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Premiere am Raunheimer Waldsee

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Feiert sein Debüt als eiserner Mann: Björn Willems. Der Raunheimer ist ein erfahrener Langstreckenläufer, mit dem Schwimm- und Radtraining begann er erst vor drei Jahren.
Feiert sein Debüt als eiserner Mann: Björn Willems. Der Raunheimer ist ein erfahrener Langstreckenläufer, mit dem Schwimm- und Radtraining begann er erst vor drei Jahren. © Rüdiger Koslowski

Ab 8.10 Uhr starten am Sonntag (9.) beim Ironman 70.3 Wiesbaden die Altersklassen. Dann wird auch Björn Willems ins Wasser springen und sich durch den See pflügen. Der Einundvierzigjährige hat bereits als Helfer Erfahrung gesammelt. Jetzt schwimmt, fährt und läuft er selbst beim Ironman mit.

Von Rüdiger Koslowski

Ab 8.10 Uhr starten am Sonntag (9.) beim Ironman 70.3 Wiesbaden die Altersklassen. Dann wird auch Björn Willems ins Wasser springen und sich durch den See pflügen. Der Einundvierzigjährige hat bereits als Helfer Erfahrung gesammelt. Jetzt schwimmt, fährt und läuft er selbst beim Ironman mit.

Willems ist verheiratet und Vater eines Sohnes, an einem Ironman nimmt er zum ersten Mal teil. Für sein Debüt hat er sich bewusst für den Wiesbadener Triathlon entschieden, schließlich befindet sich der Start in seiner Heimatstadt am Raunheimer Waldsee.

Die 1,9 Kilometer lange Schwimmstrecke, die 90 Kilometer lange Fahrradroute durch den Taunus und die 21,1 Kilometer lange Laufdistanz liegen vor der Haustür, und er spart sich die Anreise. Den Waldsee kennt er als Einheimischer aus dem Effeff, die Radstrecke ist er bereits einmal komplett gefahren. „Wow“, war seine Reaktion auf den anspruchsvollen Kurs. Die Laufstrecke hat er sich auch schon angeschaut.

Seine Planungen für die Teilnahme an dem Wiesbadener Triathlon, der gleichzeitig die Europameisterschaft ist, gehen bereits drei Jahre zurück. ,„Mein Freund Jürgen Wies, der selbst Triathlet ist, hat mich infiziert.“, sagt Willems. Daraus entstand die Idee, am Wiesbadener Wettkampf der eisernen Athleten teilzunehmen.

In der Jugend war er Leichtathlet

Langstrecken sind Björn Willems nicht unbekannt. Die Zehn-Kilometer-Distanz, den Halbmarathon und Marathon ist er bereits gelaufen. In der Jugend war er Leichtathlet, hatte sich dann aber ein paar Jahre vom Sport zurückgezogen, um dann wieder einzusteigen. Im vergangenen Jahr trat er der Abteilung Triathlon der Turngemeinde Rüsselsheim bei. Während der Laufsport also nichts Unbekanntes für Björn Willems war, stieg er neu in den Radrennsport und in den Schwimmsport ein. Dazu kaufte er sich gleich ein spezielles Triathlon-Fahrrad. „Fahrradfahren ist einfacher als Schwimmen“, erfuhr er nun im Training. Seit gut drei Jahren trainiert er die Disziplin Kraulen, sei zwei Jahren das Fahrradfahren.

Er lernte das Kraulen bei der Masters-Gruppe, dem Schwimmen für Erwachsene der Schwimmabteilung der Sport- und Sängervereinigung. Am Anfang schaffte Björn Willems noch nicht einmal eine halbe Bahn. „Die Atemtechnik ist das Wichtigste, Kraft gehört aber auch dazu“, erklärt er. Ein halbes Jahr später legte er bereits 500 Meter in einer passablen Zeit zurück. So richtig sei das Wasser aber heute noch nicht sein Freund.

Es sei nicht schwierig, die drei Disziplinen zu trainieren. Die Herausforderung sei vielmehr, sie im Wettkampf hintereinander umzusetzen. Eine bestimmte Zeit für den Zieleinlauf hat er zwar schon im Kopf, möchte sie aber nicht nennen. „Ich will mich nicht unnötig unter Druck setzen“, entschuldigt er sich. Kurz darauf gibt er sich aber doch einen Ruck. „Wenn ich etwa sechseinhalb Stunden realisieren kann, wäre das toll“, nennt er seinen Wunsch.

Bei dieser Gelegenheit bedankt er sich bei seiner Frau Sabine und seinem elfjährigen Sohn Mika, die ihm bei der Vorbereitung unterstützt haben. Immerhin trainierte er in der Woche bis zu zehn Stunden, und die Familie ließ ihm den Freiraum. Seine Frau will ihn in Wiesbaden im Ziel empfangen. Dann wird sicher noch gefeiert. Aber am Montag geht es für ihn wieder ganz normal an seinen Arbeitsplatz am Frankfurter Flughafen.

Hoffentlich bleibt’s beim Start am See

Übrigens hofft er, dass der Ironman auch in Zukunft weiterhin am Waldsee gestartet wird. Schon als Helfer war er fasziniert von der Veranstaltung und von den internationalen Sportlern, die sehr aufgeschlossen und kontaktfreudig gewesen seien. Die Sportler hätten sich bei seinen zwei Einsätzen immer sehr nett bei den Helfern bedankt. „Danke, dass du da bist“, hätten ihm viele zugerufen.

Seiner Meinung nach passe der Triathlon gut zu Raunheim. „Der Ironman macht Raunheim nicht reich, aber sexy“, sagt Willems schmunzelnd und spielt damit auf die Worte von Bürgermeister Thomas Jühe an. Jühe sagte vor Kurzem, dass sich der erwartete Werbeeffekt der Sportveranstaltung nicht eingestellt habe. Dies sei eher mit der Schrägseilbrücke und dem neuen Gewerbegebiet Airport Garden erreicht worden.

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