Durch die Teilnahme an einem Bandwettbewerb wurden die Lieder von Oliver Jakobi (links) und Thomas Weber von Industrial Zoo international bekannt. Inzwischen werden sie im Ausland regelmäßig gespielt. Foto: Oliver Jakobi
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Durch die Teilnahme an einem Bandwettbewerb wurden die Lieder von Oliver Jakobi (links) und Thomas Weber von Industrial Zoo international bekannt. Inzwischen werden sie im Ausland regelmäßig gespielt.

Musik

Plötzlich Fans auf der ganzen Welt

  • vonDr. Daniela Hamann
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Die Bauschheimer Band namens "Industrial Zoo" genießt mittlerweile internationale Aufmerksamkeit - auch dank Sozialer Medien. In Deutschland kennt sie noch kaum einer.

Rüsselsheim -Ein Flur in einem verwahrlosten Haus, ein Tunnel mit verwachsenen Gleisen, ein Steg an einem See. Dies sind nur ein paar der Motive aus dem neuen Video zur Single "Don't cry" von "Industrial Zoo" - eigentlich ein Hobby-Studioprojekt von Oliver Jakobi aus Bauschheim und Thomas Weber, der inzwischen in der bayerischen Landeshauptstadt München wohnt. Doch der Videoclip kann in seiner Professionalität und vor allem in seiner Qualität mit jeder aktuell bekannten Band in den Charts mithalten.

Dieser eigene Anspruch, alles so perfekt und professionell wie möglich zu machen, ist es wohl auch, der die Band in den vergangenen Monaten international bekannt gemacht hat. Inzwischen werden die Lieder von "Industrial Zoo" nämlich auch in England, Argentinien, Mexico und Australien gespielt - "Down Under" sogar von einem Radiosender mit einer Reichweite in der Größenordnung des deutschen Senders RPR.

Begonnen hat diese Entwicklung mit der Teilnahme der Band an einem Wettbewerb von Radio MKW im Main-Kinzig-Kreis. Mit nur sieben Stimmen Rückstand auf den Gewinner verpassten die Musiker dabei im vergangenen Jahr den Sieg und belegten den zweiten Platz. Das brachte mediale und vor allem virtuelle Aufmerksamkeit über die Sozialen Medien und die Plattform bandcamp.com mit sich, auf der Künstler ohne Label ihre Songs veröffentlichen können.

Bisher noch ein Hobby

"Plötzlich erhielten wir Anfragen aus England und anderen Ländern. Fans begannen uns zu schreiben. Es ist schon fantastisch", freut sich Oliver Jakobi, Sänger und Songschreiber von "Industrial Zoo". Inzwischen würden ihre Lieder im Ausland regelmäßig gespielt. In Deutschland sei das Interesse leider noch nicht so groß. Natürlich sei es nach wie vor ein Hobby, und auch Konzertauftritte seien noch nicht geplant. "Das geht wegen der Pandemie ja sowieso nicht", sagt der Sänger. Sollte jedoch zukünftig eine Einladung für einen Konzertauftritt kommen, "Industrial Zoo" würde ihn nicht ablehnen. "Natürlich würden wir dann ein ausgefeiltes Bühnenkonzept entwickeln, so wie auch bei unseren Videos", erklärt Jakobi.

Der Titel "Don't cry" ist Teil des Albums "Beyond Horizon", das "Industrial Zoo" im November vergangenen Jahres auf den Markt gebracht hat. "Don't cry" koppelten die Musiker am 29. Januar als Single aus. Das Video erschien vor gut einer Woche am Valentinstag.

"Don't cry" ist eine melancholische Ballade und erzählt die Geschichte eines alleinerziehenden Vaters, der von seiner Ehefrau verlassen wurde und nun versucht, für sich und seine am Boden zerstörte Tochter das Beste aus der Situation zu machen. Das Video arbeitet mit Nahaufnahmen und bestechenden Bildern in HD-Format. Der Zuschauer fühlt sich in die Kulisse hineingezogen. Die Schnitte sind sanft und passen perfekt zur Melodie.

Ein bisschen wie Sunrise Avenue

Dabei erinnern die Stimme und die emotionale Interpretation von Oliver Jakobi ein wenig an Samu Haber, den Bandleader und Sänger der sehr erfolgreichen und bereits bestens etablierten Band " Sunrise Avenue". "Wir haben das Video vergangenes Jahr im Spätsommer im Hunsrück gedreht. Wir hatten Glück und haben passende Lost Places - verlassene Plätze - gefunden", erinnert sich Jakobi zurück und betont, der Inhalt des Liedes sei nicht autobiografisch.

"Industrial Zoo" hat das Video auf dem eigenen Youtube-Kanal und auf anderen Social-Media-Plattformen hochgeladen. Allein auf Youtube wurde es in den ersten 24 Stunden bereits 1400 Mal angeklickt. "Das ist Wahnsinn. Das ist so viel mehr als bei unseren ersten Liedern", freut sich Oliver Jakobi sichtlich überrascht. Auch dieses Jahr wollen "Industrial Zoo" wieder am Bandwettbewerb von Radio MKW teilnehmen und hoffen dieses Mal auf den Sieg. Auch ein weiteres Album hat die Band bereits geplant. "Die Musik ist unsere Leidenschaft", betont Jakobi. Auch wenn die beiden Musiker im Alltag normalen Berufen nachgehen, bleibt trotzdem genug Zeit für dieses besondere Hobby. Von Daniela Hamann

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