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Die Crusaders warten verzweifelt auf eine Rückmeldung aus Raunheim. Ohne einen guten Trainingsplatz sehen sie ihren Erfolg in der Oberliga gefährdet.

Football

Kein Platz zum Trainieren – Wie geht es weiter mit den Rüsselsheim Crusaders?

Am Sonntag steht das Super-Bowl-Finale in den USA an. Bald beginnt auch die neue Saison für die Rüsselsheim Crusaders. Doch seit Wochen können sie nicht richtig trainieren. Es fehlt ein geeigneter Platz. Die Stadt Raunheim könnte aushelfen, die lässt aber auf sich warten.

Rüsselsheim/Raunheim. Peter Belger vom Vorstand der Rüsselsheim Crusaders macht sich Sorgen, große Sorgen: „Wir befinden uns mitten in der Vorbereitungsphase für den Spielbetrieb in der Oberliga. Unsere Coaching Crew ist zusammengestellt und komplett. Die Phasenpläne sind bereits Bestandteil des Trainings und bereiten unsere Mannschaft nach professionellen Maßstäben auf die Herausforderung vor. Unsere Coaches haben viel Arbeit investiert und das Trainingskonzept in mehreren Workshops zusammengestellt. Wir haben dadurch eine hohe Trainingsqualität erreicht, was im sportlichen Umkreis nicht unbemerkt geblieben ist. Wir haben momentan einen enormen Zuwachs an Spielern“, berichtet der General Manager und zweite Vorsitzende des Vereins.

Pro Training seien mittlerweile mindestens 50 Spieler aktiv. Das sei vor allem in der Winterzeit sehr ungewöhnlich. Die Spieler hätten teilweise bereits Erfahrungen in den USA und der deutschen Zweiten Bundesliga (GFL 2) gesammelt. Doch aktuell seien die Crusaders mit einem schwerwiegenden Problem konfrontiert, wie Peter Belger erläutert.

Erfolgreiche Entwicklung

Dieses Problem gefährde die weitere erfolgreiche Entwicklung der American-Footballer und das Überleben des Vereins sehr: „Wir haben aktuell keinen eigenen nutzbaren Trainingsplatz. Die Stadt hat versprochen, unseren bisherigen Platz am Mainufer aufzuarbeiten. Dies konnte jedoch durch die lange Trockenheit 2018 nicht bewerkstelligt werden. Wenn der Platz nun im Frühjahr aufbereitet und Rasen nachgesät wird, ist er erstmal nicht bespielbar. Das bedeutet für uns, wir werden bis zum Start der Saison, Ende April/Anfang Mai, keinen Platz haben.“

Einmal pro Woche habe der Verein nun für zwei Stunden einen Kunstrasenplatz in Flörsheim angemietet. Doch das reiche nicht aus. Zumal die Footballjugend hier aufgrund der Verletzungsgefahr gar nicht trainieren könne, sondern jede Woche nach Frankfurt fahre.

Die Hallen, die von der Stadt Rüsselsheim zugeteilt wurden, seien zu klein, um Spielzüge zu trainieren. „Die Hallen helfen uns nur für die kurze Zeit der ersten Trainingsphase, in der Ausdauer, Agillity und Theorie auf dem Plan stehen“, erklärt Belger. Der Verein sei sehr dankbar, dass die Stadtverwaltung die Footballer dafür gut ausgestattet habe. Das bringe die Football-Spieler jedoch nun nicht mehr weiter. „Wir brauchen einen Trainingsplatz“, stellt der General Manager des Vereins deutlich fest.

Konstruktives Gespräch

Im Sommer 2018 hätten die Crusaders ein konstruktives Gespräch mit Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) geführt. Dabei sei gemeinsam die Lösungsvariante gefunden worden, bis zur Fertigstellung der Arbeiten auf der Mainwiese, den Sportpark in Raunheim zu nutzen, der noch über Kapazitäten verfüge, so Belger. Bausch habe versprochen, sich mit der Verwaltung der Nachbarstadt in Verbindung zu setzen. Doch nun, Monate später, haben die Rüsselsheim Crusaders noch immer nichts gehört.

Asswin Zabel von der Pressestelle der Stadt Rüsselsheim informiert auf Nachfrage: „Oberbürgermeister Bausch hat am 22. Oktober ein Schreiben an Bürgermeister Thomas Jühe verfasst, das einen Tag später versendet wurde. In dem Schreiben bat er Raunheim um Unterstützung bei der Suche nach einem Trainingsplatz. Der Fachbereich Sport und Ehrenamt hat in der Zwischenzeit mehrfach an verschiedenen Stellen nachgefasst. Der letzte Informationsstand ist, dass die Stadt Raunheim die Anfrage (inzwischen) bearbeitet.

Der Fachbereich unternehme viel, um den Crusaders zu helfen. Der Trainingsplatz am Main werde ab März wieder hergerichtet, in den Wintermonaten erhält der Verein Trainingszeiten in der Turnhalle und mit Raunheim stehe die Verwaltung in Kontakt, heißt es.

Am 5. Februar werde es ein Gespräch zwischen Thomas Jühe und dem für die Platzvergabe zuständigen Betriebsleiter der Stadtwerke Raunheim, Karsten Jost, geben, heißt es dazu aus Raunheim. Erst in diesem Gespräch wolle man eine Entscheidung treffen, ob die Crusaders den Platz nutzen dürfen.

Von Daniela Hamann

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