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Rallye in Dakar verlangt jede Menge Know-how aus Astheim

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X-Raid-Mitarbeiter Jonathan Tesch verlädt Ersatzteile auf die Lastwagen. 40 Tonnen davon verschifft die Firma zur Rallye nach Dakar per Schiff.
X-Raid-Mitarbeiter Jonathan Tesch verlädt Ersatzteile auf die Lastwagen. 40 Tonnen davon verschifft die Firma zur Rallye nach Dakar per Schiff. © (Dennis Möbus)

Die Rennfahrer des Motorsportentwicklers X-Raid machen sich im Januar auf zum Wüstenabenteuer in Dakar. Doch vorher gilt es, für jeden Notfall gerüstet zu sein.

In wenigen Tagen geht es los: Auf der Rallye Dakar in Südamerika werden die Profis des Motorsportteams X-Raid aus Astheim wieder mit um den Sieg fahren. Die Vorbereitungen dafür liefen die letzten Wochen auf Hochtouren. Gerade sind die rund 40 Tonnen Ersatzteile samt der Rennwagen und Begleitfahrzeuge noch auf dem Schiff zum Start nach Lima in Peru unterwegs und kommen dort zum Jahresbeginn an.

Felgen werden verladen, Werkzeug eingepackt, Zelte verstaut: Wer kürzlich auf dem Gelände von X-Raid unterwegs war, der sah emsiges Treiben. Die Logistik für die Marathon-Rallye ist enorm. Auf rund ein Dutzend Lastwagen ist das Equipment verteilt. Hierzu zählen beispielsweise auch rund 500 Reifen inklusive Felgen, aber auch eine mobile Küche. Hinzu kommen weitere Servicefahrzeuge, Wohnmobile und Pressefahrzeuge für das Team. Die rund 9000 Kilometer lange Strecke führt dabei durch verschiedene Klima- und Zeitzonen von der Küste bis hoch in die Anden auf über 5000 Meter. Die Anforderungen an Mensch und Technik sind dabei enorm.

Sieben Wagen am Start

Sieben Rennwagen gehen diesmal an den Start. Neben dem bereits bekannten, aber wiederum verbesserten Allrad-Mini, startet X-Raid zum ersten Mal mit einem komplett selbst konstruierten zweiradangetriebenen Wüstenrenner. Den Mini John Cooper Works Buggy, wie dieser getauft wurde, stellte Firmenchef Sven Quandt vor kurzem in Paris vor. Er wurde in Astheim entwickelt. Ein Großteil der Komponenten wird direkt vor Ort hergestellt, weiterentwickelt und verbaut.

Allein an dem neuen Buggy arbeiteten über 45 Ingenieure und zahlreiche Partner. Quandt ist daher zuversichtlich „einen wettbewerbsfähigen Buggy“ gebaut zu haben. Schwierig sei die Entwicklung vor allem deshalb gewesen, da man nicht alle Personen immer persönlich an einen Tisch bringen konnte. „Vier Monate lang haben daher Online-Videokonferenzen unser Leben bestimmt“, verriet er.

Im Schnitt arbeiten etwa 40 Personen fest angestellt am Astheimer Standort. In Vorbereitungen zu den großen Rallyes oder zur Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte kann sich die Zahl durch freie Mitarbeiter sogar mehr als verdoppeln.

Damit auch die Fahrer und ihre Copiloten mit den Fahrzeugen bestens vertraut sind, gab es verschiedene Tests in Ungarn und Marokko in den letzten Wochen. Außerdem wurde in Astheim ein technisches Training durchgeführt, bei dem die Crews, die sich aus neun verschiedenen Nationen zusammensetzen, bei bestimmten technischen Problemen selbst ihr Fahrzeug reparierten. „Die richtige Vorbereitung ist das A und O bei der Dakar“, weiß Teamchef Quandt. Umso mehr fiebert er, wie auch das rund hundertköpfige Team dem Start entgegen. Auch abseits des südamerikanischen Rallye-Klassikers nimmt das Astheimer Team an Cross-Country-Rallyes auf der ganzen Welt teil. Die Dakar startet indes diesmal am 6. Januar und geht bereits in die 40. Auflage des Wüstenrennens.

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