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Referenten vom Jobcenter: Über das SGB II im Zusammenhang mit Asylbewerbern informieren Rainer Weber (links) und Hicham Larja.

Flüchtlinge in Raunheim

Noch mehr Helfer gesucht

Der Runde Tisch Asyl informierte bei seiner Sitzung über die jüngste Entwicklung bei den Flüchtlingen. So ist das Begegnungscafé gut angelaufen. Zu Gast waren Vertreter des Jobcenters des Kreises, die einen Überblick über Leistungen nach dem SGB II für Flüchtlinge gaben.

Von RÜDIGER KOSLOWSKI

Das Begegnungscafé in der Unterkunft für Flüchtlinge in der Karl-Liebknecht-Straße soll auch weiterhin den Asylbewerbern und der Bevölkerung angeboten werden. Dies betonte der Sprecher der Arbeitsgruppe, Tobias Bisignano, am Dienstag beim Runden Tisch Asyl. Allerdings benötige das Café noch ehrenamtliche Helfer. Insgesamt wünschte er sich zehn bis zwölf Personen, die im wöchentlichen Wechsel in dem Café aushelfen.

Ob die Begegnungsmöglichkeit allerdings weiterhin sonntags angeboten wird, ist noch offen. Bisher trafen sich Flüchtlinge und Bevölkerung an den Sonntagen. Von der katholischen Gemeinde wurde jetzt eingeworfen, dass der Sonntag ein Familientag sei. Bisignano gab im Gegenzug zu bedenken, dass einige in der Helfergruppe samstags ihrem Beruf nachgehen müssten. Die Leiterin des Runden Tisches, Henrike Blaum, will jetzt erst einmal allgemein um Hilfe für das Wochenende aufrufen und dann schauen, an welchem Tag das Café angeboten wird.

Ab Montag, 15. Februar, soll der Internetauftritt des Runden Tisches Asyl über die Homepage der Stadt freigeschaltet werden, kündigte Renate Völlinger, die Teilfachbereichsleiterin Soziales und Kultur, an. Sie selbst werde die Seite pflegen, Hinweise für die Aktualisierungen der Seite seien erwünscht.

Der Runde Tisch wurde seit Dezember 2014 mit Spenden in Höhe von 3300 Euro bedacht, berichtete Renate Völlinger weiter. 1450 Euro seien bisher für die Unterstützung der Flüchtlinge ausgegeben worden.

Eine Arbeitsgemeinschaft des Runden Tisches hat eine Broschüre über Verhaltensweisen für die Flüchtlinge zusammengestellt. In den kommenden Tagen können die Teilnehmer noch Verbesserungsvorschläge unterbreiten. In der Broschüre weist der Runde Tisch unter anderem auf die deutsche Rechtsordnung und das Sozialsystem, aber auch auf den Hygienestandart und die Schulpflicht der Kinder hin. Außerdem gibt es eine Adressenliste der Vereine.

In der Unterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße soll übrigens eine Hausordnung unter den Flüchtlingen verteilt werden. Einige Asylbewerber würden sich über vieles hinwegsetzen und beispielsweise das Rauchverbot missachten, so Renate Völlinger. Die geplante Unterkunft in der ehemaligen Pension Bemmert Im Plauel könnte belegt werden, wenn die Umbauarbeiten abgeschlossen sind, informierte sie weiter. „Da ist jetzt alles in trockenen Tüchern“, betonte sie. Ob die Unterkunft in der Karl-Liebknecht-Straße dauerhaft betrieben werde, bleibe abzuwarten.

Der Kreis habe zumindest die Prognosen leicht nach unten korrigiert. Patrick Pfannenschmidt, Betreuer der Hilfsorganisation Caritas, berichtete, dass bei Büttelborn eine Unterkunft für 400 Personen eröffnet worden sei. Dort würden die Asylbewerber zunächst untergebracht und dann erst auf die Kommunen verteilt werden. Er rechne nicht damit, dass im Februar den Städten und Gemeinden weitere Flüchtlinge zugeteilt werden.

Renate Völlinger und die Leiterin des Runden Tisches, Henrike Blaum, begegneten Gerüchten, dass Flüchtlinge in einer überwachten Moschee in Frankfurt Deutschunterricht erhielten. Sie würden vielmehr im Beruflichen Bildungszentrum in Bornheim unterrichtet. Die Kosten sowohl für den Unterricht als auch für die Fahrt in den Frankfurter Stadtteil übernehme eine muslimische Organisation, über die sich Völlinger noch erkundigen möchte.

Der Runde Tisch ruft zu Spenden für Sportbekleidung für Männer und Kinder auf. Außerdem würden Schwimmbekleidung und Kinderfahrräder benötigt, so Henrike Blaum.

Rainer Weber und Hicham Larja von der Fachstelle Flüchtlinge und Bleibeberechtigte des Jobcenters des Kreises informierten unterdessen über die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II für Asylbewerber, die ihre Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Denn dann endet der Bezug nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Die Flüchtlinge müssen den Antrag für die Leistung stellen. Wichtig sei, so Rainer Weber, dass der Bescheid maximal über sechs Monate Gültigkeit habe. Wer weiterhin Hilfeleistungen in Anspruch nehmen wolle, müsse vier Wochen vor Ablauf selbständig einen Folgeantrag stellen. „Die Leistung nach dem SGB II ist eine Übergangslösung und soll keinen Dauerzustand darstellen“, betonte er.

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