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Baumverpflanzung: Der Greifer hat das Wurzelwerk der Platane eingeschlossen.

Umgestaltung

Neues Zuhause für eine Platane

Für die Neugestaltung der Zufahrt zur Niddastraße mussten Bäume verpflanzt werden. Eine Großbaumverpflanzungsmaschine hob gestern die Bäume aus dem Erdreich.

Von RÜDIGER KOSLOWSKI

Der Greifer der Großbaumverpflanzungsmaschine gräbt sich in das Erdreich und schließt sich um den Wurzelballen der Platane. Langsam zieht der Greifer den Baum aus dem Boden. Die gut acht Meter hohe Platane schwebt in der Luft und wird in die Horizontale gebracht. In dieser Lage wird der Baum gleich in das Ringstraßengebiet an seinen neuen Standort transportiert, wo er wieder eingepflanzt werden soll.

Gestern hat die Firma Wichmann Arbor aus Dreieich am neuen Stadtzentrum an der Niddastraße für die Umgestaltung der Zufahrt drei Platanen, eine Linde und drei Steinobstbäume versetzt, informierte Carola Becker vom Fachdienst Infrastruktur. Aber nur eine der Platanen wurde an einem anderen Ort wieder eingepflanzt. Die übrigen Bäume verblieben am Standort, sie mussten nur um wenige Meter versetzt werden.

Die Bäume durften trotz der gestern einsetzenden Brut- und Setzzeit verpflanzt werden, betonte Johannes Wolf, der von der Stadt beauftragte Landschaftsplaner. Denn während der Brut- und Setzzeit ist nur das Fällen von Bäumen nicht gestattet. In diesem Fall galt es jedoch, die Bäume mit ihrem kompletten Habitat, mit ihrem Astwerk an einen anderen Standort zu verpflanzen. „Die Bäume werden nicht einmal geschnitten“, erläuterte Johannes Wolf. Die Bäume treiben also im Frühjahr wie gewohnt ihre Blätter aus.

Eine Robinie musste allerdings doch gerodet werden, was bereits vor einigen Tagen erledigt wurde. Der Baum stand direkt an der Stelle, wo die Stadt die neue Anliegerstraße für die Bewohner der Niddastraße anlegen will. Ursprünglich sollte die Robinie ebenfalls einen neuen Standort erhalten.

Weil im direkten Umfeld jedoch einmal ein Graben für Leitungen angelegt wurde, hatte der Baum kaum Wurzelwerk. Es war deshalb nicht möglich, mit der Maschine einen Wurzelballen auszustechen. Der Ballen muss immerhin einen Durchmesser von drei Metern haben. Außerdem wies die Robinie bereits altersbedingte Krankheitsbilder auf.

Die Robinie zählt zudem zu den Baumarten, die schwierig zu versetzen sind, die sich in ihrer Entwicklung an neuen Standorten schwer tun. Im Gegensatz zur Linde, die gut und gerne noch 50 Jahre an ihrem neuen Standort stehen kann. Johannes Wolf erinnerte an die sieben Linden, die im Zuge der Rathausplatzgestaltung an verschiedene Stellen im Stadtgebiet neu angepflanzt wurden und sich gut entwickelt hätten. Auch die Platanen hätten am neuen Standort noch eine Lebenserwartung von 30 bis 40 Jahren.

In der Region können nur drei Unternehmen solche Großbaumverpflanzungen leisten. Das schwere Gerät kostet immerhin 200 000 Euro.

Die Maschine bringt 40 Tonnen auf die Waage. Deshalb war Johannes Wolf auch froh, dass es keinen Niederschlag gab. Denn bei Regen besteht die Gefahr, dass das Gerät in das aufgeweichte Erdreich versinkt oder sich festfährt.

Die schwierigste Aufgabe war, die acht Meter hohe Platane, die zwischen Fußgängerweg und Fahrbahn stand, auszugraben, berichtete Carola Becker. Dort verläuft ein großer Kanal und an dieser Stelle befinden sich auch Kabel für Straßenbeleuchtung und das Breitbandnetz im Erdreich. Die Bauarbeiter hatten zuvor einen Suchschacht angelegt, um die Lage prüfen zu können.

Ein Kabel für die Beleuchtung einer Straßenlaterne musste allerdings gekappt werden. Die Laterne werde in den nächsten Tagen wieder an das Stromnetz angeschlossen, so Carola Becker.

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