Oft bleibt auch nach der Sperrmüllabholung noch etwas liegen. Foto: Alexander Seipp
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Oft bleibt auch nach der Sperrmüllabholung noch etwas liegen. Foto: Alexander Seipp

Städteservice Rüsselsheim

Nicht alles gehört zum Sperrmüll dazu

In der Adam-Opel-Straße lag viele Tage ein großer Berg mit Möbeln, Matratzen, Holzresten und Farbeimern. Die Sperrmüllabfuhr hat nicht alles mitgenommen. Dafür gibt es Gründe.

Rüsselsheim-Müll ist immer ein Ärgernis. Und ärgerlicher wird es gleich, wenn er einfach nicht abgeholt wird. So geschah das kürzlich in der Adam-Opel-Straße. Fast zwei Wochen lang lag ein Berg an Abfällen am Straßenrand, wohl Überreste eines kürzlichen Umzugs. Neben Holzresten waren auch Farbeimer und alte Elektrogeräte dabei. Kaum zehn Meter von der Bushaltestelle Adam-Opel-Straße gab das Ganze ein alles andere als schönes Bild ab.

Abfall blieb am Straßenrand liegen

Doch als die vermeintliche Erlösung in Form der Mitarbeiter des Städteservice Raunheim/Rüsselsheim endlich anrückte, da waren wohl einige der Anwohner sehr verdutzt. Denn während Holzreste und vieles mehr im Bauch des Müllabfuhrfahrzeuges verschwanden, blieb am Ende einiges zurück.

Noch heute liegen die Überreste auf der schmalen Grünfläche zwischen Haus und Fußgängerweg: ein alter Kühlschrank, Farbeimer und anderer Elektroschrott. Alles andere als ein schöner Anblick.

Auf der Website des Städteservice klingt die Abholbeauftragung von Sperrmüll sehr einfach. "Anrufen und Termin vereinbaren", heißt es dort. "Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihren Keller entschlacken oder einfach mal Ballast abwerfen wollen, sind wir für Sie da. Auf Wunsch kommen wir bis zu vier Mal im Jahr vorbei, um bis zu drei Kubikmetern Sperrmüll eine Abfuhr zu erteilen - vorausgesetzt er steht vor Ihrer Haustür. Doch was ist Sperrmüll eigentlich? Sperrige Einrichtungsgegenstände, die zu groß für die Mülltonne sind."

Wieso wurden dann die Farbeimer und die Kühlschränke nicht mitgenommen, könnte man sich da fragen. "Das kommt daher, dass Farbeimer und Elektrogeräte nicht in den Sperrmüll gehören", informiert Marcel Seitz, Abteilungsleiter Sammlung und Straßendienste beim Städteservice.

Denn im Gegensatz zum Sperrmüll, also sperrigen Gegenständen aus dem Haushalt, müssen Elektrogeräte und Farben gesondert eingesammelt werden. Zum Sperrmüll gehören unter anderem Möbel, Matratzen, Bilder, aber auch Fahrräder und Kinderwagen. "Wir sammeln den Sperrmüll ein, damit er zusammengepresst und verbrannt werden kann", erklärt Seitz den Vorgang.

Bei Elektrogeräten, wie etwa einem Kühlschrank, sei das nicht möglich. "Dort stecken zahlreiche Stoffe drin, die man recyceln kann", sagt Seitz. Zusätzlich bestehe aber auch die Gefahr, dass Kühlflüssigkeit austritt. Es sei daher wichtig, damit vorsichtig umzugehen. Elektrogeräte gehören daher auf den Wertstoffhof. "Wir haben aber auch eine Elektrosammlung in jedem Stadtteil, die können die Kunden in ihrem Abfallkalender sehen und ihre Elektrogeräte bei uns anmelden, damit sie bei der Abholung berücksichtigt werden", ´berichtet Seitz.

Ähnliches gilt für die Farben. "Farben gelten als Gefahrstoffe, daher müssen sie auch beim Gefahrstoffmobil abgegeben werden", sagt Seitz. Dieses sei im Abfallkalender durch ein Totenkopfsymbol markiert. Separat von den Terminen können die Farben aber auch auf dem Wertstoffhof abgegeben werden.

Zwar gebe es immer mal wieder Probleme, insgesamt funktioniere das Sperrmüllsystem aber gut, ist Seitz überzeugt. "Häufig kommen die Probleme daher, dass jemand Sperrmüll anmeldet und andere Anwohner selbst Sachen dazustellen." Der Städteservice könne aber nicht kontrollieren, wer genau die Gegenstände an den Straßenrand gestellt habe.

Rund 50 Sperrmüllabholungen absolvieren die Mitarbeiter des Städteservice jeden Tag in Raunheim und Rüsselsheim, da kommt einiges zusammen, etwa 30 Tonnen jede Woche. Durch die Begrenzung auf drei Kubikmeter je Abholung können die Touren gut vorgfeplant werden.

Container, wenn es mehr wird

Sollten mehr als drei Kubikmeter Sperrmüll entsorgt werden, wie dies bei Umzügen etwa häufiger der Fall ist, dann rät Seitz dazu, einen Container zu bestellen. "Den gibt es bei zahlreichen Firmen, aber natürlich auch bei uns." Container sind aber, im Gegensatz zur Sperrmüllabholung, nicht kostenlos.

Wie es nun im Falle der Farbeimer und des Kühlschranks in der Adam-Opel-Straße weitergeht, dazu kann Seitz noch keine direkte Auskunft geben. "Normalerweise ist der Vorgang aber so, dass die Gegenstände von uns abgeholt werden und die entsprechende Rechnung geht dann an denjenigen, der sie nach draußen gestellt hat." als

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