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Opel streicht im Stammwerk in Rüsselsheim die Spätschicht. 

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Opel meldet Kurzarbeit in Rüsselsheim an - Spätschicht wird gestrichen

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Der hessische Autobauer Opel streicht in seinem Stammwerk in Rüsselsheim für sechs Monate die Spätschicht und schickt seine Mitarbeiter in Kurzarbeit. 

Rüsselsheim - Der Autobauer Opel streicht in seinem Stammwerk Rüsselsheim für sechs Monate die Spätschicht. In Absprache mit dem Betriebsrat hat das Unternehmen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeit für die meisten der rund 2600 Beschäftigten des Produktionswerks angezeigt, wie ein Opel-Sprecher am Dienstag erklärte. Zuerst hatten „Handelsblatt“ und „Wirtschaftswoche“ über den Einschnitt berichtet.

„Die Kurzarbeit soll in diesem Monat beginnen und sechs Monate andauern. Dieser Schritt dient dazu, eine sozialverträgliche Brückenlösung zu schaffen“, sagte ein Opel-Sprecher auf Anfrage.

Opel: Betriebsbedingte Kündigungen bis Sommer 2023 ausgeschlossen

Die Arbeitnehmer erhalten für die nicht geleistete Arbeitszeit Kurzarbeitergeld als Lohnersatzleistung sowie einen Zuschlag von Opel. Das Entwicklungszentrum und weitere zentrale Einheiten des Autobauers sind nicht betroffen.

In dem zum französischen PSA-Konzern zählenden Autowerk fehlt derzeit die Arbeit. So ist im Sommer die Produktion des Familienwagens Opel Zafira ausgelaufen, und der Absatz der Limousine Insignia schwächelt. Erst im Jahr 2021 kommt mit dem Kompaktwagen Astra ein zweites Modell ins Opel-Stammwerk in Rüsselsheim und soll dieses nachhaltig sichern. Bis dahin sollen die Beschäftigten möglichst im Unternehmen gehalten werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Opel-Standorten bis Sommer 2023 ausgeschlossen.

Zwei Rückrufaktionen bei Opel

Momentan hat Opel mit zwei Rückrufaktionen zu kämpfen. Betroffen sind dem Portal „kfz-Rückrufe.de“ zufolge weltweit rund 70 000 Zafira mit schwarzen Dachrelings sowie knapp 18 000 SUVs vom Typ Crossland mit 1,2-Liter-Saugmotor, bei dem es Probleme in der Abgasbehandlung gibt.

Opel-Mutter PSA verkauft Teile des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim

Der PSA-Konzern hatte den kriselnden Autobauer Opel im Jahr 2017 von General Motors übernommen. Seitdem kam es immer wieder zu Einschnitten. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass PSA Teile des Entwicklungszentrums in Rüsselsheim an den französischen Ingenieursdienstleister Segula verkauft hat.*

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msb/dpa

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