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PSA-Chef Carlos Tavares fordert Zugeständnisse von den Mitarbeitern.

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Opel: Leere Hülle oder Tech-Rückgrat?

Wohin fährt Opel unter dem neuen Eigentümer PSA? Vor den wichtigen Verhandlungen zwischen Unternehmen und IG Metall gehen die Prognosen auseinander. Ein Experte erwartet Schlimmes.

Die Sorge um die Zukunft des Autoherstellers Opel unter der Führung des französischen PSA-Konzerns wächst. Unmittelbar vor den möglicherweise wegweisenden Verhandlungen zwischen dem Management und dem Betriebsrat hat der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer davor gewarnt, dass bei weiter sinkenden Verkaufszahlen Investitionen in eigenständige Modelle kaum noch möglich seien. Das Unternehmen widerspricht diesen Einschätzungen – und schafft Fakten, indem laut „Automobilwoche“ das Opel-Werk im polnischen Gliwice (Gleiwitz) komplett in den PSA-Produktionsverbund eingebunden werden soll.

Dudenhöffer kritisierte die Abfindungspolitik in den deutschen Werken: „PSA-Chef Tavares scheint bereit zu sein, mit vielen „goldenen Handshakes“ Opel profitabel zu machen. Damit degeneriert Opel zu einer PSA-Hülle“, schreibt er in einer Analyse der jüngsten Verkaufszahlen. Die Werke Eisenach und Kaiserslautern sowie der Stammsitz Rüsselsheim im heutigen Umfang würden für ein derartiges Geschäftsmodell nicht gebraucht. Der Direktor des Car-Instituts an der Universität Duisburg-Essen macht sich damit die gewerkschaftliche Kritik an den umfassenden Abfindungsprogrammen zu eigen. Die IG Metall fürchtet einen Kahlschlag in den deutschen Werken mit rund 19 000 Beschäftigten.

Die vom PSA-Konzern zugesicherten Entwicklungskompetenzen reichten für eine Auslastung des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums mit mehr als 7000 Ingenieuren nicht aus, kritisierte Dudenhöffer. Leichte Nutzfahrzeuge würden aus klassischen Pkw-Plattformen abgeleitet, und die an den Opel-Stammsitz vergebene Brennstoffzelle werde auf Jahre kaum eine Rolle spielen. Die neuen, auf PSA-Plattformen entwickelten SUV-Modelle Crossland und Grandland blieben zudem hinter den Erwartungen zurück.

Den Thesen widersprach ein Unternehmenssprecher, denn für die beiden Modelle lägen zusammen bereits mehr als 190 000 Bestellungen vor. Opel habe zudem bewusst entschieden, unprofitable Verkaufskanäle zu meiden. „Wir steigern erfolgreich die Ertragskraft pro verkauftem Auto, selbst wenn das auf Kosten der Marktanteile geht.“ Die Zugehörigkeit zu PSA sichere Opel den Zugriff auf die Konzerntechnologie, so dass die Komplexität massiv reduziert werde.

„Opel steht für deutsche Ingenieurskunst“, erklärte der Sprecher. Jeder Opel werde künftig im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim gestaltet und entwickelt. Rüsselsheim erhalte neue Entwicklungsverantwortungen, sei konzernweit zum Beispiel für Sitze und manuelle Schaltgetriebe verantwortlich, aber auch für Zukunftstechnologien wie Brennstoffzellen. Rüsselsheimer Engineering werde auch Rückgrat für die Forschung und Entwicklung der PSA-Gruppe sein.

PSA hatte Opel im vergangenen August von General Motors übernommen und später betriebsbedingte Entlassungen und Werkschließungen ausgeschlossen. In der kommenden Woche findet die 16. Sitzung der internen Einigungsstelle mit dem von der IG Metall dominierten Betriebsrat statt. Die Gewerkschaft verlangt vom Opel-Management belastbare Planungen für Produktion und Personal an den fünf deutschen Standorten in Rüsselsheim, Eisenach, Kaiserslautern, Dudenhofen und Bochum. PSA hat Investitionen nur für den Fall zugesichert, dass sich die Standorte wettbewerbsfähig zeigten.

Der französische Autobauer gliedert unterdessen das Opel-Produktionswerk im polnischen Gliwice ein, um dort alle Marken der PSA-Gruppe bauen zu können. Das berichtet die Branchen- und Wirtschaftszeitung „Automobilwoche“. Ein PSA-Sprecher bestätigte der Zeitschrift die Transaktion und betonte: „Sie müssen die Groupe PSA als Ganzes betrachten, die das Prinzip des Cross-Manufacturing für verschiedene Marken bereits in drei Werken betreibt“. Das sind Sochaux in Frankreich sowie in Spanien Vigo und das einstige Opel-Werk Saragossa.

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