Hände hoch: Bei den Teilnehmern des Hockey-Camps herrscht am Vormittag gute Laune. FOTO: rko
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Hände hoch: Bei den Teilnehmern des Hockey-Camps herrscht am Vormittag gute Laune.

Vereine

Rekordzahl beim Hockey-Camp des RRK

Den ganzen Tag auf dem Platz: 110 Kinder und Jugendliche nutzen die Ferien zum Training.

Rüsselsheim -Katrin Henke richtet das Obst-Buffet für die Frühstückspause her. Die Leiterin der weiblichen Hockeyjugend des Rüsselsheimer Ruder-Klubs (RRK) bietet den Mädchen und Jungen des Hockey-Camps Äpfel, Bananen und Wassermelonen an. Eine Spende des Gewerbevereins und des Rotary Clubs Rüsselsheim-Mainspitze, sagt sie schnell.

Also, Frühstückspause. Die Schläger in die Ecke legen und Platz nehmen. Die beiden Jungen, Leo und Henri, sieben und neun Jahre alt, müssen sich aber erst noch ein paar Minuten gedulden. Sie wurden für das Gespräch mit dieser Zeitung ausgedeutet.

Noch tragen sie den Zahnschutz im Mund. Können sie damit sprechen? Schon, aber ohne hört es sich doch besser an. Leo ist beim Hockey-Camp, weil die ganze Familie Hockey spiele, berichtet er. Henri steht auf dem Platz, weil er gerne arbeitet.

Denn die beiden Buben wissen, beim Hockey-Camp des RRK wird richtig trainiert. "Wir lernen hier etwas", sagt Henri. Und Leo ergänzt, dass das viel Spaß macht. Die beiden spielen im Sturm, weil sie gerne Tore schießen.

Katrin Henke bestätigt die Aussage der Jungen. Das Feriencamp sei nicht mit Ferienspielen zu verwechseln, betont sie. Die Teilnehmer würden auf dem Trainingsgelände am Sommerdamm zielgerichtet trainiert. Soll heißen, Pässe spielen, Schlenzen, Schlagen und Torschuss stehen auf dem Trainingsplan. Für Letzteres steht sogar eine Torwand auf dem Platz - wird etwa wie weiland Franz Beckenbauer auch mit dem Fuß von einem Weißbierglas geschossen? Das sind doch Kinder, weist Henke den Mitarbeiter dieser Zeitung schmunzelnd zurecht.

Individuelle Betreuung

Am Vormittag, bei der ersten Gruppe mit den jüngeren Kindern, sind noch ein paar Neulinge dabei. Aber am Nachmittag, bei der zweiten Gruppe mit den Jugendlichen, spielten alle schon sehr lange Hockey.

Nicht umsonst ist denn auch Liz Meneghello, die Trainerin der Männermannschaft, die Leiterin des Camps. Zudem kümmern sich insgesamt 30 weitere Trainer um die insgesamt 110 Mädchen und Jungen. Allerdings teilen sie ihren Dienst auf, zehn stehen indessen den ganzen Tag auf den Platz. "Das ist schon eine sehr individuelle Betreuung", unterstreicht Henke.

Wie im vergangenen Jahr trainieren also wieder zwei Gruppen auf der Anlage. Das ist einmal mehr Corona geschuldet. Denn der RRK könne und wolle kein Mittagessen anbieten. Die Portionen müssten einzeln angeliefert werden, was ein zu großer Aufwand sei. Es sei außerdem nicht möglich, die ganz große Gruppe zu trainieren.

Hygieneregeln müssen immer noch beachtet werden. So hat beispielsweise jeder Teilnehmer sein eigenes Getränk mitzubringen, die Becher sind mit den Namen beschriftet. Die Aufteilung in zwei Gruppen stößt aber auf gute Resonanz. Denn mit 110 Teilnehmern habe der RRK wohl den Rekord erreicht. "Das Konzept kommt offensichtlich an", sagt Henke.

Spiel mit den Vorbildern

Der Nachteil sei allerdings, dass die jüngeren Kinder nicht mehr mit den älteren Jugendlichen, mit ihren Idolen, gemeinsam auf dem Platz ständen. Die Kinder besuchten nämlich während der Saison deren Spiele, um sie anzufeuern, und wollten nun auch wie früher gerne mit ihnen trainieren.

Der RRK lässt deshalb am Freitag gemischte Mannschaften mit jüngeren und älteren Spielern bilden und ein Vereinsturnier austragen. So kommt der jüngere Nachwuchs in den Genuss, mit seinen Vorbildern zu spielen.

Beim RRK trainieren aktuell rund 300 Kinder und Jugendliche. Der Nachwuchs sei von der U8 bis hin zur U18 - U10, U12, U14, U16 - durchgehend mit Mädchen- und Jungenmannschaften besetzt, berichtet Henke.

Das Camp dient nun auch der Vorbereitung für das eigentliche Training, das bereits in der sechsten und letzten Sommerferienwoche wieder startet.

Der Trainingsbetrieb wurde nach dem Lockdown im Juni wieder aufgenommen. Während über Videoschaltungen die Fitness weiterhin trainiert werden konnte, blieb die Technik auf der Strecke. Die Trainer hätten deshalb nach dem Neustart die technischen Fertigkeiten oben angestellt. "Die Kinder hatten aber auch einfach nur Spaß, mit Schläger und Ball zu trainieren", so Henke. Rüdiger Koslowski

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