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Mit einer Drehleiter verschaffen sich die Einsatzkräfte Zugang zu den oberen Stockwerken des Wohnhauses.

Drama mit einem Toten und Verletzten

Nach Wohnungsbrand in Rüsselsheim ermittelt die Polizei in alle Richtungen

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Ein Toter und sechs Verletzte, darunter drei Kinder – wie konnte es zu dem Feuer in der Berliner Straße kommen?

Rüsselsheim - Flammen schlugen aus dem Fenster, Rauch bildete sich über dem Haus. Nachbarn hatten am Donnerstagabend das Feuer in der Berliner Straßebemerkt und sofort einen Notruf abgesetzt. Da war es 20.20 Uhr. Nur wenig später war die Feuerwehr an Ort und Stelle, auch aus anderen Stadtteilen wurde Unterstützung angefordert, am Ende waren es mehr als 100 Einsatzkräfte.

Doch für einen Mann kam jede Hilfe zu spät. Ein 39-jähriger Bewohner des Hauses starb noch am Einsatzort. Offenbar war er in der Not aus einem der oberen Stockwerke in die Tiefe gesprungen, um sich vor den Flammen zu retten, wie die Polizei vermutet. Nachbarn hatten die Notärzte auf den Mann noch aufmerksam gemacht, der leblos auf dem Grünstreifen vor dem Haus lag. Doch die sofort von Notärzten eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen blieben erfolglos.

Ein neunjähriges Mädchen hatte sich bei dem Brand eine schwere Rauchgasvergiftung zugezogen. Sie wurde aus der brennenden Wohnung im ersten Stock des Hauses gerettet und befindet sich nach wie vor im Krankenhaus.

Mutter unter Schock

Über ihren Gesundheitszustand wurde gestern nichts Neues bekannt. Zwei weitere Kinder (drei und sechs Jahre alt) wurden leicht durch eingeatmeten Rauch verletzt, teilte die Polizei gestern mit. Es handelt sich um zwei Geschwister des schwer verletzten Mädchens. Auch die 33 Jahre alte Mutter der Kinder hatte Rauchgas eingeatmet und stand laut Polizei unter Schock. Zwei weitere Bewohner des Hauses hatten ebenfalls Rauch eingeatmet und sich dadurch leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft hat indes eine Obduktion des toten Mannes angeordnet, um die Todesursache festzustellen.

Viele Schaulustige

Über die Ursache konnte die Polizei gestern keine Angaben machen. Da in alle Richtungen ermittelt werde, gelte das Haus als Tatort. Die Polizei und Brandsachverständige haben die Untersuchungen aufgenommen. Dabei gehe man besonders akribisch vor. Vor Anfang nächster Woche sei mit einem Ergebnis nicht zu rechnen. Das Haus ist derzeit unbewohnbar und abgesperrt. Die übrigen Mieter mussten das Haus verlassen und sind derzeit anderweitig unterkommen. Bei der Stadtverwaltung hatte sich gestern ein betroffenes Paar gemeldet. Christian Mayer, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales, traf sich mit ihnen. Gemeinsam wollte man klären, ob Hilfe benötigt wird und wie die Stadt helfen kann.

Während des Rettungseinsatzes waren auch viele Schaulustige an Ort und Stelle. Teilweise machten sie mit ihren Mobiltelefonen Fotos und Videos. Dabei waren sie so nah an das Haus herangetreten, dass die Polizei einschreiten musste.

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