Kollegah entgegnet Antisemitismus-Vorwürfen

Der Rapper meldet sich zu Wort

Rüsselsheim. Der Streit um die Rap-Night reicht mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Rüsselsheims hinaus.

Der Streit um die Rap-Night reicht mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Rüsselsheims hinaus. Am vergangenen Dienstag veröffentlichte der Zentralrat der Juden Deutschlands einen offenen Brief, in dem die Absage des Konzerts gefordert wird. In dem Brief heißt es: „Möchte die Stadt Rüsselsheim einem Sänger, der Antisemitismus, Homophobie und Gewalt gegen Frauen propagiert, der zu Gewalt gegen Minderheiten und Schwächeren aufruft, eine Bühne geben und ihn mit Steuergeldern seine Hasstiraden in einer Zeit verbreiten lassen, in der der Extremismus gegen Schwächere, gegen Juden, gegen Geflüchtete, gegen Migranten, gegen Menschen mit Behinderung, gegen Frauen, gegen die liberale Gesellschaft zunimmt?“

Kollegah veröffentlichte seinerseits einen offenen Brief. Adressiert ist das Schreiben an den Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen. Kollegah schreibt: „Ich bin es gewohnt, dass Genrefremde leider auch im Jahre 2017 die Kunstform des Battleraps noch nicht verstanden haben und uns Rappern Homophobie oder Frauenfeindlichkeit unterstellen. Diese Ignoranz gegenüber der größten Jugendkultur unserer Zeit und daneben auch kommerziell erfolgreichsten Musiksparte ist aus meiner Sicht zwar unzeitgemäß, jedoch ist sie mir nicht neu. Die Vorwürfe des Antisemitismus dagegen sind neu. Dazu sind sie völlig aus der Luft gegriffen und haltlos.“

Weiter heißt es: „Den teilweise 13 Jahre alten, zum einen Teil aus Battlerunden und zum anderen Teil nicht einmal von mir selbst stammenden von Ihnen herausgepickten Zeilen stehen übrigens aktuellere Zeilen von mir gegenüber wie: ’Wir sind Brüder, wir sind Schwestern, Nachkommen von Adam. Ganz egal ob wir nun Jahwe, Gott oder Allah sagen‘.

Nachdem ich Sie am Mittwoch persönlich anrief, haben Sie eingeräumt, dass Sie zum Zeitpunkt des Unterzeichnens des Schreibens nicht einmal selbst glaubten, ich sei Antisemit, dennoch waren Sie leider nicht gewillt, die Vorwürfe öffentlich zurückzunehmen. Dies finde ich sehr schade, gerade auch weil ich Ihnen aufrichtigen Herzens anbot, eine gemeinsame wohltätige Aktion speziell für hilfsbedürftige Juden zu starten.“ cp

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