Der Opel Manta aus dem Film „Manta Manta“. Der Autobauer aus Rüsselsheim plant eine neue Version des Kult-Wagens- und zwar als E-Auto.
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Der Opel Manta aus dem Film „Manta Manta“. Der Autobauer aus Rüsselsheim plant eine neue Version des Kult-Wagens- und zwar als E-Auto. (Archivbild)

Automobilbau

Opel plant Comeback des Manta – und zeigt erste Skizze

  • Olaf Kern
    VonOlaf Kern
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Veränderungen bei Opel: Künftig sollen Autos in China angeboten werden. Auch ein neuer Manta ist geplant - rein elektrisch betrieben.

Rüsselsheim - Der multinationale Autokonzern Stellantis steigert seine Investitionen in die Elektromobilität. Für die deutsche Tochter Opel bedeutet das eine schnelle Neuausrichtung mit einem echten Comeback: Der Opel Manta kommt zurück - als Elektroauto.

Wie der legendäre Sportwagen aus den 1970er-Jahren steht der Autobauer Opel als Ganzes vor einer kompletten Umstellung auf Elektromobilität. Bis 2028 werde das Unternehmen in Europa nur noch Elektromobile anbieten, kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller am Donnerstag auf einer Präsentation des Mutterkonzerns Stellantis an. Zudem werde Opel als reine Elektro-Marke auf dem chinesischen Markt eingeführt.

Opel: Mutterkonzern Stellantis will 30 Milliarden investieren - E-Autos mit großer Reichweite

Für die "Mitte dieses Jahrzehnts" sei zudem eine Neuauflage des Sportwagen-Klassikers "Manta" als E-Auto geplant. Es wird somit tatsächlich umgesetzt, was seit geraumer Zeit schon im Raum stand. Schon vor einigen Wochen hatte Opel international für Aufsehen mit Bildern eines zum E-Auto umgebauten Original-Mantas gesorgt. Das Auto ist allerdings ein Einzelstück und galt bislang als Experiment, gebaut nach einer Idee von Ingenieuren und Mechanikern bei Opel in Rüsselsheim. Wie letztlich der neue Manta dann aussehen wird, ist aber noch nicht bekannt.

Bislang nur eine Studie auf dem Weg zum neuen Manta: Ab Mitte des Jahrzehnts soll dann das fertige Serienmodell kommen. abbildung: opel

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis will bis Mitte des Jahrzehnts mehr als 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung seiner Automodelle investieren. Unter anderem sind eine eigene Batterieproduktion und mehrere Plattformen geplant, auf denen dann unterschiedliche Automodelle aufgebaut werden können. Emissionsarme Fahrzeuge sollen in Europa Ende des Jahrzehnts auf einen Anteil von über 70 Prozent kommen nach 14 Prozent zurzeit, wie Konzernchef Carlos Tavares am Donnerstag bei einer Online-Präsentation ankündigte.

Die E-Autos sollen auf eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern kommen, sagte Tavares. Vier Plattformen soll es geben, auf denen die Autos und Marken des Konzerns basieren.

E-Autos aus dem Hause Opel: Fahrzeuge sollen künftig in China rein elektrisch angeboten werden

Nach Angaben des Unternehmens sollen Autonutzer von 2026 an nicht mehr für ein E-Auto zahlen müssen als für ein herkömmliches Auto mit Verbrennungsmotor. Bei dieser Rechnung seien mögliche staatliche Unterstützungen ausgeklammert. Mit der Ankündigung Lohschellers ist nicht ausgeschlossen, dass Opel nach 2028 auf außereuropäischen Märkten auch weiterhin Autos mit Verbrennermotoren verkauft.

In China sollen Opel-Fahrzeuge allerdings rein elektrisch angeboten werden. In der Volksrepublik hatte Stellantis zuletzt nur einen schwachen Absatz. Stellantis war Anfang des Jahres aus dem Zusammenschluss der französischen PSA-Gruppe mit Fiat Chrysler (FCA) entstanden. Der Konzern mit starken Standbeinen in Europa und Nordamerika führt 14 Marken, unter ihnen sind Peugeot, Fiat, Dodge oder Opel.

Für die Produktion von Batteriezellen will die Gruppe nach Angaben von Generaldirektor Carlos Tavares auch ihr Motorenwerk im süditalienischen Termoli umrüsten.

Rüsselsheim: Opel vor endgültigem Umstieg auf Elektromobilität

Es wäre der dritte Standort nach dem nordfranzösischen Douvrin, wo die Batteriezellen-Produktion 2023 beginnen soll, und bei der britischen Opel-Tochter Vauxhall, wo elektrische Kleintransporter gebaut werden sollen. Batterie-Packs sollen für eine Vielzahl von Fahrzeugen maßgeschneidert werden - von kleineren Stadtautos bis hin zu energiedichten Packs für Hochleistungsfahrzeuge und Trucks. In den USA will Stellantis nach Konzernangaben mit der Sportmarke Dodge ein elektrisches "Muskelpaket" anbieten. Zudem ist ein batteriebetriebener Pick-Up der Marke Ram 1500 geplant.

Die EU-Kommission will sich am Mittwoch zu den künftigen Klimaschutzauflagen für die Autoindustrie äußern. Erwartet wird nach übereinstimmenden Angaben aus Brüsseler Quellen, dass die Kommission die Fahrzeugemissionen ab dem Jahr 2035 auf Null drücken will. Das wäre dann für alle Konzerne das voraussichtliche Stichdatum zum Umstieg auf die Elektromobilität. Andere Autokonzerne hatten zuvor bereits den schrittweisen Abschied vom Verbrennungsmotor bekannt gegeben. (Olaf Kern)

Inzwischen hat auch die Stadt Rüsselsheim ihren Fuhrpark auf E-Autos umgestellt - ohne Opel.

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