„Raunheimer Union Liste“ siegt wohl deutlich

Nur 460 der 4041 Wahlberechtigten sind am Sonntag zur Ausländerbeiratswahl gegangen. Das ist eine Beteiligung von 11,4 Prozent – 6,6 Prozentpunkte weniger als noch vor fünf Jahren.

Raunheim. Die Vorhänge wurden zunächst nur selten zur Seite geschoben, um Einlass in die Wahlkabine zu gewähren. 4041 Ausländer waren zur Wahl für den Ausländerbeirat aufgerufen. Lediglich 460 Personen nahmen das wahr.

Der Wahlsonntag startete schon schleppend, berichtete Wahlleiter Oliver Hartmann. Gegen 11 Uhr hätten gerade einmal 13 Wähler ihren Wahlzettel in die Wahlurne geworfen. „Das ist sehr dürftig, vor fünf Jahren waren es um diese Zeit mehr Wähler“, meinte Hartmann. Die ersten beiden Wähler waren Mitglieder des Wahlvorstandes. Der erste Wähler außerhalb des Wahlvorstandes betrat gegen 9 Uhr das Wahllokal im Bürgersaal.

Anzumerken: Von den insgesamt 460 Stimmen entfielen 220 auf Briefwähler. Das bedeutet, dass nur 240 Menschen tatsächlich den Weg in die Wahllokale angetreten haben.

Das schlechte Wetter könnte durchaus ein Grund für die zurückhaltende Wahlbeteiligung sein, vermutete Hartmann. Aber er musste kein großer Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Wahlbeteiligung erneut gering ausfallen würde. Denn vor fünf Jahren lag sie bei mageren 18 Prozent. Am gestrigen Sonntag zog es nur noch 11,4 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen. Ein Rückgang um 6,6 Prozentpunkte. Und so bilanzierte Hartmann: „Das war ein ruhiger Tag, wir sind nicht überrannt worden.“

Einige Vertreter der drei Listen „Wir Für Alle“, „Kurdische Liste“ und „Raunheimer Union Liste“ waren den Sonntag über anwesend. Sie durften die Wähler im Wahllokal allerdings nicht beeinflussen und auch nicht mit Werbematerial auf ihre Gruppierung aufmerksam machen, informierte Hartmann.

Die Liste „Wir Für Alle“ etwa trotzte Wind und Regen. Die Gruppe hatte einen Infostand aufgebaut und bot auch ein Tässchen Kaffee an. Allerdings im gebührenden Abstand zum Wahllokal. Denn ein Informationsstand muss mindestens zehn Meter von der Eingangstür des Wahllokals entfernt sein.

Allein: Es nützte wenig. „Wir für Alle“ heimste laut Trendergebnis 9 Stimmen ein, was 6,6 Prozent der Stimmen ergibt. Der „Kurdischen Liste“ erging es nicht viel besser. 13 Stimmen (9,5 Prozent) waren es Sonntagabend.

Wahlsieger hingegen dürfte die „Raunheimer Union Liste“werden. 115 Stimmen der für das Trendergebnis ausgezählten 137 Stimmen ergatterte die RUL, macht 83,9 Prozent.

Eine der wenigen, die wählen war, war Fatma Coskun. Ihr Mann Ismail begleitete seine Frau. Er durfte sich an der Ausländerbeiratswahl nicht beteiligen, weil er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Seine Frau wollte ihre Pflicht erfüllen und gab deshalb bei der Wahl zum Ausländerbeirat ihre Stimme ab. „Das ist ein wichtiges Gremium, es setzt sich für die Ausländer ein“, begründete sie ihre Stimmenabgabe, die sie bereits am Vormittag vorgenommen hatte.

14 Wahlhelfer kümmerten sich in zwei Schichten um den korrekten Ablauf der Wahl. „In Raunheim gibt es viele Freiwillige, das ist hier kein Problem“, meinte Hartmann. rko/ias

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