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Unterstützung

Vom Rollstuhl bis zum Therapieplatz

EUTB – die Abkürzung steht für das steht für „Ergänzende Unabhängige Teilhabe-Beratung“. So lautet der Name der neuen Beratungsstelle, die jetzt offiziell eröffnet wurde. Dabei geht es um die Umsetzung eines Gesetzes aus dem vergangenen Jahr.

Seit September laufen die Beratungen in den neuen Räumlichkeiten in der Moselstraße, berichtet Michael Wilker vom Vorstand der Stiftung für seelische Gesundheit, die seit 2001 in Groß-Gerau ihren Hauptsitz hat. Die Stiftung hat, in Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes von 2017, eine neue Beratungsstelle für den Kreis Groß-Gerau mit Sitz in Rüsselsheim aufgebaut. Sie trägt den Namen „Unabhängige Teilhabe-Beratung“, abgekürzt EUTB. Jetzt wurde das Büro offiziell eröffnet.

„Unsere Beratungsstelle wird zunächst bis 2022 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf Grundlage von Paragraph 32 Sozialgesetzbuch IX gefördert. Zwei Mitarbeiter übernehmen die Beratungstätigkeiten“, sagt Wilker. Die beiden Mitarbeiter sind Alexander Riecher und Tony Schröder.

Kostenloses Angebot

Bei der Arbeit der neuen Beratungsstelle geht es um ein von staatlichen Einrichtungen unabhängiges Angebot für alle Menschen mit einer Behinderung oder die von einer Behinderung bedroht sind sowie deren Angehörige. Dabei seien die verschiedenen Formen der seelischen und geistigen Behinderung eingeschlossen. Das Angebot sei kostenlos. Aktuell lebten im Kreis Groß-Gerau etwa 23 00 Menschen mit einer anerkannten Behinderung.

„Es geht dabei um alle Fragen zur Rehabilitation und zur Teilhabe“, erzählt Tony Schröder aus seinem Alltag. Seit September hätten er und Alexander Riecher bereits etwa 20 Hilfesuchende beraten. „Dabei bleibt es natürlich nicht bei einem Termin. Wir begleiten die Menschen, bis das besprochene Ziel erreicht ist. Das kann zum Teil ein langer Prozess sein“, sagt der Mitarbeiter.

Ein Ziel könne beispielsweise die Beantragung von Hilfsmitteln wie ein Rollstuhl oder eines Therapieplatzes sein. „Wir unterstützen bei der Beantragung von Leistungen, machen mit den Menschen Behördengänge und geben je nach den individuellen Bedürfnissen Rat“, informiert Schröder weiter. Wichtig sei im Sinne des Gesetzgebers, dass das Beratungsangebot der neuen Stelle unabhängig von Trägern geschehe, die Leistungen zahlen oder erbringen.

Keine Konkurrenz

„Natürlich haben wir uns bei allen anderen Einrichtungen und auch bei den Trägern vorgestellt. Es ist für unsere Arbeit immens wichtig, ein gutes Netzwerk zu haben. Doch den Passus der Unabhängigkeit nehmen wir sehr ernst. Dabei stellen wir aber keine Konkurrenz zu den anderen Angeboten dar“, betont Michael Wilker, der zurzeit im Namen der Stiftung ehrenamtlich am Aufbau des Büros mitarbeitet.

Es sei langfristig an eine Beratung von Betroffenen durch Betroffene (Peer Counseling) gedacht. „Auch wir kommen ohne ehrenamtliches Engagement nicht aus“, sagt Wilker. „Wir hoffen, nach erfolgreichen Beratungen einige Menschen für unser Ansinnen gewinnen zu können. Wenn sie selbst betroffen sind, können sie die Situation eines anderen Menschen noch einmal ein Stück besser nachvollziehen und ihre Erfahrungen weitergeben.“

Rund 100 Quadratmeter sind die Räumlichkeiten der neuen Beratungsstelle groß. „Wir sind komplett barrierefrei eingerichtet. Die Stufe am Eingang überwinden wir mit einer mobilen Rampe“, sagt Schröder.

von Daniela Hamann

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