Offiziell Fahrradweg

Radfahrer müssen in der Sophienpassage nicht mehr absteigen

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Erlaubt war es nicht, viele taten es dennoch: Ab sofort dürfen Radfahrer in der Sophienpassage im Sattel bleiben.

Mario Schuller kann es kaum glauben. Dass er das noch erleben darf, daran hätte er lange Zeit selbst nicht geglaubt. 15 Jahre hat er in seiner Zeit als Radverkehrsbeauftragter der Stadt Rüsselsheim dafür „gekämpft“, dass die Sophienpassage am Bahnhof für den Radverkehr freigegeben wird. Doch nie drang er mit seiner Forderung durch. Seine damaligen Amtsleiter, zuständig für die Straßen und den Verkehr, waren nicht so „Fahrrad-affin“, wie er sagt. Die Unterführung sei zu schmal für Fußgänger und Radfahrer, hieß es lange Zeit. Ganze zwanzig Zentimeter fehlten.

Doch mittlerweile erlebt das Fahrradfahren einen Boom. Längst hat die Politik das Thema aufgegriffen. Auch in Rüsselsheim wird dem Fahrradverkehr immer mehr Raum gegeben.

Jüngster Akt: Stadtrat Nils Kraft (SPD), zuständiger Dezernent, enthüllte gestern ein neues Schild, das nun ganz offiziell die Sophienpassage zur befahrbaren Zone erklärt. Radfahrer müssen ab sofort nicht mehr absteigen, wenn sie die Verbindung zwischen Bauschheim auf der einen und der Innenstadt auf der anderen Seite nutzen wollen. Einige Radfahrer haben sich ohnehin nie daran gehalten. Erlaubt war es aber nicht. Die Polizei kontrollierte ab und an diesen Bereich auch und sprach Ermahnungen aus.

Zunächst soll die Verkehrsfreigabe ein Versuch sein. Dass man aber zur alten Regelung zurückkehrt, daran glaubt Brit Scherer, heutige Radverkehrsbeauftragte der Stadt Rüsselsheim, aber nicht. Bislang habe das Nebeneinander auch immer gut funktioniert. Stadtrat Kraft ist ebenso davon überzeugt, dass Radler und Spaziergänger weiter aufeinander Rücksicht nehmen würden. Für Stadträtin Marianne Flörsheimer (Linke/Liste Solidarität), verantwortlich für die Verkehrsentwicklung, ist der Schritt ohnehin ein weiterer auf dem Weg zur autofreien Kernstadt, wie sie sagt. Mario Schuller, heute Vorsitzender des ADFC Hessen, bescheinigt der Stadt, schon viel für den Radverkehr getan zu haben. „In Hessen schaut man auf Rüsselsheim“, sagt er.

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