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SC Opel: Vereinsmitglieder stimmen für Partnerschaft mit Borussia Dortmund

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Der SC Opel will von den Großen im Fußball lernen. Dafür hat der Verein einen Partner gefunden, wie er in Deutschland größer kaum sein könnte: Borussia Dortmund.

So etwas habe es noch nie gegeben, ist Michael K. Theis überzeugt. Der Vorsitzende des SC Opel Rüsselsheim spricht von einer einmaligen Chance. Damit meint er die Partnerschaft, die der Fußball-A-Ligist ab Anfang des nächsten Jahres mit Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund eingehen will. Die Mitglieder des SC haben dafür am Montagabend in einer außerordentlichen Versammlung grünes Licht gegeben. Und zwar einstimmig bei einer Enthaltung. Der Kooperationsvertrag mit Borussia Dortmund, der noch unterschrieben werden muss, sieht zunächst eine Zusammenarbeit für drei Jahre vor. Wenn es gut läuft, soll verlängert werden.

Herzstück ist dabei der regionale Stützpunkt der BVB-Fußballakademie, den die Dortmunder in Rüsselsheim aufbauen wollen. „Wir haben den SC Opel Rüsselsheim in den letzten Jahren im Rahmen diverser Projekte bereits als engagierten und verlässlichen Partner kennengelernt und freuen uns auf die Intensivierung der Zusammenarbeit“, äußert sich Christian Diercks, Teamleiter in der BVB Fußballakademie.

Hilfreich für das Zustandekommen der Kooperation dürften auch die Kontakte von Theis gewesen sein. Er war bis vor Kurzem beim BVB-Sponsor Opel Kommunikationschef in Deutschland und unter anderem eben für das Sportsponsoring verantwortlich.

Zweimal jährlich

, in den Oster- und Herbstferien, sollen einwöchige Fußballcamps auf dem Gelände am Sommerdamm abgehalten werden. Teilnehmen können jeweils 64 Kinder. Auch Nachwuchs-Kicker von benachbarten Vereinen sollen mitmachen dürfen, die Möglichkeit mitzumachen.

Nicht zuletzt für sie will der SC durch die Zusammenarbeit mit den Dortmundern attraktiv werden. Bei der Konkurrenz in der Region investiere manch Gönner viel Geld. „Das ist ein Problem. Wir wollen da anders sein“, betont Theis. Bei der Kooperation mit dem BVB werde deshalb auch kein Geld fließen. Allerdings soll der SC Opel, der sich die Vereinsfarben mit Borussia Dortmund teilt, spätestens ab der Saison 2019/2020 vom BVB-Sponsor Puma ausgestattet werden. „Der BVB stiftet uns pro Saison vier komplette Trikotsätze inklusive Trainingsanzüge“, erzählt Theis. Zudem erhielten SC-Mitglieder „Sonderkonditionen“ im Online-Shop des BVB.

Und überhaupt sollen durchaus Einnahmen generiert werden. Allein die Vermarktung von einigen Plätzen in den Fußball-Feriencamps soll einen niedrigen fünfstelligen Betrag bringen. Neben den Fußballcamps, die in ähnlicher Form bereits in Rüsselsheim abgehalten wurden, soll auch der BVB-Family-Cup erneut in Rüsselsheim ausgetragen werden. Bei dem Familienturnier spielen Väter oder Mütter gemeinsam mit ihren Kindern in einer Mannschaft. Bei der Ausrichtung beider Veranstaltungen habe sich der SC Opel als guter Partner und zuverlässiger Organisator erwiesen und somit die Grundlage für die jetzige Kooperation geschaffen, blickt Theis zurück. Das Familienturnier werde 2019 im Mai oder Juni ausgetragen. Wie die Fußballcamps sei auch diese Veranstaltung nicht nur für Vereinsmitglieder gedacht.

In Rüsselsheim etablieren will Theis ein großes Jugendturnier. Bei diesem soll stets auch der BVB mit einer Mannschaft vertreten sein. „Wenn die Dortmunder kommen, dann kommen auch andere Mannschaften wie Mainz oder Darmstadt. Vielleicht sogar Teams aus dem Ausland“, prognostiziert Theis.

Neu ins Leben rufen will Theis ferner eine Turnierserie für Firmen. „Mit sieben, acht Mannschaften, die den Sieger dann über mehrere Wochen ausspielen können“, sagt der SC-Vorsitzende. Dem Sieger soll dann Möglichkeit geboten werden, ein Spiel des BVB zu besuchen.

Die Borussia und den SC Opel verbinde einiges, macht Theis bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung deutlich. Beide hätten Gelb und Schwarz als Vereinsfarben, beide entstammten aus einer Arbeiterstadt im Umbruch, aus Orten, in denen es eine besondere Vielfalt an Nationalitäten und Kulturen gebe. „Die strategische Partnerschaft zwischen Borussia Dortmund und dem Autobauer Opel passt ins Bild“, sagt Theis. Von Vorteil sei auch die zentrale Lage und gute Erreichbarkeit Rüsselsheims im Rhein-Main-Gebiet. Für den SC Opel biete die Kooperation mit dem Bundesligisten die Chance, von „den Großen“ zu lernen, in dem beispielsweise die Jugendtrainer des Vereins in Schulungen und Training eingebunden würden.

„Die Partnerschaft mit dem BVB wird das Image des SC Opel stärken und somit die Identifikation der Mitglieder erhöhen. Auch für die Vereinskasse wird es von Vorteil sein, wenn im Gegenzug für die organisatorischen Aufgaben zum Beispiel die Zuschauereinnahmen beim SC Opel verbleiben“, wirbt er bei den Mitgliedern für die Kooperation.

Erfolgreich könne diese letztlich nur mit deren Engagement sein, in dem die Mitglieder wie auch die Eltern der Jugendspieler mitanpacken, in dem es gelingt, neue Leute zur Mitarbeit beim SC Opel zu motivieren und indem Ehemalige an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren.

Abgesehen davon, dass der BVB pro Jahr einen Auftritt seiner Traditionself am Sommerdamm in Aussicht stellt, würden die Borussen helfen, dort hochkarätige Freundschaftsspiele auf die Beine zu stellen. Im Sommer hatte der SC Opel bereits die Partie zwischen dem englischen Erstligisten Huddersfield Town und Dynamo Dresden ausgerichtet. 70 Helfer sorgten damals für einen reibungslosen Ablauf der Partie. Solche Großereignisse zu stemmen, ist also viel Arbeit. Doch der Tenor auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung war eindeutig: „Wir wollen diese historische Chance ergreifen.“

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