tg_grundstueck_002_141120
+
Das neue Sportzentrum der Turngemeinde: Der blaue Trakt und der Teil mit den rot umrahmten Fenstern sind neue Gebäudeteile, die sich an die linken und rechten Bestandsgebäude gliedern. Grafik: Turngemeinde

Vereine

Pläne für ein neues Sportzentrum werden konkret

Die alten Hallen sind nicht mehr tauglich. Die Turngemeinde will moderne Anlagen, dafür im Gegenzug ein Teilgrundstück verkaufen,

Rüsselsheim -Die Turngemeinde (TG) Rüsselsheim hat bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt. Der rund 3300 Mitglieder zählende Verein entschied sich auf der Versammlung für den Verkauf eines Teils seines Grundstückes an Gerhard Obermayr, den Leiter der benachbarten privaten Europa-Schule. Er sei Wunschpartner im Hinblick auf Synergien und Sport, erklärte TG-Vorstand Martin Skalsky.

Die Turngemeinde kassiere für die 4,3 Hektar große Fläche 2,8 Millionen Euro und damit weit mehr, als nach dem üblichen Bodenrichtwert zu erwarten gewesen sei. Mit dem Geld will die TG die Sanierung des alten Vereinsgebäudes und einen Neubau finanzieren. Dafür werden allerdings in der Summe 4,6 Millionen Euro veranschlagt. Der Differenzbetrag soll über einen Kredit und mit Zuschüssen gedeckelt werden. Die Abstimmung über die Aufnahme eines Kredites wurde indessen verschoben, weil noch einige Punkte unklar seien, so Skalsky.

Der Verein entwickle seit drei Jahren Konzepte, um das Sportzentrum neu zu gestalten. Der älteste Gebäudeabschnitt ist inzwischen 35 Jahre alt. Insgesamt seien die Hallen nicht mehr zukunftsfähig, sagte Skalsky. Als Beispiele nannte er ein mit Asbest versetztes Dach, Defekte an Lüftung und Heizung sowie Wasserschäden.

Angestammter Platz

Es seien auch andere Standorte in Rüsselsheim in Erwägung gezogen worden. Der Verein und Berater seien jedoch immer wieder auf den angestammten Platz in der Johann-Sebastian-Bach-Straße zurückgekommen.

Das Foyer der Tanzsport- und Gymnastikhalle soll abgerissen werden. Auf dieser Fläche und auf dem Gelände des ehemaligen Biergartens wird ein dreigeschossiger und würfelförmiger Neubau errichtet. Im Erdgeschoss werden Geschäftsstelle, Besprechungsraum, Lounge, Kinderecke, Toiletten und Umkleide untergebracht. In der ersten Etage des Neubaus wird das Fitnessstudio eingerichtet, in der zweiten Etage sind Kursräume und weitere Toiletten vorgesehen.

Die bestehende Tanzsport- und Gymnastikhalle wird saniert. Der Gebäudeteil mit der alten Jahnhalle und der Geschäftsstelle wird ebenfalls erneuert. Bis dorthin zieht sich die neue Geschäftsstelle. Dort befinden sich auch behindertengerechte Sanitäranlagen und Umkleiden. Im Obergeschoss entsteht ein Kurs- und Versammlungsraum. Skalsky hob hervor, dass es dann einen gemeinsamen Eingang für alle Bereiche des Sportzentrums geben werde.

Mitte des Jahres 2022 will die TG mit dem Um- und Neubau starten. Nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren soll das neue Sportzentrum fertig sein. Skalsky betonte, dass der Sportbetrieb nicht stillgelegt werden müsse.

Schule erweitern

Verkaufen wird die Turngemeinde für die Teilfinanzierung das Areal mit der Tennishalle, einem Tennisplatz und dem Beachvolleyballfeld. "Das Wintertennis muss dran glauben", meinte Skalsky. Das Tennis in der Halle habe sich nicht nach den Vorstellungen der TG entwickelt, die Tennisabteilung sei immer kleiner geworden.

Gerhard Obermayr wolle auf dem Grundstück seine Schule erweitern. Er denke auch an eine kleine Sporthalle, berichtete Skalsky.

Ein Mitglied brachte indessen Bedenken gegen den Verkauf der Teilfläche vor. Die TG solle es lieber selber nutzen. Er würde gerne Bilanzen sehen.

Was Vorstand Daniela Schmuderer einigermaßen erstaunte. Die Entwicklung des Prozesses sei seit Monaten regelmäßig vorgestellt worden, und jetzt würden plötzlich Bedenken geäußert. Auch die finanzielle Situation werde immer auf der Delegiertenversammlung dargelegt. Ohne den Verkauf könne die TG den Neubau nicht finanzieren. Denn die Finanzkraft des Vereins gebe nicht viel her. Bei drei Enthaltungen entschieden sich die Delegierten schließlich einstimmig für den Verkauf des Grundstücks.

Einstimmig und ohne Enthaltung wurde die Aufnahme von Monika Leitzbach in den Vorstand beschlossen. Die Stelle war seit einigen Jahren unbesetzt. In der Satzung seien drei Personen für den Vorstand vorgesehen, so Skalsky.

Leitzbach ist seit dem Jahr 2000 Vereinsmitglied und Übungsleiterin. Seit 2011 hat sie eine feste Anstellung auf der Geschäftsstelle. Sie wolle den Verein voranbringen, sagte sie.

Ebenfalls einstimmig fiel die Abstimmung über die notwendige Änderung der Satzung aus. Von Rüdiger Koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare