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Radfahrer erobern die Straßen in Bauschheim

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Ein paar Minuten nach zehn Uhr am Morgen gaben Thomas Will und Udo Bausch das Startsignal. Den ganzen Sonntag war eine 20 Kilometer lange Strecke für den Autoverkehr gesperrt und wurde von tausenden Radfahrern erobert.

In Zeiten von politischen Diskussionen über Emissionswerte und den Dieselskandal ist die Aktion des Kreises Groß-Gerau eine umweltfreundliche Abwechslung. Schon um halb zehn versammeln sich am Sonntag zahlreiche Radfahrer auf dem Kerweplatz in Bauschheim. Die meisten haben Helme auf und sind sportlich gekleidet. In Rucksäcken oder direkt am Fahrrad haben viele Fahrradfahrer Getränke dabei, was ob der Hitze auch mehr als empfehlenswert ist.

Zwei Startpunkte

Bauschheim ist in diesem Jahr einer von zwei Startpunkten der Aktion „Der Kreis rollt“. Der zweite Startpunkt ist in Erfelden, genau 20 Kilometer von dem Rüsselsheimer Stadtteil entfernt. Unter dem Motto „Autofreier Sonntag“ ist die Strecke zwischen Bauschheim und Erfelden für Kraftfahrzeuge jeglicher Art gesperrt. Sogar die Mitarbeiter des Roten Kreuzes und der Polizei sind auf dem Drahtesel unterwegs. Zeitgleich wird „Der Kreis rollt“ an beiden Orten um kurz nach 10 Uhr gestartet. In Bauschheim wird diese ehrenvolle Aufgabe von Landrat Thomas Will (SPD) und Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) übernommen. Will, in professioneller Radfahrermontur gekleidet, radelt selbst mit.

Er sei bereits ein wenig aufgewärmt, bemerkt Will, der mit dem Fahrrad aus dem Hessenring nach Bauschheim zum Startpunkt geradelt ist. Die Idee der Aktion habe sich 2011 entwickelt. Damals fand „Der Kreis rollt“ zum ersten Mal statt, informiert Will, der selbst unzählige Urlaube auf dem Fahrrad verbracht hat und nach eigenen Angaben lieber Sportkleidung als einen Anzug trägt. „Der Kreis rollt“ sei ohne die Unterstützung der Vereine in den Orten, die an der Strecke liegen, nicht möglich, betont Will. So sind auch Mitglieder der ansässigen Radsportvereine und andere Sportvereine in Bauschheim vertreten.

60 Kilometer ausgebaut

Er freue sich sehr, dass Bauschheim in diesem Jahr im Mittelpunkt der Aktion des Kreises stehe, sagt Oberbürgermeister Bausch. Neben der autofreien Wegstrecke selbst böten die einzelnen Ort zudem ein tolles Unterhaltungsprogramm, mit Open-Air-Konzerten und Festen. „So kann man immer wieder haltmachen, einkehren und auch die anderen Städte und Gemeinden näher kennenlernen“, sagt Bausch. Rüsselsheim selbst verfüge über 60 Kilometer ausgebaute Radwege. Dies sei ihm zu Beginn seiner Amtszeit gar nicht bekannt gewesen, gibt Bausch zu. Er selbst sei ein Fan von Schnellradwegen, besonders zwischen den Großstädten Mainz und Frankfurt. Bausch verspricht: „Wir werden das Radfahrnetz weiter ausbauen. Denn wenn der Radweg sicher ist, macht das Fahren umso mehr Spaß.“

Dann gehen Will und Bausch gemeinsam zur Spitze der großen Radfahrergruppe, die nun ungeduldig auf das Startzeichen wartet. Will zückt seine Trillerpfeife und Bausch eine historische Stadtglocke. „Auf die Plätze, fertig, los“, ruft Will. Dann setzt sich der Tross in Bewegung. Es geht auf die Bundesstraße in Richtung Astheim. Bis 18 Uhr ist die 20 Kilometer lange Wegstrecke am Sonntag gesperrt. Ín dieser Zeit werden dort keine Abgase produziert – den Radfahrern sei Dank.

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