Rauschendes Fest in Rüsselsheim

Ein Prosit auf den neuen Riesling!

Mit einem rauschenden Fest zu Ehren des Weingottes Bacchus wurde die Vorstellung des neuen Rüsselsheimer Rieslings gefeiert.

Der aktuelle Jahrgang des Rieslings der Rüsselsheimer Winzerfreunde ist da – und der Titel des Motivs auf dem neuen, sehr gelungenen Künstleretikett von Heike Eberts-Schad trifft’s auf den Punkt: „Das Leben ist schön!“ Ganz besonders an diesem Abend im ausverkauften Rüsselsheimer Adlersaal mit einem guten Wein im Glas, netter Gesellschaft und mit exzellenten kulinarischen und akustischen Schmankerln.

In den Händen den Begrüßungssekt, spendiert vom Ehepaar Gabriele und Roland Höll, deren neues Hotel bald eröffnet wird, hatte sich in erwartungsvoller Vorfreude wie jedes Jahr ein illustrer Querschnitt der Rüsselsheimer Hautevolee versammelt. Darunter waren etliche Gründungsmitglieder des seit 1985 bestehenden Vereins Rüsselsheimer Winzerfreunde, man kennt sich, man schätzt sich. Der Vorsitzende, der Rüsselsheimer Musikpädagoge Albrecht Schmidt, konnte bei der Begrüßung stolz mit der Sanierung des Kurbelwellenmann-Brunnens auf eine weitere gelungene Aktivität der Winzerfreunde verweisen und freute sich, dass die Stadt Rüsselsheim den Verein als „verlässlichen und engagierten Partner“ bezeichnete.

Das Flair des Abends sollte von „Bella Italia“ geprägt werden, die Aufforderung zum „Staunen, Genießen und Flanieren“ war anschließend kein Problem für die Gäste. Drei namhafte Gastronomen, Kurt Eisenacher, Peter Kolb und Goran Sosic, hatten wieder je ein Dreigang-Menü vorbereitet. So entzückten etwa Sous-Vide-Filet, Römerzopf und Filet vom Sankt-Peters-Fisch die Genießer. Dazu gab’s reichlich guten Wein von den Weingütern Künstler und Weinegg aus Hochheim, Bastianshauser Hof aus Bechtheim und natürlich italienische Tropfen von Ruth Gehler-Rauen aus Rüsselsheim. Der Kellermeister des Weinguts Gunter Künstler, Rolf Schregel, wusste von einem ausgezeichneten Weinjahr 2015 zu berichten, das es erstmals erlaubte, den Rüsselsheimer Riesling als feinherbe Spätlese auszubauen, ein Musterexemplar mit feinen Pfirsich- und Apfelaromen und eleganter Weinsäure.

Ein zentraler Punkt des Abends war der Vortrag von Dr. Mario Bogisch, der tief in die spannenden, genussreichen, leidvollen und auch frivolen Mythen des Bacchuskultes eintauchte. „Wir leisten mit dem Wein einen großen Beitrag zur europäischen Kultur“, postulierte der eloquente Fachmann. Ergänzt von einer Diashow mit Darstellungen des Weingottes, der zuerst als Dionysos bekannt war, forderte er als Konsequenz dazu auf, „lockerer zu werden, ab und zu auch einmal unvernünftig zu sein und über die Stränge zu schlagen“.

Eine Steigerung dieser Ausführungen wurde durch den

Einzug des Bacchusgefolges

, gewandet in fantasievolle und farbenprächtige Kostüme von Miriam Claudi, erreicht. Die gelöste Stimmung geriet schon da zum kleinen Bacchanal, als Gründungsmitglied Margret Dambmann ausrief: „Die sinn’ ja gar net nackisch!“

Momente der Besinnung verschafften dann wieder die gefühlvollen musikalischen Liedvorträge des italienischen Tenors Emilio Ruggerio, der schon an der Mailänder Scala gesungen hat, souverän begleitet von Albrecht Schmidt am Piano. Herz, Schmerz und viel Amore entführten in das Land, wo die Zitronen blühen. Mit routiniertem Schwung moderierte Rainer Zagovec den Abend, bevor nach vier weinseligen Stunden Herbert Eberts Präsente, Grüße und Dankesworte verteilte und als Ausklang zum Tanz animierte.

Und Gast Bernd Wagner aus Rüsselsheim brachte es als Fazit auf den Punkt: „Dies war wieder ein qualitativ hochwertiger Abend mit hervorragenden Beiträgen, dies ist einer der Höhepunkte des Rüsselsheimer Kulturlebens.“

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