Stadt. Eigentlich sollte ja Schluss sein mit seinem Handpuppenprogramm um Maulwurfn, Frosch Falkenhorst, Eisbär Kalle oder den Hasskasper, doch irgendwann merkte Marik, dass ihm etwas fehlte. „Mir war einfach danach, nach drei Jahren wieder die räudigen Stoffreste nach oben zu halten“, scherzte er.

Die „Stoffreste“ waren jedenfalls auch an diesem Abend äußerst beliebt beim Publikum. Vor allem die Figur des „Maulwurfn“, die Marik gerne als seinen Naturclown bezeichnet, wird von seinen Fans eng mit ihm verbunden, weshalb sich der Puppenspieler, Schauspieler, Sänger und Komödiant aus dem Westerwald dazu entschlossen hat, sein Programm „Zehage!“ als „ultimatives Maulwurfn-Programm“ zu arrangieren. Die besten Stücke aus 15 Jahren Bühnenprogramm präsentierte Marik, gespickt mit einigen eigens für dieses Programm gestalteten Nummern. „Es sind immer die kleinen Dinge, an denen man hier noch arbeitet und ausprobiert. Und natürlich beobachtet, wie neue Nummern beim Publikum ankommen“, verriet Marik schon vor einigen Monaten zum Hintergrund seiner öffentlichen Proben vor maximal 100 Zuschauern in Rüsselsheim. Für die etwa 750 Zuschauer im Rüsselsheimer Stadttheater war der Abend ein großer Spaß. Groß war der Applaus, als der Künstler die Bühne betrat, groß das Gelächter, als Marik gleich wieder von der Bühne stürmte und eine der offengelassenen Eingangstüren schloss. „Wie sieht denn das hier aus?“, fragte der Künstler sein Publikum, um darauf noch einmal von vorne zu beginnen. „Ich bin nie hier gewesen, wir fangen gleich richtig an!“

Nicht nur mit den Handpuppen konnte Marik sein Publikum begeistern, auch seine als Eminenz Don Mercedes Moped vorgetragenen, schmalzigen, leicht komödiantisch verfälschten Liebeslieder erhielten Applaus. Doch war den Abend über zu spüren, dass es für das Publikum vor allem die liebgewonnenen Figuren wie Maulwurfn oder Falkenhorst sind, welche es sehen wollte.

Diesem Wunsch kam der Künstler gerne nach. Da nicht alle Besucher im Saal in den vorderen Reihen saßen und so eine hervorragende Sicht auf das Geschehen der Puppenspielerbühne hatten, war auf der Bühne des Stadttheaters eine Videoleinwand aufgebaut, damit auch die Besucher im Oberrang und in den hinteren Reihen voll auf ihre Kosten kommen konnten.

Sie erlebten zu Beginn den Soundcheck des etwas blasierten und neunmalklugen Frosch Falkenhorst, der „den mäßig talentierten Kollegen da unten“ für dessen Leistung gleich mal zu kritisieren begann. „Da weht bald ein eiskalter Wind durch Deinen Arbeitsvertrag.“

Überschwänglich vom Publikum gefeiert wurde der Auftritt des „Maulwurfn“, dem eigentlichen Star des Programms. Dieser scheiterte jedoch daran, vom Publikum nicht ernst genommen zu werden bei seinen Rezitationen von „Hamletn“ und „Faustn“. „Nee, nee, nee, nee, nee!!! Nix HAHA! Hamletn... Shakespea-Gage“, rügte der kleine Wühler das Publikum sogleich. Natürlich durften auch die beliebten Stücke mit Winnetou, Darth Vader, Schneewante oder das schmerzhafte Erlebnis auf der A 9 nicht fehlen.

Viel Spaß hatten die Besucher im Saal auch bei neuen Nummern wie „Excaligage“, bei der „Bob der Bauwurfn“ versuchte, mit dem Presslufthammer das Schwert aus dem Stein zu befreien. Auch weitere beliebte Figuren von Marik wie der berlinernde prollige Eisbär Kalle, „de Barbe“, ET, der Hasskasper oder die liebesmüden Lappen Dominik und Schackline durften nicht fehlen.

„Das war ein toller Abend“, war Nicole aus Flörsheim begeistert. Sie stieß über die kultigen Maulwurfn-Videos auf Youtube vor einigen Jahren schon auf Marik und besuchte bereits sein erstes Programm „Autschn“. „Ich mag vor allem Frosch Falkenhorst, ich finde seine Art des Programms ist eben etwas anderes, was sich positiv von der Masse abhebt.“

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