Angebot ausbauen

Niedergelassener Mediziner eröffnet ein Versorgungszentrum

Ansar Hayat möchte ein umfassendes medizinisches Angebot in der Stadt sicherstellen und Ärzten die Möglichkeit zum Praktizieren geben.

Noch sind der Umbau des Hauses und die Sanierung einiger Räume nicht abgeschlossen. Vor der Eingangstür schaut es noch sehr nach Baustelle aus. Innen wird der Altbau gerade saniert. Aber der neue Anbau ist fertig, hier werden bald Patienten behandelt.

„Medizinisches Versorgungszentrum Medicum“ ist am Eingang zu lesen. Es befindet sich in der Bahnhofstraße in direkter Nachbarschaft zum Bahnhof. Doktor Ansar Hayat, ein ruhiger, ausgeglichener Mann, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie, bittet in sein Sprechzimmer im Dachgeschoss.

Vor fünf Jahren übernahm er in dem Haus die Praxis von Dr. Ronald Cube und erwarb später das Gebäude. Anfang des Jahres begann Hayat, sein medizinisches Angebot zu einem medizinischen Versorgungszentrum mit dem Namen „Medicum“ (lateinische Form von Medicus, zu Deutsch: Arzt) zu erweitern. „Ziel ist es, das hausärztliche internistische Angebot in der Stadt weiter auszubauen“, sagt der 40-Jährige.

Raunheim zähle rund 17 000 Einwohner. Es seien jedoch nur wenige Ärzte und Fachärzte in der Stadt angesiedelt, meint Hayat. Er wolle den Einwohnern ein umfangreiches medizinisches Angebot bereitstellen und denke dabei auch an Senioren und gehbehinderte Menschen. In das Haus hat er deshalb einen Fahrstuhl einbauen

lassen.

Wenn Umbau und Sanierung im März vollständig abgeschlossen sind, stehen im Unter-, Ober- und Dachgeschoss insgesamt zehn Sprechzimmer zur Verfügung. Im Erdgeschoss ist bereits die frühere Apotheke aus der Ludwigstraße angesiedelt. Sie rundet das medizinische Angebot ab.

Bisher praktizieren er selbst sowie eine Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Allgemeinmedizin in den Räumen. Er habe noch Platz für fünf bis sieben Ärzte, versichert er. Hayat könne sich beispielsweise die Fachrichtungen Dermatologie, HNO und Diabetologie vorstellen.

Hinter dem medizinischen Versorgungszentrum stecke auch eine rechtliche Vorgabe, informiert Hayat. Der Arzt möchte verschiedene Fachrichtungen unter einer zentralen Anlaufstelle mit einem zentralen Empfang in mehreren Sprechzimmern vereinen. „Das ist wie in einem Krankenhaus“, sagt er. Die Kollegen seien keine selbständig niedergelassenen Ärzte, sondern seine Angestellten, denen er ein Gehalt bezahle. „Ich bin dann Arzt und Unternehmer“, stellt er schmunzelnd fest.

Es gebe im Kreisgebiet viele ältere Fachärzte, die keine Nachfolger für ihre Praxen finden. Denn zahlreiche junge Ärzte und Ärztinnen scheuten das finanzielle Risiko. Sie bevorzugten stattdessen ein Angestelltenverhältnis, weiß Hayat. Ihm selbst assistieren derzeit zwei Ärzte, die sich in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner befinden und nach ihrer Ausbildung bei ihm anfangen könnten.

Dass über die Stadt am Stadtzentrum derzeit ein Ärztezentrum entsteht, umtreibe ihn nicht. Es sei über einen längeren Zeitraum nichts in dieser Richtung passiert, deshalb habe er selbst ein medizinisches Versorgungszentrum gründen wollen. Die Stadt habe ihn bei diesem Vorhaben sogar unterstützt.

Eine mögliche Konkurrenz unter den Ärzten erkenne er nicht. Denn es handle sich um Bestandsärzte des GPR-Klinikums, die lediglich innerhalb des Stadtzentrums umziehen. Er wisse, dass nur zehn Prozent der Patienten ihren Arzt wechselten, der Rest bleibe seinen Praxen treu.

Abgesehen davon seien wegen des Fachärzte-Mangels die Wartezeiten für Behandlungen sehr lang. Mit einer besseren Versorgung werde sich die Situation verbessern.

Zu dem Zentrum gehören übrigens noch Zweigstellen in Walldorf und Groß-Gerau.

Hayat selbst praktiziert zwei Mal in der Woche in Groß-Gerau, wo er auch mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt. Sowohl in Groß-Gerau als auch in Walldorf praktiziert zudem noch eine Allgemeinmedizinerin. Alle Praxen seien miteinander vernetzt, die Patienten können sich daher jederzeit alternativ in den Praxen behandeln

lassen.

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