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Heilke Zwirn, Veronika Weizsäcker, Andrea Heun, Loretta Stroh, Egon Lang und Rita Vogel (von links) informieren über die Rechte der Patienten in einem Krankenhaus.

Klinikum

Über die Rechte eines Patienten im Krankenhaus informiert das GPR-Klinikum am bundesweiten Tag des Patienten.

Über die Rechte eines Patienten im Krankenhaus informiert das GPR-Klinikum am bundesweiten Tag des Patienten. Auch ein Fürsprecher kann eingeschaltet werden.

„Der Patient ist die wichtigste Person in einem Krankenhaus“, sagt Veronika Weizsäcker. Sie ist Mitglied des klinischen Ethikkomitees des GPR-Klinikums und steht mit anderen Mitarbeitern des Klinikums an der Lounge, um am Tag des Patienten über die Rechte der Patienten zu informieren.

Mit ihrem Satz hat sie die Rolle des Patienten umschrieben. Klinikseelsorgerin Loretta Stroh ergänzt: Nichts passiere in einem Krankenhaus ohne die Einwilligung des Patienten, der Mensch behalte seine Würde. Sie steht bereit, um mit den Patienten und den Angehörigen über Sorgen und Ängste zu sprechen, ein offenes Ohr für sie zu haben.

Bereit für Gespräche muss auch Heilke Zwirn von der Unternehmenskommunikation sein. Sie ist eine von zwei Mitarbeiterinnen im Beschwerdemanagement. Sie macht eines deutlich: Die Geschäftsführung habe ein Interesse daran, dass Beschwerden angenommen und geklärt werden und die Patienten ihre Rechte durchsetzen können. „Wir wollen keine Patienten verlieren“, unterstreicht sie.

Verständliche Aufklärung

Unter die Rechte fällt das Auskunftsrecht. Die Klinik müsse dem Patienten uneingeschränkte Akteneinsicht gewähren. Der Patient habe zudem das Recht auf eine verständliche Aufklärung über seine Krankengeschichte. Nicht jeder Mensch könne den Ausführungen eines Arztes sofort folgen.

Ein Patient darf zudem auf eigenen Wunsch seine Behandlung abbrechen. „Gegen den Willen des Patienten zu agieren, fällt unter die Rubrik Körperverletzung“, betont Zwirn. Es sei davon auszugehen, dass ein Arzt die bestmögliche Behandlung anstrebe. Aber gerade bei vielfältigen oder schweren Erkrankungen würden sich manche Patienten nicht weiter behandeln lassen wollen. „Der Wunsch des Patienten und die medizinische Sicht sind oft nicht im Einklang, er muss aber vom Arzt respektiert werden“, betont Weizsäcker.

Die Patienten haben übrigens das Recht, Patientenfürsprecher einzuschalten. Dies sei kein Bundesrecht, aber in Hessen bestehe eine gesetzliche Verpflichtung, informiert Rita Vogel, die gemeinsam mit Egon Lang diese Aufgabe ehrenamtlich wahrnimmt. Sie erhalten monatlich im Durchschnitt vier bis fünf Anfragen.

Das Beschwerdemanagement filtert, welche Beschwerden sich um die Rechte des Patienten oder auch um den Aufenthalt in der Klinik drehen. Mit dem Konfliktmanagement werde nicht nur die Situation der Patienten verbessert, es entlaste auch die Mitarbeiter, so Zwirn.

Bei den Beschwerden stünden meist Kommunikationsprobleme im Mittelpunkt. Die Kritik richte sich an unfreundliches Personal und ausgebliebene ausführliche Information. Es gehe aber auch um das Essen und die Hygiene, zählt Zwirn beispielhaft auf. Das Beschwerdemanagement nimmt zur Kritik Stellung. „Wir haben ein Interesse daran, das aufzuarbeiten“, sagt Zwirn. Die Kritik fließt in das Qualitätsmanagement ein, es werden Gespräche mit Mitarbeitern geführt. „Es gibt auch berechtigte Kritik, deshalb sollen die Menschen sich auch an uns wenden“, betont sie.

Es gibt auch Lob

Patienten sprächen aber auch Lob aus. Sie würden Pfleger, Krankenschwester und Ärzte loben. Patientin Barbara Lichtlein fühlt sich in dem Klinikum gut behandelt. Das Personal sei freundlich, die Untersuchungen seien reibungslos gelaufen.

Ein bisschen einschränkend urteilt Cornelia Peglow, deren Mann im Klinikum behandelt wird. Die Versorgung sei gut, die Mitarbeiter seien emsig. Manche Mitarbeiter könnten jedoch freundlicher sein, einige würden gestresst wirken. „Vor allem die jungen Mitarbeiter sind freundlich“, stellte die Seniorin fest.

Auch bei der Entlassung aus dem Krankenhaus steht die Klinik dem Patienten zur Seite, erzählt Andrea Heun von der Patientenbegleitung. Gerade für ältere Menschen sei eine Unterstützung im Alltag wichtig.

von RÜDIGER KOSLOWSKI

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