Raus aus Das Adam-Opel-Haus: Bis 2025 will sich das Unternehmen in Rüsselsheim völlig neu präsentieren.
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Raus aus dem Adam-Opel-Haus: Bis 2025 will sich das Unternehmen in Rüsselsheim völlig neu präsentieren.

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Opel will raus aus dem Adam-Opel-Haus

  • Olaf Kern
    VonOlaf Kern
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Der Autobauer stellt seine Pläne für Rüsselsheim vor: Auf dem Werksgelände soll ein neuer, wesentlich kleinerer Campus entstehen. Was geschieht mit den frei werdenden Flächen? Und was mit dem Hauptsitz?

Rüsselsheim – Der Stellantis-Konzern stellt am Deutschland-Sitz Rüsselsheim nach eigenen Aussagen die Weichen auf eine CO2-neutrale Zukunft. So wird in den kommenden Jahren am Stammsitz der Marke Opel, die drei Jahre später in Europa ausschließlich rein batterie-elektrische Fahrzeuge anbieten wird, ein grüner Campus entstehen, der 2025 fertiggestellt sein soll, wie einer Pressemitteilung von Donnerstag zu entnehmen ist.

Auf deutlich reduzierter Fläche in unmittelbarer Nähe zum modernen Fertigungswerk würden hochmoderne Büros und Arbeitsstätten für die Mitarbeiter:innen auch aus Verwaltung, Forschung & Entwicklung und Vertrieb entstehen.

Rüsselsheim leiste damit einen entscheidenden Beitrag zum Ziel von Stellantis, sich als Konzern CO2-neutral aufzustellen. Rüsselsheim soll dabei Vorreiter für andere Standorte des Konzerns werden: Die Erfahrungen aus der Transformation des Standortes würden auch für die Entwicklungen des Konzerns an anderen Orten weltweit genutzt werden.

Stellantis-Marke Opel: "Konstruktive Gespräche" mit Stadt Rüsselsheim

Über die weitere Flächenentwicklung haben laut Unternehmen konstruktive Gespräche mit der Stadt und den Arbeitnehmervertretern bereits begonnen und werden in den nächsten Monaten fortgeführt. Insgesamt werde durch die Zusammenarbeit mit einem externen Investor von Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe ausgegangen - damit zeige Stellantis ein deutliches Bekenntnis in die Zukunft seines Standortes Rüsselsheim.

"Wir entwickeln hier einen CO2-neutralen grünen Campus - mit einem konsequenten Niedrigenergiekonzept, der umfassenden Nutzung von Solar-Panels auf allen Dächern und einer umfangreichen Begrünung, die Vorbildcharakter haben wird", so Opel CEO Uwe Hochgeschurtz. "Umweltfreundlichkeit und Effizienz werden bei uns großgeschrieben.

Neuer Hauptsitz von Stellantis in Deutschland, Adam-Opel-Haus wird aufgegeben

Der neue Hauptsitz von Stellantis in Deutschland soll in die historische Gebäudesubstanz K 40, die derzeit leer steht, eingebunden werden. Heißt im Klartext: Das markante Adam-Opel-Haus am Rugbyring wird im Gegenzug aufgegeben. Das sorge für deutlich weniger Ressourcennutzung im Vergleich zu einem kompletten Neubau und mache gleichzeitig zu jeder Zeit die große industrielle Tradition des Unternehmens sichtbar. Insgesamt verbessere man durch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, "indem wir uns durch kürzere Wege effizienter aufstellen", so Hochgeschurtz.

Ralph Wangemann, Personalchef von Stellantis in Deutschland ergänzte: "Die Transformation der Automobilbranche, die Stellantis und Opel aktiv vorantreiben, wird in Rüsselsheim besonders deutlich erlebbar werden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich schon heute auf ihre künftige Arbeitsumgebung freuen. Wir schaffen einen hochattraktiven Campus mit modernster Arbeitsausstattung, hervorragender Erreichbarkeit und besten Voraussetzungen für ein flexibles von Kommunikation und Innovation geprägtes Arbeiten."

Mehr mobiles Arbeiten bei Opel in Rüsselsheim

In Rüsselsheim werde schon jetzt ein neues, effizientes Arbeitskonzept unter dem Namen "New Era of Agility" eingeführt, heißt es weiter. Dies sieht eine Kombination aus mobilem Arbeiten und Präsenz am Campus vor. In "modernen und flexiblen" Arbeitsbereichen wird der Fokus vor allem auf Zusammenarbeit und kreativen Austausch gelegt.

Die Pläne von Stellantis böten der Stadt Rüsselsheim eine enorme Chance, die Entwicklung der Stadt im Bereich der dann ehemaligen Opel-Werksflächen weiter voranzutreiben.

Stellantis beabsichtigt, ein CO2-neutrales Unternehmen und Marktführer bei emissionsarmen Fahrzeugen (LEV) zu werden. Ziel ist es, bis 2030 einen LEV-Anteil von 70 Prozent des Absatzes in Europa zu erreichen und von mehr als 40 Prozent in den USA zu LEV. Alle 14 Marken des Konzerns haben sich verpflichtet, erstklassige vollelektrifizierte Lösungen anzubieten. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat das Unternehmen einen Investitionsplan von 30 Milliarden Euro angekündigt. Stellantis plant, die Freiheit der Mobilität auf die effizienteste, kostengünstigste und nachhaltigste Weise zu gewährleisten. (ok)

Kein Auto hat Opel so häufig verkauft wie den Astra und seinen Vorgänger Kadett. Das neue Modell wird ausschließlich in Rüsselsheim produziert – und auch Jürgen Klopp kommt zur Weltpremiere. Zudem holt Opel sein Kult-Auto Manta aus der Mottenkiste.

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