Nicole Richtberg und Cookie haben viel zusammen trainiert, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.
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Nicole Richtberg und Cookie haben viel zusammen trainiert, um im Ernstfall vorbereitet zu sein.

Auf die Suche vermisster Personen spezialisiert

Nicole Richtberg und ihre Hündin Cookie: Dieses Duo rettet Leben

  • VonRobin Göckes
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Cookie ist eine echte Expertin – und zwar im Retten von Menschenleben. Die vierjährige Dalmatiner-Hündin und ihr Frauchen Nicole Richtberg sind ein eingespieltes Team, das bei Vermissten-Suchen zum Einsatz kommt.

Wenn Nicole Richtberg ihre neongelbe Einsatzjacke anzieht, weiß Cookie, dass es ernst wird. Richtberg und ihre vier Jahre alte Dalmatiner-Hündin sind ein eingespieltes Team, zusammengewachsen in hunderten Stunden gemeinsamen Trainings. Und das ist auch gut so, schließlich stehen nicht selten Menschenleben auf dem Spiel, wenn das Hund-Mensch-Gespann zum Einsatz ausrückt.

Cookie hat nämlich einen verantwortungsvollen Job. Sie wurde von ihrem Frauchen zum „Mantrailer“ ausgebildet – also zum Suchhund, spezialisiert auf vermisste Menschen. 13 solcher Suchhunde gibt es in Hessen, die auch von der Polizei für diese Aufgabe zugelassen wurden. Drei davon sind im Einsatz für die mfs Krankentransport und Rettungsdienst GmbH, die ihren Sitz in Frankfurt hat, aber durch die Hunde auch zu Einsätzen weit über die Stadtgrenzen der Mainmetropole hinaus gerufen werden.

Vermisste Personen

So wie zum Beispiel nach Rüsselsheim. Bereits zwei Mal wurde in diesem Jahr eine Person aus der GPR-Seniorenresidenz in der Opelstadt als vermisst gemeldet. In beiden Fällen kamen die Suchhunde zum Einsatz, beide Male hatten sie Erfolg. Beim Einsatz vor wenigen Wochen konnte der vermisste Mann in einer dunklen Ecke noch auf dem Gelände entdeckt und ärztlich versorgt werden. Für Nicole Richtberg und Cookie waren die Einsätze in der Opelstadt so etwas wie Heimspiele. Schließlich verdient Richtberg ihr Geld in der Notaufnahme des GPR-Klinikums in Rüsselsheim.

Auch wenn die Hunde bei den Suchen die Hauptrollen spielen, hinter ihnen und ihren Herrchen und Frauchen steht ein großes Team. „Das ist nicht nur für die ärztliche Versorgung der Personen, die gesucht werden, notwendig. Auch die Koordination des Einsatzes, in Rüsselsheim zum Beispiel zusammen mit dem THW, muss gewährleistet sein“, erklärt Heiko Klenke, der bei der mfs GmbH als Fachdienstleiter Gefahrenabwehr aktiv ist.

Für Dalmatiner-Hündin Cookie war die Suchaktion in Rüsselsheim eine von 13 in diesem Jahr. Insgesamt wurde die Hundestaffel in diesem Jahr zu 67 Einsätzen alarmiert. „Ich schreibe nach jeder Suche ein Einsatztagebuch. Es gibt immer etwas, das wir noch verbessern oder für den nächsten Einsatz lernen können“, gibt sich Frauchen Nicole Richtberg selbstkritisch. Die Ausbildung eines Rettungshundes ist eben nie ganz abgeschlossen, obwohl ohnehin unzählige Trainingseinheiten in die Ausbildung investiert werden. „Man muss den Hund langsam aufbauen, ihn an die Arbeit heranführen“, erklärt sie. Und auch der Hundeführer müsse erst auf die schwierigen Einsätze vorbereitet werden. „Man weiß ja nicht, was man erwarten muss“, sagt Richtberg. Eine hohe soziale Kompetenz gehört zum Job, wenn etwa Demenzkranke vermisst oder suizidgefährdete Personen gesucht werden.

Langsam herangeführt

Zwei bis drei Mal pro Woche ist Richtberg mit Cookie unterwegs. Zum Mantrailing kam sie, da sie eine herausfordernde und trotzdem sinnstiftende Beschäftigung für ihre Vierbeiner suchte. Rund drei Jahre dauere es, bis ein Hund nach dem Training selbst im Einsatz auf die Suche nach vermissten Personen gehen könne. „Cookie konnte am Anfang viel von meiner älteren Hündin Kimi lernen. Ich habe sie mehrmals zu Einsätzen mitgenommen, ohne dass sie selbst an der Suche direkt beteiligt war, so dass sie langsam hereinwachsen konnte.“

Belohnung: Schmierkäse

Mit Druck funktioniere nichts, für die Hunde müsse der Spaß im Mittelpunkt stehen, damit sie dann auch im Einsatz erfolgreich schnüffeln können. „Viel funktioniert über Futter-Motivation. Cookie frisst zwar alles, aber Schmierkäse gibt es immer nur bei Einsätzen. Das geht richtig gut bei ihr.“ Auch ihre zweite Dalmatiner-Hündin, die achtjährige Kimi, ist von Nicole Richtberg als Suchhund ausgebildet worden.

Auch wenn die Hunde bei den Einsätzen motiviert und mit Spaß bei der Sache sein müssen, ist es harte Arbeit, die sie leisten. „Während der Suche atmet der Hunde 300 Mal ein, und nur ein einziges Mal aus. Und zwar innerhalb von einer Minute. Nur so kann er einer Spur folgen. Die Körpertemperatur des Hundes steigt dabei innerhalb von 15 Minuten um ein Grad.“

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