Udo Bausch
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Politik

Oberbürgermeister schichtet Dezernate um

Udo Bausch hat die Dezernate der Stadtverwaltung neu aufgeteilt: Die Verantwortung von Baudezernent Nils Kraft wird größer, die ehrenamtliche Stadträtin Marianne Flörsheimer kümmert sich nun um den Lärmschutz.

Im Rathaus weht ein neuer Wind: Rund vier Wochen nach seinem Amtsantritt hat der neue Rüsselsheimer Oberbürgermeister Udo Bausch (unabhängig) per Organisations-Verfügung die Dezernate der Stadtverwaltung neu zugeschnitten. Wie gestern auf einer dazu einberufenen Pressekonferenz bekanntgegeben wurde, wird unter anderem der Schlüssel-Bereich Umwelt und Planung von nun an nicht mehr vom Oberbürgermeister sondern von Stadtrat Nils Kraft (SPD) im Dezernat III betreut.

Weniger Verzögerungen

Nils Kraft, der bisher etwa für die Tätigkeiten der Bauaufsicht, des Tiefbauamts und der Gebäudewirtschaft verantwortlich zeichnete, freut sich über den Zuwachs seines Verantwortungsbereichs: „Durch diese Verteilung lassen sich Reibungsverluste vermeiden und schnelle Lösungen finden.“ So habe es in der Vergangenheit oft Verzögerungen von Entscheidungen gegeben, weil die Absprachen zwischen Kraft und dem bisherigen Stadtplanungsdezernent Patrick Burghardt (CDU) zu viel Zeit in Anspruch genommen hätten: „In diesem Fall geht es nicht um etwaige politische Differenzen“, so Nils Kraft. Es sei schlicht pragmatisch, Bauaufsicht und Planung innerhalb eines Dezernats zu bündeln. Auch das vermeintlich nebensächliche Amt für Brandschutz wechselt vom Dezernat I, das weiterhin vom Oberbürgermeister betreut wird, nun in die Zuständigkeit von Nils Kraft.

Udo Bausch begründet den Wechsel der beiden Ämter damit, dass im Bereich Bauen und Bauaufsicht nun schneller gearbeitet werden könne: „Das ist mein Wunsch: Weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen.“ Nils Kraft sei in der Region verwurzelt, habe bereits seit einiger Zeit große Verantwortung getragen.

Zudem gibt es in der Stadtverwaltung nun ein weiteres Dezernat, das von der ehrenamtlichen Stadträtin Marianne Flörsheimer (Linke/Liste Solidarität) betreut wird. Im Dezernat IV werden die Aufgabenbereiche Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung sowie Lärmabwehr und Klimaschutz gebündelt. „Frau Flörsheimer ist sehr nah an den Entwicklungen in Sachen Flughafenausbau dran und hat große Sachkenntnis“, so Udo Bausch. Der Oberbürgermeister machte zudem deutlich, dass Marianne Flörsheimer die Nachfolge von Patrick Burghardt in der Fluglärmkommission antreten wird. „Dort wird der Rüsselsheimer Einfluss nun größer“, ist sich die neue Dezernentin sicher. „Der Klimaschutz ist mein übergeordnetes Thema“, sagte Marianne Flörsheimer. Dies sei schließlich auch das Thema, das die Gesellschaft in den nächsten Jahren maßgeblich beschäftigen werde. „Es ist kein Geheimnis, dass ich eine klare Haltung zum Thema Flughafen habe. Das Ziel muss es sein, Flugbewegungen einzuschränken und das absolute Nachtflugverbot durchzusetzen.“

Stärkung der Stadt

Auch will Marianne Flörsheimer eine bessere Abstimmung in der Rüsselsheimer Verkehrsentwicklung durchsetzen und die Rechte von Fußgängern und Radfahrern in der Innenstadt weiter stärken.

Udo Bausch begründet die Entschlackung seines Dezernats damit, dass er sich auf die wirtschaftliche Stärkung der Stadt konzentrieren will, etwa die Ansiedlung innovativer Unternehmen: Es könne nur vorteilhaft sein, wenn Entwicklungen in der Stadt breiter diskutiert würden. „Wichtig ist“, so Nils Kraft abschließend, „dass wir wieder einen Geist des Miteinanders herstellen. Dass die Dezernate eine gemeinsame Grundhaltung haben.“

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