Die Pandemie hat viele Sportvereine Mitglieder und Geld gekostet. Die Sportbund hofft trotz des noch nicht genehmigten Haushalts auf die Unterstützung der Stadt. FOTO: dpa
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Die Pandemie hat viele Sportvereine Mitglieder und Geld gekostet. Die Sportbund hofft trotz des noch nicht genehmigten Haushalts auf die Unterstützung der Stadt.

Vereine

"Rechnung ohne genehmigten Haushalt gemacht"

Der Sportbund Rüsselsheim hofft weiterhin auf die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt

Rüsselsheim -Der Sportbund Rüsselsheim nimmt in seinem aktuellen Newsletter die finanzielle Situation der örtlichen Vereine und die Unterstützung vonseiten der Stadt in den Fokus. "Wir haben mal wieder eine Krux mit den ,freiwilligen Leistungen'. Unter der Schlagzeile, dass der Einsatz für das Gemeinwohl honoriert werde, standen im Frühjahr Berichte über geänderte Sportförderrichtlinien, die mehr Vereinen als bisher Zuschüsse für ihre Arbeit verheißen würden", schreibt der Sportbund.

Zur Unterstützung und Förderung der Vereinsarbeit und zur Unterhaltung vereinseigener Sportstätten, so habe es geheißen, stelle die Stadt Rüsselsheim von März an jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 130 000 Euro zur Verfügung. Weitere 10 000 Euro seien für die Sonder- und Projektförderung vorgesehen. Als Vereinssicherungsmaßnahme im Zusammenhang mit den Lockdown-Auswirkungen seien 200 000 Euro für Sport- und Kulturvereine vorgesehen, habe man verlauten lassen. Außerdem komme noch ein gesonderter Betrag von 50 000 Euro hinzu, um Vereinen aus einer Notlage zu helfen, die durch die Pandemie entstanden ist.

Mehr als eine freiwillige Leistung

Die Neugestaltung des Fördertopfes gehe auf einen Antrag der SPD-Fraktion und die aktive Mitwirkung des Sportbundes zurück, so der Dachverband der Rüsselsheimer Sportvereine. Eine deutliche Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung habe dem Vorschlag zugestimmt. "Vereine sind unmittelbar von diesen Veränderungen betroffen und müssen nicht nur reagieren, sondern nicht selten auch neue Modelle erarbeiten und andere Wege gehen, um weiterhin bestehen zu können", sei damals verkündet und beschlossen worden.

"Leider war das Ganze ein Beschluss, der die Rechnung ohne einen genehmigten Haushalt der Stadt Rüsselsheim gemacht hat", schreibt der Sportbund jetzt. Ohne eine solche Genehmigung dürfe die Stadt keine "freiwilligen Leistungen" auszahlen. Dies gelte auch für finanzielle Förderungen der Vereine - der sportlichen wie der kulturellen -, denen "immer wieder ihre für die Bürgergemeinde unbestritten wohltuende Arbeit zugeschrieben wird".

Dass der Sport seit dem Jahr 2002 mit der vielversprechenden Nachbesserung einer schon länger bestehenden Fassung "Der Sport genießt den Schutz und die Förderung des Staates, der Gemeinden und Gemeindeverbände" als Staatsziel in der Landesverfassung bestätigt worden sei, habe an der Förderpraxis wenig geändert. Überhaupt stoße es beim Sportbund und seinen Mitgliedsvereinen auf Unverständnis, angesichts der verfassungsmäßigen Bewertung des Sports als Staatsziel hier von einer "freiwilligen" Leistung zu sprechen.

So bleibe den Rüsselsheimer Sportvereinen nur, weiterhin auf die zugesagten Mittel zu hoffen, so lange es der Verwaltung nicht gelinge, einen genehmigungsfähigen Haushalt zu präsentieren. "Selbstverständlich mit den ,freiwilligen Leistungen', die bei allen be- und getroffenen Vereinen Teil ihrer finanziellen Planungen sind", schließt der Sportbund seine Ausführungen ab. red

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