Reitsport

Der „Riders Cup“ etabliert sich

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Auch bei der fünften Auflage des „Riders Cup“ war die Nauheimerin Wiebke Lippert in der Dressur spitze. Ihr Pendant beim Springen war der Büttelborner Mathias Böhm. Im Vordergrund stand aber einmal mehr die gute Sache.

„Es war ein aktives, doch absolut gelungenes Wochenende“, zog die Erste Vorsitzende des RSV Rüsselsheim Cora Feldmann eine positive Bilanz nach dem nun mehr fünften „Riders Cup“. Das Wort „aktiv“ seufzte Feldmann mehr, als dass sie es sprach und machte auch keinen Hehl daraus, dass das Reitturnier, das allmählich zu einer Tradition im hiesigen Kreis heranwächst, ordentlich an den Kräften aller Beteiligten gezehrt hat.

Neben der langen organisatorischen Vorbereitungszeit kam in diesem Jahr erschwerend hinzu, dass sich die so wichtige Parkplatzsituation im Rahmen des Events geändert hatte. Aufgrund von Bauarbeiten an der Sophie-von-Opel-Schule fiel deren Parkplatz, der in den vergangenen Jahren genutzt wurde, weg. Die Gemeinde bot eine Lösung, indem sie Teile des Kurt-Schuhmann-Rings zugunsten der Veranstaltung sperren ließ. Eine kostspielige wie ärgerliche Alternative für den Reitverein, der deshalb das Turnier zum ersten Mal von drei auf zwei Tage verkürzen musste.

Dennoch sei es aller Mühen Wert gewesen, wie Feldmann hervorhob. Obgleich das Turnier einen Wettkampftag verlor, blieben die Startplatznennungen zum Vorjahr fast gleich. Waren es 2017 noch 870 Teilnehmer auf drei Tage verteilt, starteten diesmal rund 850 Reitsportler aus nah und fern. Überwiegend Ställe aus dem Rhein-Main-Gebiet waren vertreten, die Veranstalter konnten aber auch beispielsweise eine Starterin aus München und sogar einen Reiter „unter spanischer Flagge“ begrüßen.

Und auch Jörg Kurbel – seinerseits angehender Olympionike und Lokalmatador – samt zahlreicher seiner bekannten Sprungpferde war sehr zur Freude der Veranstalter wieder zugegen. „Seine wiederholte Teilnahme und damit auch seine Anerkennung und Wertschätzung für unser Turnier ehrt uns natürlich“, so Feldmann zum Start des Bauschheimers. All dies und das weiter zunehmende Zuschauerinteresse zeige letztlich, dass der „Riders Cup“ sich auch überregional etabliere. Was am Wochenende auch zu beobachten war.

Die Sieger der beiden Disziplinen kamen wieder einmal aus dem Umkreis: Wiebke Lippert und Mathias Böhm sind zwei alte Bekannte in der Turnierwertung. Während der Büttelborner Böhm mit „King Windsor“ den Turniersieg im Springreiten der Klasse M* nach fehlerfreier Vorführung in 38,54 Sekunden nun das erste Mal für sich entschied, gewann Lippert vom RuF Pfungstadt auf „Dennis del Sol“ im Dressur bereits das vierte Mal in Folge (Klasse S*). „Wenn diese ambitionierten Sportler immer wieder kommen, dann machen wir wohl schon ganz gute Arbeit“, sah sich Feldmann mit ihrem Orga-Team vom RSV in ihrem Wirken bestätigt. Und das, obwohl sie kein ganz großer Reitstall seien.

Der wahre Sieger des „Riders Cup“ war wieder die gute Sache. So sei der zwar sehr hohe sportliche Aspekt des Turniers natürlich von Bedeutung, doch die Finanzhilfe zugunsten des Therapiereitens nicht weniger wichtig. Ein Inklusionsprojekt, zu dessen Gunsten die Rüsselsheimer Reitlehrerin (fast) alles hinten anstellt, auch die Zeit für die eigene Reit-Leidenschaft. „Wir wollen das Projekt voranbringen und die

Inklusion normalisieren

. Da bleibt leider wenig Zeit zum Reiten“, so Feldmann. Rund 80 therapeutische Reiter würden schon an dem Projekt für Menschen mit körperlicher und geistiger Benachteiligung teilnehmen. So war denn auch der vereinseigene Therapiewettbewerb wieder fester Bestandteil des „Riders Cup“, zum dritten Mal in Folge. Doch zum ersten Mal trat unter den sieben Teilnehmern auch ein externer Wettbewerber an. „Wir würden gerne noch mehr machen, doch eine solche Entwicklung braucht eben vor allem Zeit“, erklärt Feldmann zum Engagement mit ihrer Kollegin Carmen Stowasser – und freut sich bereits jetzt auf die sechste Auflage des Rüsselsheimer „Riders Cup“.

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